Velleia Romana: das Pompeji des Nordens am Fuße des Apennins von Piacenza
Eine fast unbekannte römische Ausgrabungsstätte in den Hügeln von Piacenza: das Forum, die Basilika, die Thermen und das Rätsel der Tabula Alimentaria Trajans.
Foto: Massimo Telò (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Es gibt Orte in Italien, an denen man auf römischem Pflaster gehen kann, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Velleia ist einer davon. Auf 460 Metern Höhe an den ersten Ausläufern des Apennins von Piacenza gelegen, wurde diese römische Stadt in der Spätantike von einem Erdrutsch verschüttet und 1747 wiederentdeckt – und dennoch bleibt sie außerhalb jedes touristischen Kreislaufs.
Ein unversehrtes römisches Municipium
Velleia war zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 3. Jahrhundert n. Chr. ein blühendes Municipium, vor der Romanisierung von den Ligurern Veleiati bewohnt. Was den Ort außergewöhnlich macht, ist sein Erhaltungszustand: das Forum mit dem Säulengang, die Gerichtsbasilika, die Thermenanlage, die Zisternen und die Tabernae sind alle im Stadtgrundriss ablesbar. Anders als in Pompeji gibt es hier keine Menschenmassen: oft steht man ganz allein zwischen diesen Ruinen.
Die Tabula Alimentaria Trajans
Der bedeutendste in Velleia gefundene Fund ist die Tabula Alimentaria Traianea, eine große Bronzetafel aus den Jahren 101–114 n. Chr., die das Sozialhilfeprogramm Kaiser Trajans zur Ernährung armer Kinder der Umgebung dokumentiert. Es ist das größte Bronzedokument der römischen Welt – heute im Nationalen Archäologischen Museum von Parma, doch eine Kopie ist im Antiquarium der Ausgrabungsstätte ausgestellt.
Das Forum und die Basilika
Das Herz der Stadt ist das Forum, ein rechteckiger, mit Sandsteinplatten gepflasterter Platz mit einem dreiseitigen Säulengang. Auf der Nordseite öffnet sich die Basilika, in der Recht gesprochen wurde. Das Tempelpodium überragt den Platz – man vermutet, dass es Rom und Augustus geweiht war. Die zwölf im Forum aufgereihten Basen von Ehrenstatuen vermitteln das Bild einer Stadt, die stolz auf ihren Status war.
Die Thermen und der Alltag
Die Thermenanlage liegt östlich des Forums: Calidarium, Tepidarium, Frigidarium mit dem noch sichtbaren Hypokausten-Heizsystem. In der Nähe wurden Amphoren, Öllampen und Münzen gefunden, die vom Alltag einer romanisierten Apennin-Gemeinschaft erzählen. Das Antiquarium sammelt die kleineren Funde: Keramik, Gläser, Fibeln und eine Reihe von Grabinschriften, die uns die Namen und Berufe der antiken Bewohner überliefern.
Velleia besuchen
Die Ausgrabungsstätte erreicht man von Lugagnano Val d'Arda (PC) aus über eine Panoramastraße, die zwischen Getreidefeldern und Eichenwäldern hinaufführt. Der Parkplatz ist kostenlos, der Eintritt in den Archäologiepark ist gratis oder kostet nur wenige Euro. An Sommerwochenenden ist das Antiquarium geöffnet; unter der Woche empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten zu prüfen. Vor Ort gibt es weder Bar noch Restaurant – nimm Wasser und einen Snack mit. Die absolute Ruhe ist Teil des Erlebnisses.
Eine stille Alternative
Während Pompeji jährlich Millionen Besucher empfängt, zählt Velleia nur wenige Tausend. Die Ruinen sind zwar weniger spektakulär, doch das Verhältnis zwischen Besucher und Ort ist unvergleichlich. Hier kann man sich an den Rand des Forums setzen, auf die Hügel blicken und sich das Leben eines Bergmunicipiums vorstellen – ohne Absperrungen, ohne Audioguides und ohne Schlangen. Das ist Undertourism in seiner reinsten Form.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Velleia Romana?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Velleia Romana è affollata?
Velleia Romana è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Velleia Romana?
Velleia Romana si trova in Lugagnano Val d'Arda, Piacenza.
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