Italien

Lombardei abseits der Pfade: verborgene Dörfer und wenig bekannte Orte fernab von Milano

Ungewöhnliche Orte der Lombardei: frühmittelalterliche Fresken, Klausen am See, Felsgravuren und geheime Innenhöfe, von Milano bis in die Täler und an die Seen.

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Foto: ho visto nina volare (CC BY-SA 4.0) — Flickr

Wenn man an die Lombardei denkt, kommen einem der Dom, die überfüllten Navigli und der Shopping-Trubel in Milano in den Sinn. Doch abseits der Schaufenster, und oft weniger als eine Stunde von der Stadt entfernt, gibt es eine Region aus Alpentälern, Voralpenseen und Ebenen, durchzogen von trägen Flüssen. Dieser Leitfaden zu den ungewöhnlichen Orten der Lombardei versammelt Ziele, an denen man ohne Warteschlange an der Kasse ankommt: zwölfhundert Jahre alte Fresken, an den Fels geklammerte Klausen, prähistorische Felsgravuren und Innenhöfe, die nicht einmal die Mailänder kennen. Sie lassen sich in einen Tagesausflug oder ein Wochenende einbauen, und fast alle sind mit dem Zug oder einer kurzen Autofahrt zu erreichen.

Das Varesotto

Wir beginnen im Varesotto, wo die Hügel einen der bedeutendsten Freskenzyklen des europäischen Frühmittelalters verbergen: die Fresken von Santa Maria foris portas in Castelseprio, erst 1944 unter späteren Schichten wiederentdeckt und heute Teil des UNESCO-Ensembles "Die Langobarden in Italien". Die Ausführung, wahrscheinlich orientalischer Hand, bewahrt eine Frische, die verblüfft, wenn man ihr in einer fast leeren Landkirche gegenübersteht. Ebenfalls in der Provinz Varese, aber am Ufer des Lago Maggiore, lohnt der Abstieg zur Eremo di Santa Caterina del Sasso, ein Kloster aus dem 13. Jahrhundert, das in eine Steilwand über dem Wasser eingelassen ist: Man erreicht es über eine Treppe oder einen in den Fels geschlagenen Aufzug, und der Blick vom Porticus entschädigt für die Mühe.

In Richtung Alpen

Weiter östlich, in der Provinz Lecco, belohnt ein weiterer Aufstieg jene, die ihn wagen: San Pietro al Monte oberhalb von Civate ist nur zu Fuß erreichbar, mit etwa einer Stunde Wanderweg, und gehört zu den höchsten Ausdrucksformen der lombardischen Romanik, mit Stuckarbeiten und Fresken, die wenige mit dieser Region verbinden. Weiter im Norden, im Valtellina und in den Bergamasker Tälern, wird die Lombardei entschieden alpin: Wer Felsgravuren sucht, findet im Felsen von Naquane im Val Camonica einen archäologischen Park — ebenfalls UNESCO, der erste italienische, der 1979 eingeschrieben wurde — mit Tausenden von Figuren, die die Camuner über Jahrtausende hinweg eingemeißelt haben: Jäger, Krieger, Karten und Symbole, die sich unter freiem Himmel lesen lassen.

Abwärts in die Ebene schenkt die Provinz Pavia eine stille Pause im Herzen der Universitätsstadt: die Kreuzgänge der Universität von Pavia, mit ihren Magnolien und den Bogengängen aus dem 16. Jahrhundert, sind ein öffentlich zugänglicher Raum, in dem Spallanzani und Volta studierten. Und genau an der westlichen Grenze der Region, an den Ufern des Ceresio, bewahrt das Baptisterium von Riva San Vitale ein Taufbecken aus dem 5. Jahrhundert: technisch liegt es im Kanton Tessin, gehört aber zur selben Kultur der lombardischen Seen und ist in wenigen Minuten von der Grenze aus erreichbar.

Winkel Milanos

Auch Milano hat überraschende Ecken für jene, die zu schauen wissen. Im Viertel der Navigli bewahrt der Vicolo dei Lavandai den überdachten Waschplatz, an dem bis zum frühen 20. Jahrhundert die Wäsche der Stadt gewaschen wurde, ein Fleckchen aus Holz und Stein, ganz nahe am Nachtleben. Wenige Häuserblocks vom Dom entfernt erzählen die Cinque Vie und die Ca' de Sass vom mittelalterlichen Milano und seinen steinernen Innenhöfen, während das Quadrilatero del Silenzio eine Schatzkammer von Liberty- und Déco-Palästen rund um die Via Mozart ist, perfekt für einen ziellosen Spaziergang. Und hinter dem Corso Magenta verbergen sich der Weinberg, den Ludovico il Moro Leonardo schenkte, und die Kirche San Maurizio, ganz und gar von Bernardino Luini ausgemalt.

Wer noch Tage übrig hat, dem bietet die Region viel mehr als diese Etappen. Einen Abstecher wert sind das Arbeiterdorf Crespi d'Adda, eine ebenfalls zum UNESCO-Erbe zählende Zeitkapsel des 19. Jahrhunderts; die ideale Renaissance-Stadt Sabbioneta im Mantovano mit ihrem sternförmigen Grundriss; Monte Isola im Iseosee, die größte Seeinsel Südeuropas, die man zu Fuß oder mit dem Rad umrundet; das Postdorf Cornello dei Tasso im Val Brembana; und die surreale Geisterstadt Consonno oberhalb von Lecco, unerfüllter Traum eines "Las Vegas der Brianza".

Praktische Hinweise

Der praktische Rat: Für die Bergorte und die Seen setzen Sie auf die schöne Jahreszeit und Werktage, während die städtischen Innenhöfe und Fresken das ganze Jahr über zu genießen sind und dann am besten wirken, wenn der Massentourismus anderswo ist. Fast alle diese Ziele verlangen nur einen Regionalzug und ein wenig Neugier — die ungewöhnliche Lombardei beginnt gleich hinter den Routen, die Sie bereits kennen.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Lombardei abseits der Pfade?

Il periodo consigliato è Juni, Juli e September, quando è meno affollata.

Dove si trova Lombardei abseits der Pfade?

Lombardei abseits der Pfade si trova in Italien.

Adatto a: Giugno Luglio Settembre

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