Rundweg über die Hochebene der Lessinia
Hinter Verona ist die Hochebene der Lessinia eine Welt aus Weiden, zimbrischen Weilern und Felsbrücken, die die Millionen Besucher der Scaligerstadt fast völlig ignorieren. Man wandert in der Stille, zwischen Almhütten und Buchenwäldern, unweit der Ebene.
Foto: Eric Gaba (Sting - fr:Sting) and NordNordWest (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Verona empfängt das ganze Jahr über riesige Menschenmassen, und doch reicht es, ein paar Dutzend Kilometer nach Norden zu fahren, um sich auf einer Hochebene wiederzufinden, auf der das lauteste Geräusch der Wind in den Buchen ist. Die Lessinia bleibt verborgen, weil, wer nach Verona kommt, an die Arena, an Julia, an den Gardasee denkt: Die Vorstellung eines sanften Berges aus Weiden und Steinweilern gehört nicht zum touristischen Bild der Gegend. Deshalb trifft man hier vor allem Wanderer aus Verona und einheimische Familien.
Ein guter Ausgangspunkt ist Bosco Chiesanuova, der Hauptort der Hochebene, von Verona aus mit dem Auto entlang der Valpantena erreichbar. Von hier betritt man den Regionalen Naturpark Lessinia, der gerade zum Schutz dieser Hochhügel- und Mittelgebirgslandschaft eingerichtet wurde. Der klassische Rundweg berührt die Orte, die der Lessinia ihren einzigartigen Charakter verleihen, und durchquert in wenigen Wanderstunden ganz unterschiedliche Landschaften.
Was zu sehen ist
Das Symbol der Hochebene ist der Ponte di Veja, ein imposanter natürlicher Felsbogen, Überrest des Einsturzes einer alten Höhle, mitten im Wald. Es ist ein eindrucksvoller und leicht zugänglicher Ort, oft als eine der größten natürlichen Brücken Europas bezeichnet. Nicht verpassen sollte man auch das Tal der Sphinxe bei Camposilvano, wo die Erosion Felstürme geformt hat, die an skulpturale Figuren erinnern, sowie das nahe Covolo di Camposilvano, eine große Karstschlucht.
Steigt man in den oberen Teil der Hochebene, erreicht man die Zone des Monte Tomba und der Parpari, mit weiten Weiden, gesprenkelt mit Almhütten, wo im Sommer noch Milch verarbeitet und der Monte Veronese, der historische Käse dieser Berge, hergestellt wird. Zur nördlichen Grenze des Parks hin öffnet sich der spektakuläre Kessel des Vajo dell'Anguilla und die Wände, die zum Carega blicken. Wer weitergehen möchte, kann den Botanischen Garten der Lessinia oberhalb von San Giorgio erreichen, der der Höhenflora gewidmet ist.
Das zimbrische Erbe
Die Lessinia bewahrt zudem das Erbe der Zimbern, germanischer Volksgruppen, die diese Hochebenen im Mittelalter besiedelten. Man liest es in den Namen der Weiler, in den alten Handwerken und im kleinen ethnographischen Museum von Giazza, der letzten noch lebendigen zimbrischen Sprachinsel, wo der Dialekt Taucias unter wenigen Sprechern überlebt. Ein Besuch hilft zu verstehen, warum diese verstreuten Weiler aus Steinhäusern und Steinplattendächern so anders wirken als der Rest Venetiens.
Anreise
Zur Anreise empfiehlt sich das Auto: Öffentliche Verkehrsmittel führen bis Bosco Chiesanuova, aber um die verschiedenen Punkte des Rundwegs zu verbinden, ist ein Auto weitaus praktischer. Einmal in der Höhe angekommen, bewegt man sich zu Fuß auf einem Netz markierter Wege und auf unbefestigten Straßen zwischen den Almhütten; viele Abschnitte sind auch für Mountainbikes geeignet. Die Entfernungen zwischen den Weilern sind kurz, sodass man die Route individuell zusammenstellen kann, indem man kurze Spaziergänge zu den bekanntesten Orten mit längeren Wanderungen auf den Höhenweiden abwechselt.
Wann hinfahren
Die besten Monate sind Mai und Juni, wenn die Wiesen in Blüte stehen und die Almhütten wieder zum Leben erwachen, sowie der Oktober, wenn die Buchenwälder rot und orange leuchten und die Luft klar ist. Es sind Zeiten, in denen Verona überfüllt bleibt, die Hochebene jedoch fast menschenleer ist: Im Frühling beginnt die Wandersaison gerade, im Herbst ist der Sommertourismus vorbei und es fehlen noch der Schnee und die Langläufer, die im Winter kommen. Man findet leicht einen Parkplatz, die Almhütten sind offen und die Wege ruhig.
Ein praktischer Tipp: Bring Kleidung im Zwiebelprinzip mit und etwas Warmes, auch an Tagen, die in der Ebene sommerlich wirken. In der Höhe sinkt die Temperatur schnell, und Nebel kann plötzlich aus den Vaji aufsteigen, den tiefen, in die Hochebene eingeschnittenen Tälern. Plant eine Pause in einer Almhütte ein, um den Monte Veronese und die Polenta zu probieren: Es ist die beste Art, einen Wandertag ausklingen zu lassen und diejenigen zu unterstützen, die diese Weiden noch am Leben erhalten.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Rundweg über die Hochebene der Lessinia?
Il periodo consigliato è Mai, Juni e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Rundweg über die Hochebene der Lessinia?
Rundweg über die Hochebene der Lessinia si trova in Parco della Lessinia, Monti Lessini, Verona, Italien.
Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Schio ~17 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.