Idanha-a-Velha: auf den Ruinen einer römischen Stadt im Nirgendwo wandeln
Ein Dorf mit hundert Seelen, erbaut über der römischen Stadt Egitânia, mit der größten Sammlung römischer Inschriften Europas und der ersten westgotischen Kathedrale der Halbinsel.
Foto: autore sconosciuto (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Idanha-a-Velha ist kein Museum: Es ist ein lebendiges Dorf, mit hundert Einwohnern, mit Hühnern, die zwischen den Ruinen scharren, mit alten Menschen, die in der Sonne vor den Türen sitzen. Doch unter jedem Vorplatz, jedem Garten, jedem Pflaster liegt eine andere Stadt: Egitânia oder Civitas Igaeditanorum, die 16 vor Christus gegründete römische Stadt, die tausende Menschen beherbergte und über Jahrhunderte ein wesentlicher Verkehrsknoten des Reiches war.
Die Stadt unter dem Dorf
Die Überreste von Egitânia tauchen überall auf, als könnte die Erde sie nicht bei sich behalten. Ein römischer Tempel, der Venus geweiht war – von dem nur der mittelalterliche Turm überlebt hat, den die Templer darauf errichteten. Ein Aquädukt. Die Fundamente von Thermen, Domus, Foren. Und vor allem die Inschriften: Idanha-a-Velha bewahrt die größte Sammlung römischer Inschriften ganz Europas, versammelt in einem Gebäude neben der Kathedrale, das als quasi offener Lapidarienpark dient.
Die westgotische Kathedrale
Die Sé de Idanha-a-Velha ist eines der geschichtsträchtigsten Bauwerke ganz Portugals. Errichtet auf den Resten einer altchristlichen Basilika des 4. Jahrhunderts, im 6.–7. Jahrhundert von den Westgoten wiederaufgebaut – als Egitânia Bischofssitz war –, gilt sie als die erste auf der Iberischen Halbinsel erbaute westgotische Kathedrale. Die Mauren machten sie zur Moschee, die Templer stellten sie als Kirche wieder her. Die Wände zeigen wiederverwendete römische Kapitelle, fragmentarische Mosaike und Inschriften in drei Sprachen.
Anreise
Idanha-a-Velha liegt wenige Kilometer von Monsanto und rund 280 Kilometer von Lissabon entfernt. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht: Das Auto ist notwendig. Die Ausgrabungsstätte ist frei zugänglich, das Lapidarium hat eingeschränkte Öffnungszeiten, doch die Informationstafeln im Freien ermöglichen einen selbstständigen und lohnenden Besuch. Frühling und Herbst sind die besten Jahreszeiten: Im Sommer brennt die Sonne unerbittlich auf der offenen Ebene.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Idanha-a-Velha?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Idanha-a-Velha è affollata?
Idanha-a-Velha è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Idanha-a-Velha?
Idanha-a-Velha si trova in Idanha-a-Velha, Castelo Branco, Portugal.