Tharros, die Stadt, die sich das Meer bei Cabras zurückholt
Auf der Halbinsel Sinis in Sardinien ragen die Säulen von Tharros übers Meer – eine antike phönizisch-römische Stadt, die von der Zeit langsam abgetragen wird.
Foto: Norbert Nagel (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Es gibt Ruinen, die man besucht, und Ruinen, denen man zuhört. Tharros gehört zur zweiten Kategorie. Sie erhebt sich auf einer schmalen Landzunge, die in den Golf von Oristano hineinragt, am südlichen Ende der Halbinsel Sinis, etwa zehn Kilometer von Cabras entfernt. Hier zeichnen sich die dorischen Säulen des Tempels gegen das Blau des Mittelmeers ab, während der Mistral zwischen den gepflasterten Straßen einer Stadt pfeift, die fast drei Jahrtausende Geschichte durchlebt hat.
Gegründet wurde sie von den Phöniziern gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr., neben einem bereits bestehenden nuraghischen Dorf. Dann kamen die Punier, die sie befestigten, und die Römer, die sie ab 238 v. Chr. mit Thermen, Aquädukten und Straßen ausstatteten. In byzantinischer Zeit wurde sie Bischofssitz und erste Hauptstadt des Judikats von Arborea, bis Piratenüberfälle sie entvölkerten. Im Laufe des 11. Jahrhunderts wurde sie verlassen: Ihre Bewohner zogen ins Landesinnere und gaben so den Anstoß zum heutigen Oristano.
Das Besondere an Tharros aber ist, dass sie eigentlich nie ganz zu sterben aufgehört hat. Die den vorherrschenden Nordwestwinden ausgesetzte Westküste erleidet eine ständige Erosion: Das Meer nagt langsam an der Steilküste, und Stücke der antiken Stadt gleiten unter die Wellen. Man wandelt also über einen Ort, der bröckelt, wo die Grenze zwischen Land und Wasser eine fortwährende Verhandlung ist. Eine Erfahrung, die Respekt und Zurückhaltung einfordert.
Über das Vorgebirge wacht der Turm San Giovanni, errichtet zwischen dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert; von dort umfasst der Blick den gesamten Golf. Ganz in der Nähe haben sich die beiden Nekropolen und das Tophet erhalten, das phönizische Grabheiligtum: Orte, die eher Stille als Fotos verlangen.
Um sie wirklich zu genießen, wählt man Frühling oder Herbst, wenn das Klima mild und die Besucher wenige sind. Meidet den Hochsommer, wenn der nahe Strand von San Giovanni di Sinis einen Teil seiner Badegäste hierher spült. Kommt früh, geht langsam, bleibt auf den markierten Wegen: Tharros ist zerbrechlich, und jeder Schritt zählt.
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Anreise
Das archäologische Areal von Tharros liegt an der Spitze der Halbinsel Sinis, neben dem Ort San Giovanni di Sinis, in der Gemeinde Cabras. Mit dem Auto verlässt man die SS131 auf Höhe von Oristano, durchquert Cabras und folgt der Ausschilderung nach San Giovanni di Sinis, wo man in der Nähe des Eingangs parkt. Der zuständige Bahnhof ist Oristano; der nächste Flughafen ist Cagliari-Elmas, etwa anderthalb Stunden entfernt, alternativ Alghero oder Olbia.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Tharros?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Tharros è affollata?
Tharros è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Tharros?
Tharros si trova in Cabras (Oristano), Sardinien, Italien.
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Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Oristano ~14 km Luftlinie
- ✈️ Nächster Flughafen: Aeroporto di Oristano-Fenosu FNU ~17 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.