Spanien abseits der Touristenpfade: Dörfer, Inseln und Natur fernab des Massentourismus
Ummauerte Dörfer, versteckte Städte und seltene Landschaften: ein Leitfaden zu Spaniens wenig bekannten Reisezielen jenseits von Barcelona und den Balearen.
Foto: Luis García (Zaqarbal) (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Das Spanien, das Schlagzeilen macht, ist jenes der Proteste gegen den Overtourism: Anwohner in Barcelona, Palma und San Sebastián, die entkernter Altstädte und explodierender Mieten überdrüssig sind. Doch wer sich nur wenige Kilometer von den Hauptrouten entfernt, findet ein anderes Land, mit Dörfern aus rotem Stein, fast unbewohnten Inseln und einem Hinterland, in dem sich römische und mittelalterliche Geschichte ohne Schlange greifen lässt. Dies ist ein Leitfaden zu Spaniens wenig bekannten Reisezielen, geordnet für alle, die Dörfer, Natur und authentische Stadtwinkel suchen.
Ummauerte Dörfer
Beginnen wir mit den ummauerten Dörfern des Landesinneren – vielleicht das, was Spanien am besten kann. In Aragón ist Albarracín ein Labyrinth terrakottafarbener Häuser, das sich über dem Fluss Guadalaviar an einen Fels klammert, mit Mauern, die bis zum Torre del Andador emporsteigen: zwei Autostunden von Valencia entfernt und auch im Winter wunderschön, wenn das warme Licht den Stein entzündet. Nicht weit entfernt, in Kastilien-La Mancha, schwebt Cuenca mit seinen Casas Colgadas über der Leere zweier Schluchten: Die am Abgrund hängenden Häuser sind zum Symbol einer Stadt geworden, die erstaunlich ruhig geblieben ist. In Katalonien, fern des überfüllten Meeres, ist Siurana ein Balkon aus rotem Fels über dem Priorat, einer Region kraftvoller Weine und kurvenreicher Straßen, die Reisebusse abschrecken. Eine Stunde von Segovia entfernt schließt Maderuelo seine mittelalterlichen Mauern um eine Landzunge, die auf einen künstlichen See blickt: ein Dorf von wenigen hundert Einwohnern, in dem man durch Stille geht.
Natur und Inseln
Der überraschendste Naturort liegt in Kastilien und León: Las Médulas, UNESCO-Erbe nahe Ponferrada. Es ist, was von der größten Goldtagebauanlage des Römischen Reiches übrig geblieben ist: Die Römer trugen mit der ruina montium-Technik ganze Berge ab, und heute bleiben rostrote Gipfel und Schluchten zwischen jahrhundertealten Kastanien, gekrönt vom Aussichtspunkt Orellán. Wer Inseln ohne das Gedränge der Balearen sucht, dem seien die kleineren Kanaren empfohlen: La Graciosa, achte bewohnte Insel, erst 2018 anerkannt, ohne asphaltierte Straßen; El Hierro, entlegen und ideal für Trekking und Tauchen; La Palma, europäische Hauptstadt der Sternbeobachtung am Roque de los Muchachos. Vor Alicante bewahrt das winzige Tabarca seine Militäranlage aus dem 18. Jahrhundert innerhalb eines Meeresreservats. Auf dem Festland bieten die Fischerdörfer Asturiens – Cudillero, Lastres, Llanes mit seinem Binnenstrand Gulpiyuri – ein grünes, frisches Kantabrien, während Ronda und der Cabo de Gata das weniger postkartenhafte Andalusien zeigen.
Winkel Madrids
Dann gibt es ein Spanien abseits der Kreise, das sich in den großen Städten hinter einem Portal versteckt. In Madrid, am östlichen Rand, ist El Capricho der romantische Garten der Herzogin von Osuna, ignoriert von den Touristen, die den Retiro füllen. Unter der Plaza de Chamberí schlummert die Geisterstation Chamberí, 1966 geschlossen und heute Museum mit ihren originalen Werbefliesen. Im Herzen von La Latina ist der Jardín del Príncipe de Anglona ein Gemüsegarten aus dem 18. Jahrhundert, groß wie ein Hof, und in Malasaña überrascht die Kirche San Antonio de los Alemanes mit ihrem elliptischen, vollständig freskierten Grundriss.
Winkel Barcelonas
In Barcelona, wo die Sagrada Família aus allen Nähten platzt, lassen sich fast leere Orte aufspüren. Auf dem Montjuïc versammelt der Kaktusgarten Mossèn Costa i Llobera Hunderte Sukkulentenarten mit Blick auf den Hafen, und etwas höher steigt der modernistische Friedhof des Montjuïc in Terrassen zum Wasser hinab, zwischen Mausoleen im Liberty-Stil. Im Barri Gòtic überdauern in einem geschlossenen Innenhof die vier Säulen des Augustus-Tempels, einziger monumentaler Rest des römischen Barcino; zwei Minuten von der Plaça Catalunya bietet die romanische Kirche Santa Anna einen stillen Kreuzgang. Und in Poble-sec steigt der Refugi 307 in die Luftschutztunnel hinab, die die Nachbarn während des Bürgerkriegs mit den Händen gegraben haben: eine harte, notwendige Erzählung.
Ein praktischer Rat: Für viele dieser Ziele macht die Nebensaison den Unterschied – bei den Preisen wie beim Erlebnis. Albarracín im Januar, Las Médulas im Herbst zwischen den Kastanien, die kleineren Kanaren im Mai oder Oktober. Das Spanien abseits der Rankings ist nicht weniger schön als jenes der Bestenlisten: Es ist nur geduldiger und verlangt, dass man langsamer wird.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Spanien abseits der Touristenpfade?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Spanien abseits der Touristenpfade?
Spanien abseits der Touristenpfade si trova in Spanien.