Oltrepò Pavese: langsamer Road Trip durch die Weindörfer
Das Oltrepò Pavese ist der Zipfel des Apennins südlich von Pavia, ein Weinbaugebiet eine Stunde von Mailand entfernt und dennoch authentisch und abseits des Rampenlichts. Ein langsamer Road Trip auf Kammstraßen, zwischen Weinbergen, Burgen und Apenninendörfern, in die der Massentourismus nie vorgedrungen ist.
Foto: Alessandro Vecchi (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Es gibt einen Zipfel der Lombardei, den nur wenige Mailänder wirklich kennen, obwohl er nur eine Stunde entfernt liegt. Es ist das Oltrepò Pavese, das hügelige und apenninische Gebiet, das sich jenseits des Po südlich von Pavia erstreckt: ein Netz aus Weinbergen, bewaldeten Kämmen und thronenden Dörfern, das seit Jahrhunderten Wein produziert und trotz der Nähe zur Stadt erstaunlich außerhalb der touristischen Kreisläufe geblieben ist. Keine Menschenmengen, keine belagerten Weingüter: nur ruhige Straßen, die zwischen den Hügeln auf und ab führen, perfekt für eine langsame Autoreise ohne festes Ziel, außer dem, zu entdecken.
Der Road Trip
Der beste Weg, es zu erleben, ist ein Road Trip ohne Eile entlang der Kammstraßen, die zwischen einem Tal und dem nächsten auf den Rücken verlaufen und weite Panoramen auf die Weinberge schenken. Man startet meist im hügeligen Streifen näher zur Ebene, wo die Rebreihen geordnet liegen, und steigt dann zum eigentlichen Apennin auf, wo die Landschaft wilder wird und die Wälder überhandnehmen. Unterwegs trifft man auf Dörfer, die einen Halt verdienen: Montalto Pavese und Santa Maria della Versa im Weinbaugebiet, dann die historischen Zentren wie Varzi, ein altes Bergdorf im oberen Tal, bekannt für seine Salami, und Zavattarello mit seinem Schloss, das das Tal beherrscht. Beim Wandern zwischen den Hügeln erblickt man Burgen, Pfarrkirchen und kleine Steinkerne, die von einem Grenz-Apennin erzählen, einem Übergangsland zwischen Lombardei, Piemont, Emilia und Ligurien.
Land des Weines
Das Oltrepò ist vor allem Wein. Es ist eines der historischen Weinbaugebiete Norditaliens, bekannt für seine Schaumweine und seine Hügel-Rotweine. In einem familiengeführten Weingut anzuhalten, oft in der Nebensaison nicht einmal mit Voranmeldung, ist integraler Bestandteil der Reise: Man plaudert mit denen, die den Wein machen, probiert, kauft ein paar Flaschen direkt beim Erzeuger. Am Tisch erzählt sich das Gebiet über seine Wurstwaren, die traditionellen Vorspeisen der Apennin-Küche und die Produkte einer noch bäuerlichen Erde. Es ist ein echter Enogastronomie-Tourismus, fern der Vitrinen, in dem das Verhältnis zu den Gastgebern direkt und offen ist.
Wie man hinkommt
Für die Anreise ist das Auto fast unverzichtbar und liefert auch den Sinn der Reise: Das Oltrepò erreicht man leicht von Mailand, Pavia oder den umliegenden Städten aus, und einmal in den Hügeln angekommen, bewegt man sich frei zwischen einer Panoramastraße und der nächsten. Die Hauptdörfer sind durch Nebenstraßen verbunden, die zum langsamen Fahren einladen, mit ständigen Stopps für eine Aussicht, ein Weingut oder einen Kaffee auf dem Platz. Erwartet keine große touristische Infrastruktur: Das ist gerade das Schöne. Es lohnt sich, einige Kurven und längere Fahrzeiten als erwartet einzuplanen, denn Entfernungen in Luftlinie werden auf den Kammstraßen länger.
Wann hinreisen
Die beste Zeit hängt vom Licht und den Farben der Hügel ab. Der Mai kleidet die Weinberge in leuchtendes Grün und füllt die Wiesen mit Blüten, mit idealem Klima für Autofahrten und kleine Spaziergänge zwischen den Rebreihen. Doch September und Oktober sind die Herzmonate: die Zeit der Weinlese, wenn die Weingüter voll in Betrieb sind, die Luft nach Most duftet und die Hügel in den warmen Herbsttönen aufleuchten. In diesen Monaten haben zudem die berühmtesten Ziele ihren Sommerhöhepunkt bereits erschöpft, während das Oltrepò, das nie echte Menschenmengen kennt, sich in aller Ruhe von seiner besten Seite zeigt.
Ein praktischer Rat: Ruf die Weingüter, die du besuchen willst, vorher an, vor allem wenn es kleine Familienbetriebe sind, denn Besichtigungen und Verkostungen werden oft nach Termin organisiert. Und lass Raum für Unvorhergesehenes im Programm. Das Oltrepò genießt man am besten, indem man langsamer wird, an einem nicht ausgeschilderten Aussichtspunkt hält, in ein Dorf hineingeht, nur weil es den Blick angezogen hat, die Einladung zu einem Plausch im Weingut annimmt. Es ist kein Ziel zum schnellen Abhaken, sondern ein Land, das man Glas für Glas, Kurve für Kurve auskostet.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Oltrepò Pavese?
Il periodo consigliato è Mai, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Oltrepò Pavese?
Oltrepò Pavese si trova in Oltrepò Pavese, Pavesischer Apennin, Italien.