Gennargentu-Massiv, Nuoro, Italien

Aufstieg zur Punta La Marmora im Gennargentu

Die Punta La Marmora im Gennargentu-Massiv ist der höchste Gipfel Sardiniens. Zwischen kargen Hochebenen und Mufflons ist es eine der am wenigsten besuchten Zonen der Insel: wer Strände sucht, steigt selten hier hinauf, ins wilde Herz der Barbagia in der Provinz Nuoro.

Foto di Gennargentu-Massiv, Nuoro, Italien — Aufstieg zur Punta La Marmora im Gennargentu

Foto: David Edgar (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons

Alle kennen das Meer Sardiniens, wenige kennen sein Dach. Die Punta La Marmora im Gennargentu-Massiv ist der höchste Gipfel der Insel, und dennoch bleibt sie einer der am wenigsten besuchten Orte eines Landes, das im Sommer im Sturm erobert wird. Während die Küsten sich füllen, herrschen hier Stille, vom Wind gepeitschte Hochebenen und Mufflons, die die Hänge überqueren. Wir sind im Herzen der Barbagia, in der Provinz Nuoro, in einem kargen und strengen Sardinien, das der Strand-Postkarte kaum ähnelt.

Der Aufstieg

Der klassische Aufstieg beginnt auf der Hochebene von Bruncu Spina, erreichbar aus dem Gebiet von Fonni, dem höchstgelegenen Dorf der Insel. Von hier führt ein Weg über Schotterpisten und Pfade hinauf zum Kamm, berührt zunächst die Nähe des Bruncu Spina, des zweithöchsten Gipfels des Massivs, und führt dann entlang der Hochebene bis zur Punta La Marmora, erkennbar am Steinhaufen und den Bauresten auf der Spitze. Der Weg verläuft größtenteils oberhalb der Baumgrenze in einer Landschaft aus Fels, hartem Gras und niederliegenden Wacholderbüschen, mit weiten Aussichten, die an klaren Tagen bis zum Meer auf beiden Seiten der Insel reichen.

Das Schöne an diesem Trekking ist gerade das Gefühl von Weite und Leere. Es gibt keine überfüllten Berghütten oder Schlangen auf den Wegen: man begegnet höchstens Hirten, halbwilden Pferden und, mit etwas Glück und Aufmerksamkeit, den Mufflons, die hier eine ihrer Hochburgen haben. Die Umgebung ist die einer mediterranen Hochebene, einzigartig in ihrer Art, wo die sardische Bergwelt ihren authentischsten und am wenigsten gezähmten Charakter zeigt.

Wie man hinkommt

Zur Anreise braucht es besser ein Auto: das Gebiet von Fonni und die Zugänge zur Hochebene werden nicht flächendeckend vom öffentlichen Verkehr bedient, und die Ausgangspunkte liegen an Bergstraßen. Von Nuoro fährt man ins Innere hinauf, erreicht Fonni und dann die Schotterstraßen, die zum Bruncu Spina führen. Der Aufstieg zur Punta La Marmora weist keine technischen Schwierigkeiten auf, ist aber eine echte Bergwanderung: sie erfordert trainierte Beine, geeignete Schuhe und Orientierungssinn, denn die Beschilderung ist rudimentär und in einigen Abschnitten verlieren sich die Wege zwischen Felsen und Weiden. Entfernungen und Höhenunterschiede bewältigt man am besten mit frühem Aufbruch und großzügig berechneter Rückzeit.

Wann fahren

Die richtige Zeit ist das Ende des Sommers und der Herbst, oder der Frühsommer, wenn die Hitze noch nicht drückt. Der Juni bietet lange Tage und noch grüne Wiesen, während September und Oktober klare Luft, angenehme Temperaturen und ein herrliches Licht auf den Hochebenen schenken. Im tiefen Juli und August machen Hitze und Schattenmangel den Aufstieg mühsam, und es ist auch die Zeit, in der die gesamte Aufmerksamkeit der Insel auf die Strände gerichtet ist: deshalb bleibt der Gennargentu gerade dann leer, wenn der Rest Sardiniens überfüllt ist. Hier hinaufzusteigen bedeutet, der Menschenmenge an der Küste den Rücken zu kehren und ein anderes Sardinien wiederzufinden.

Ein praktischer Rat: Bring reichlich Wasser mit, denn auf der Hochebene sind die Quellen rar und nicht immer verlässlich, und rechne auch im Sommer mit Wind und Temperaturschwankungen, mit einer zusätzlichen Schicht im Rucksack. Prüfe das Wetter, denn in der Höhe können die Wolken schnell aufsteigen und die Sicht auf einem Kamm nehmen, auf dem die Orientierung zählt. Wenn möglich, lass dich von jemandem begleiten, der die Gegend kennt, oder informiere dich gut im Dorf vor dem Aufbruch: die Barbagia belohnt Vorsicht mit einem der einsamsten und großartigsten Panoramen ganz Sardiniens.

Es lohnt sich, vor oder nach dem Aufstieg in den Dörfern des Inneren zu verweilen, um eine andere Seele der Insel zu erfassen. Fonni und die umliegenden Zentren bewahren pastorale Traditionen, Feste, Wandmalereien und eine Bergküche aus Käse, Brot und Fleisch, weit entfernt vom Strandbild. Es ist eine Welt, die noch von Transhumanz und einer engen Beziehung zur Bergwelt lebt und die den Ankömmling mit aufrichtiger Neugier aufnimmt. Den Aufstieg zur Punta La Marmora in eine breitere Reise durch die Barbagia einzubauen bedeutet, ein inneres Sardinien zu entdecken, das viele Besucher nicht einmal ahnen, aus Stille, Hochebenen und einer rauen, aber großzügigen Gastfreundschaft. Auch das macht den Gennargentu zu einer Erfahrung, die so anders ist als der Rest der Insel.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Aufstieg zur Punta La Marmora im Gennargentu?

Il periodo consigliato è Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Aufstieg zur Punta La Marmora im Gennargentu?

Aufstieg zur Punta La Marmora im Gennargentu si trova in Gennargentu-Massiv, Nuoro, Italien.

Adatto a: Giugno Settembre Ottobre

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