Italien

Langhe und Monferrato mit dem Zug: ein Slow-Wochenende zwischen Alba, Barolo und Canelli

Slow-Wochenende zwischen Langhe und Monferrato mit dem Zug: von Torino nach Alba, Barolo und Canelli ohne Auto, zwischen UNESCO-Hügeln, Kellern im Tuff und Ortschaften.

Foto di Italien — Langhe und Monferrato mit dem Zug: ein Slow-Wochenende zwischen Alba, Barolo und Canelli

Ein Wochenende zwischen **Langhe und Monferrato mit dem Zug** zu organisieren ist einfacher als es scheint – vorausgesetzt, man akzeptiert eine Regel: Die Bahn bringt einen an die Tore der Hügel, dann übernehmen Regionalbusse und die eigenen Beine. Asti erreicht man von Torino Porta Nuova in rund 35 Minuten ohne Umstieg; Alba mit einem Regionalzug von Torino Lingotto in etwas mehr als einer Stunde. Von diesen beiden Knoten startet alles Weitere. Es ist eine ehrliche Art zu reisen: keine unauffindbaren Parkplätze zwischen den Rebreihen, kein Verzicht auf die Verkostung, weil man am Steuer sitzt.

Aufbruch in Torino

Es lohnt sich, in **Torino** zu starten, wo die Schnellzüge halten und wo eine Nacht Aufenthalt vor der Fahrt gen Süden angebracht ist. Zwischen zwei Zügen gönn dir einen Spaziergang durch die geheimen Innenhöfe des Quadrilatero Romano, die sich hinter anonymen Toren wenige Schritte vom Bahnhof Porta Susa öffnen. Wenn dir ein halber Tag mehr bleibt, füllen das Borgo Medievale am Po und die barocken Ställe der Cavallerizza Reale, einen Schritt vom Piazza Castello entfernt, die Wartezeit ohne Eile gut aus.

Alba und der Barolo

Das Herz des Wochenendes ist **Alba**, die Hauptstadt der Langhe. Die Stadt ist kompakt, zu Fuß begehbar, und lebt im Herbst rund um die Weiße-Trüffel-Messe (Oktober–November). Von hier ist der **Barolo**-Hügel nahe, aber nicht per Zug erreichbar: Für Barolo, La Morra, Serralunga und Monforte d'Alba nimmt man den GTT-Bus von Alba, oder man wechselt per Regionalzug nach Bra (weniger als 25 Minuten) für eine andere Basis. Rechne damit, dass in der Alta Langa das E-Bike oder eine private Tour die flexibelsten Mittel bleiben: Die Bahn ist das Rückgrat, nicht das feine Adernetz.

Canelli und der Schaumwein

Der zweite Pol ist **Canelli**, Hauptstadt des Schaumweins und UNESCO-Welterbe. Auch hier kein Bahnhof: Man kommt per Zug nach Alba oder Asti und fährt mit dem Bus weiter (etwa 45 Minuten von Alba mit Autoguidovie). Die Mühe wird belohnt mit den **Cattedrali Sotterranee**: Gänge im Kalktuff, zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert gegraben, bis zu 32 Meter tief und zusammen rund zwanzig Kilometer lang, in denen die Flaschen der Traditionshäuser Bosca, Gancia, Contratto und Coppo reifen. Der Zugang wird heute über das Portal Canelli Underground geregelt, mit Führungen, die Luftfeuchte und Temperatur der Keller nicht verändern: Rechtzeitig reservieren, vor allem in der Hochsaison.

Das Monferrato

Für den **Monferrato**-Abschnitt erzählt jene Station die tiefere Geschichte dieser Hügel am besten: die Abtei von Vezzolano, ein romanischer Kreuzgang inmitten der Weinberge des Astigiano, mit einem skulptierten Lettner, der allein die Umleitung wert ist. Weiter südlich, an der Linie Asti–Acqui Terme, zeigt die Pieve San Pietro di Acqui einen achteckigen romanischen Glockenturm, den kaum eine Weinroute berücksichtigt, obwohl er dort steht, per Regionalzug erreichbar. Und um zu verstehen, wie sehr Wein die Identität dieses Landes ist, schließt das Ricetto di Candelo, Wehrdorf, in dem die Bauern Vorräte und Fässer bewahrten, den Kreis zwischen Wehrarchitektur und Bauernkultur.

Ein Wort zum Tempo: Zwei Nächte reichen für Alba plus eine zwischen Barolo und Canelli, doch das Piemonter Regionalnetz erlaubt es, die Reise zu verlängern, ohne wieder ins Auto zu steigen. Nach Norden hin öffnet dieselbe Bahnlogistik den Sacro Monte di Belmonte mit seinen barocken Kapellen über dem Canavese und den Sacro Monte di Varallo in der Valsesia, per Zug erreichbar und belohnt durch Kapellen, die wie Theaterszenen bemalt sind. An der Linie Torino–Bardonecchia thront schließlich die Sacra di San Michele über dem Val di Susa: Der Scalone dei Morti und der Ausblick lohnen den Aufstieg zu Fuß vom Bahnhof Sant'Ambrogio.

Im Herbst gibt es zudem eigene Züge: Der TrEno storico der Langhe, des Monferrato und Roero verbindet Torino mit Canelli in Centoporte-Waggons der 1930er Jahre und mit Verkostungen an Bord, während der Espresso Langhe-Monferrato aus Rom als Nachtzug zur Trüffelmesse fährt. Es sind saisonale Angebote, die man jährlich neu prüfen muss, doch sie zeigen: Der Zug ist hier keine Notlösung, sondern Teil des Vergnügens. Kauf die Regionaltickets in der App, brich früh auf und lass Raum für kulinarische Umwege.

Praktische Reiseführer für Torino

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Langhe und Monferrato mit dem Zug?

Il periodo consigliato è April, Mai, September e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Langhe und Monferrato mit dem Zug?

Langhe und Monferrato mit dem Zug si trova in Italien.

Adatto a: Aprile Maggio Settembre Ottobre

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