Rundweg im Val Grande, die Wildnis des Verbano
Im Verbano-Cusio-Ossola, einen Steinwurf vom Lago Maggiore entfernt, hütet der Nationalpark Val Grande das größte Wildnisgebiet Italiens: keine Straßen, keine ständigen Bewohner. Eine Wildnis ganz in der Nähe und doch fast unbekannt bei Wanderern.
Foto: Moroboshi (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Es ist eines der faszinierendsten Paradoxe der italienischen Alpen: In unmittelbarer Nähe zu den eleganten und belebten Ufern des Lago Maggiore gibt es ein Gebiet, das keine Straße durchzieht, in dem niemand mehr lebt und in dem man tagelang wandern kann, ohne auf ein Dorf zu stoßen. Der Nationalpark Val Grande im Verbano-Cusio-Ossola wird oft als das größte Wildnisgebiet Italiens bezeichnet. Und doch bleibt er gerade wegen seiner Rauheit wenig bekannt: Nur wenige Wanderer stellen sich ihm wirklich, und das macht ihn zu einer Welt für sich.
Das Gebiet
Das Val Grande ist kein hohes, aber ein tiefes und unwegsames Gebirge. Jahrhundertelang waren diese Täler Ort von Almwirtschaft und Subsistenz, dann ließ die Abwanderung Wald und Natur alles zurückerobern. Heute bleiben nur die Ruinen der Almen, die abgetretenen Saumpfade, die Namen der verlassenen Weiler. Sich auf einem Rundweg hindurchzubewegen bedeutet, in diese Stille einzutreten. Die klassischen Zugangspunkte liegen an den Rändern des Parks, in Orten wie Cicogna, dem Tor zum Val Grande und einem der letzten mit dem Auto erreichbaren Weiler, oder in den Gebieten von Premosello und Val Pogallo, die in die wilde Innenwelt führen. Von diesen Rändern führen die Wege hinein zu den historischen Almen und den verstecktesten Tälern.
Was dieses Trekking von fast jedem anderen unterscheidet, ist das völlige Fehlen von Infrastruktur, sobald man drinnen ist. Es gibt keine komfortablen Hütten in regelmäßigen Abständen, keine Bars, keine Straßen, von denen aus man sich abholen lassen könnte. Man schläft in spartanischen Biwaks oder in Almunterkünften, teilt sich das Wasser mit Bedacht ein und wandert auf Pfaden, die die Vegetation stellenweise zurückerobert. Die Markierung ist vorhanden, erfordert aber Aufmerksamkeit, und die unwegsame Natur zwingt einen dazu, die Gehzeiten nie zu unterschätzen. Es ist eine echte Wildnis, die mit der entsprechenden Haltung angegangen werden muss.
Anreise
Die Anreise ist scheinbar sehr einfach: Der Lago Maggiore und seine Orte liegen nahe und sind gut angebunden, und von den Ortschaften, die als Tor zum Park dienen, gelangt man in kurzer Zeit zu Fuß hinein. Doch gerade diese Nähe schafft den Kontrast: In einer halben Stunde wechselt man von den touristischen Ufern in das Herz der alpinen Einsamkeit. Für die Logistik empfiehlt es sich, auf die Orte am Verbano zurückzugreifen und die Zugangspunkte des Parks anzusteuern; die Straßen zu Toren wie Cicogna sind schmal und die Parkplätze begrenzt. Im Park selbst bewegt man sich natürlich nur auf den eigenen Beinen.
Die beste Reisezeit
Der richtige Zeitraum ist der Spätfrühling bis Frühsommer und der Frühherbst, ungefähr Juni und September. In diesen Monaten sind die Temperaturen erträglich, die Wege in besserem Zustand, und man vermeidet sowohl die sommerliche Schwüle der engen Täler als auch die Risiken der kürzeren, feuchten Tage. Das Val Grande leidet, das muss man sagen, fast nie unter Überfüllung: Seine unwegsame Natur und das Fehlen von Komfort wählen die Besucher von selbst aus. Auch an den Wochenenden der schönen Jahreszeit findet man schnell zurück in die Einsamkeit, wenn man über die Tore des Parks hinausgeht.
Geschichte und Verlassenheit
Besonders macht das Val Grande auch seine jüngere Geschichte. Diese Täler waren Schauplatz harter Ereignisse während des Krieges und, davor, Ort schwerster Arbeit für die Holzfäller und Hirten, die ihre Ressourcen nutzten. Dann hat die vollständige Verlassenheit der Natur erlaubt, alles zurückzuerobern und alte Almen in stille Lichtungen und Saumpfade in feine Spuren zu verwandeln. Hier zu wandern heißt auch, diese Parabel von menschlicher Präsenz und Rückkehr des Wilden zu lesen.
Ein praktischer Tipp, der hier auch eine Sicherheitsfrage ist: Plane jede Etappe sorgfältig und improvisiere die Übernachtungen nicht, denn die Unterkünfte sind wenige und spartanisch, und Autarkie ist die Regel. Bring genügend Wasser mit und informiere dich über die Quellen, prüfe das Wetter, denn bei Unwetter sind die Auswege lang, und lass jemanden immer deine Route wissen. Das Val Grande belohnt den, der es respektiert, mit einer Erfahrung, die nur wenige Kilometer von einem der touristischsten Seen Italiens entfernt unmöglich scheint: wirklich allein in der Natur zu sein.
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Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Rundweg im Val Grande?
Il periodo consigliato è Juni e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Rundweg im Val Grande?
Rundweg im Val Grande si trova in Nationalpark Val Grande, Verbano-Cusio-Ossola, Italien.