Pedraza, das kastilische Dorf, in dem Kerzen das elektrische Licht ersetzen
Pedraza ist ein mittelalterliches Dorf in Kastilien, in dem sich im Juli die Straßen mit tausenden Kerzen erleuchten, umgeben von perfekt erhaltenen Mauern.
Foto: Антон Зайцев (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Ein Kastilien außerhalb der Zeit
Pedraza ist der Traum aller, die das authentische mittelalterliche Spanien suchen. Dieses winzige, ummauerte Dorf in der Provinz Segovia – weniger als 400 Einwohner, ein einziger Zugang über die Puerta de la Villa – ist mit einer Perfektion erhalten, die es zu einem der schönsten Kastiliens macht. Doch in den Nächten der ersten beiden Samstage im Juli erreicht Pedraza seine höchste Magie: Bei den Conciertos de las Velas wird die elektrische Beleuchtung ausgeschaltet und tausende Kerzen erhellen die Straßen, Plätze und Fenster und verwandeln das Dorf in eine Vision aus anderen Zeiten.
Pedraza liegt rund 130 km von Madrid und 37 km von Segovia entfernt. Direkte öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht: Ein Auto ist unerlässlich. Von Segovia nimmt man die N-110 Richtung Nordosten. Von Madrid die Autobahn AP-61 bis Segovia und dann die Nebenstraße. Das Dorf ist vollständig Fußgängerzone: Geparkt wird außerhalb der Mauern.
Was man in Pedraza sehen sollte
Die Puerta de la Villa und die Mauern
Der Zugang zum Dorf erfolgt ausschließlich durch die Puerta de la Villa, einen mittelalterlichen Bogen zwischen zwei Türmen, der auch die einzige Öffnung in den Mauern ist. Diese Tatsache – ein ganzes Dorf, das nur von einem Punkt aus zugänglich ist – verleiht Pedraza einen Charakter von Abgeschiedenheit und Schutz, den man körperlich spürt. Die Mauern, die in einigen Abschnitten begehbar sind, umschließen einen städtischen Kern, in dem jedes Gebäude Jahrhunderte Geschichte erzählt.
Die Plaza Mayor
Die Plaza Mayor von Pedraza ist ein unregelmäßiges Rechteck aus Steinhäusern mit dunklen Holzbalkonen, Bogenarkaden und einem Turm, der einst als Gefängnis diente. Sie ist nicht monumental wie manche kastilischen Plätze, hat aber eine Intimität und Harmonie, die sie unwiderstehlich machen. Die Cafés unter den Arkaden servieren das Beste des lokalen kulinarischen Handwerks.
Das Castillo de Pedraza
Die Burg, am entgegengesetzten Ende des Dorfes zur Puerta gelegen, war Wohnsitz des Condestable de Castilla und später goldenes Gefängnis der Söhne König Franz' I. von Frankreich (Geiseln Karls V. nach der Schlacht von Pavia 1525). Heute ist sie ein Privatmuseum, das Werke des baskischen Malers Ignacio Zuloaga beherbergt, darunter ein bemerkenswertes Porträt der Herzogin von Alba. Die Ausblicke vom Turm auf die Cega-Schlucht sind spektakulär.
Die Kirchen und das mittelalterliche Gefängnis
Die romanische Kirche San Juan Bautista bewahrt ein schönes gemeißeltes Portal. Die alte cárcel (Gefängnis) am Platz ist heute ein kleiner Ausstellungsraum, der die Werkzeuge der mittelalterlichen Justiz zeigt – ein makabres, aber historisch faszinierendes Detail. Durch die Seitenstraßen zu schlendern, wo die Katzen auf den Fensterbänken dösen und die Eichentüren Adelswappen tragen, ist ein reines Vergnügen.
Was man essen sollte
- Lechazo asado: Milchlamm im Holzofen in einer Tonschüssel geröstet. Es ist das Königsgericht Kastiliens, und in Pedraza erreicht es Höhen der Perfektion. Das Fleisch ist zart, die Haut knusprig, der Duft umhüllend.
- Judiones de la Granja: riesige weiße Bohnen mit Chorizo, Morcilla (Blutwurst) und Schweineohr geschmort. Ein deftiges Wintergericht, das die Seele wärmt.
- Sopa castellana: Knoblauchsuppe mit altbackenem Brot, Paprika, pochiertem Ei und Schinken. Die Quintessenz der armen kastilischen Küche.
- Ponche segoviano: Süßspeise aus Biskuit mit Konditorcreme und Marzipan, Spezialität der Provinz Segovia.
Das Restaurante El Yantar de Pedraza gilt als eine der besten Adressen Kastiliens für Lechazo asado. Die Hostería de Pedraza am Platz bietet raffiniertere Küche in historischem Ambiente.
Wann hinfahren
Die besten Monate sind Mai, Juni, September und Oktober. Die Conciertos de las Velas (erste beiden Samstage im Juli) sind ein unvergessliches Erlebnis, erfordern aber sehr frühzeitige Buchung – die Plätze sind begrenzt und das Dorf füllt sich. Der kastilische Winter ist kalt, hat aber seinen Reiz, vor allem für einen Besuch mit Lechazo asado vor dem Kamin. Der Frühling bringt wilde Blüten in den umliegenden Feldern und perfekte Temperaturen zum Erkunden.
Die Perfektion der Einfachheit
Pedraza hat keine spektakulären Museen, keine berühmten Kunstwerke, keine Attraktionen, die allein die Reise rechtfertigen würden. Seine Schönheit liegt im Ganzen: in der architektonischen Kohärenz, in der Sauberkeit der Steine, in der Stille der Straßen, im Duft des gebratenen Lamms, der aus den Küchen dringt. Es ist ein Dorf, das gelebt werden will, nicht besichtigt, wo das wahre Souvenir die Erinnerung an einen Abend unter den Sternen ist, mit flackernden Kerzen und dem fernen Klang der Musik.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Pedraza?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, September e Oktober, quando è meno affollata.
Pedraza è affollata?
Pedraza è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Pedraza?
Pedraza si trova in Pedraza, Spanien.