Geheimes Sardinien: 10 Orte, die dir die Costa Smeralda nicht zeigt
Weniger bekannte Nuraghen, Ortschaften im Landesinneren, nur zu Fuß erreichbare Buchten und ein sardisches Binnenland mit lebendiger Schäferkultur, Ritualbroten und den Bergleuten des Sulcis. Hier die Orte.
"Saluti dalla Sardegna" by Ferruccio Zanone is licensed under CC BY-SA 2.0. To view a copy of this license, visit https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/.
Das Sardinien der Reiseführer ist die Küste. Doch die Sarden leben im Landesinneren, das weit, still und archaisch ist. Fünftausend Nuraghen, fünfzig Ortschaften im Inland, eine in Italien einzigartige Bergbau-Archäologie und Küsten, die man noch immer nur zu Fuß erreicht. Hier zehn Orte.
1. Su Nuraxi bei Barumini und die Umgebung
Su Nuraxi (UNESCO-Welterbe) ist die meistbesuchte Nuraghe – zugleich die eindrucksvollste. Ganz in der Nähe die weniger bekannten Nuraghenkomplexe von Genna Maria und die heilige Quelle Santa Vittoria di Serri. Ein vollständiger archäologischer Nachmittag.
2. Die Barbagia und Orgosolo
Orgosolo, mit den politischen Wandmalereien der 68er-Bewegung und den Hirtentraditionen, ist das Tor zur Barbagia. Die Provinz Nuoro ist das tiefste Sardinien: Mamoiada mit seinen Karnevalsmasken (Mamuthones, Issohadores), Fonni – die höchste Ortschaft Sardiniens – und Ollolai, Dorf der Wolle und Webstühle.
3. Der Supramonte von Baunei und Cala Goloritzé
Die Küste des Golfo di Orosei bietet die wildesten Buchten Italiens. Cala Goloritzé, in eineinhalb Stunden über einen anspruchsvollen Pfad erreichbar, dazu Cala Mariolu und Cala Sisine. Abends kehrt man nach Baunei oder Santa Maria Navarrese zurück. Keine Straßen, keine Autos.
4. Die Bergbauküste des Sulcis
Iglesiente und Sulcis (Südwesten) besitzen eine in Italien einzigartige Industriearchäologie: die Grande Miniera von Serbariu, das bergbaugeschichtliche Iglesias, der Strand von Masua mit dem Pan di Zucchero. Buggerru mit der Geschichte des ersten italienischen Streiks (1904). Ein Sardinien des 20. Jahrhunderts.
5. San Salvatore di Sinis und das Geisterdorf
San Salvatore di Sinis ist ein Wallfahrtsdorf, das elf Monate im Jahr verlassen ist und nur für das Fest des Sant’Efisio wieder besiedelt wird. Weiße Häuser, frühchristliche Hypogäen unter der Kirche, eine Western-Atmosphäre. Ganz in der Nähe der Strand Is Aruttas mit „Reiskörnern“ aus weißem Quarz.
6. Alghero und mehr als Alghero
Alghero ist nur „geheim“, wenn man die spanischen Touristen nicht mitzählt. Doch das Hinterland ist nahezu unberührt: die Nuraghe Palmavera, die Grotta di Nettuno (Abstieg über die Escala del Cabirol am Capo Caccia) und katalanisch-sprachige Ortschaften wie Villanova Monteleone und Tinnura mit Wandmalereien.
7. Bosa und das Temo-Tal
Bosa ist vielleicht das fotogenste Dorf Sardiniens: bunte Häuser am Fluss Temo, die Burg der Malaspina, die Gerbereien des 19. Jahrhunderts. Die Küstenstraße Bosa-Alghero zählt zu den spektakulärsten des Mittelmeers. Am Morgen, ohne Verkehr.
8. Die Giara di Gesturi und die Wildpferde
Die Giara di Gesturi ist ein Basalt-Hochplateau, auf dem noch die Wildpferde der Giara leben, die einzige autochthone Rasse Sardiniens. Ein einzigartiges Ökosystem mit Paulis (saisonalen Wasserspiegeln) und Korkeichenwäldern. Absolute Stille.
9. Cagliari jenseits des Poetto
Das Viertel Marina, der Castello-Bezirk und vor allem die Basilika San Saturnino (frühchristlich, 5. Jahrhundert) sind das Cagliari, das die Einheimischen kennen. Der Strand des Poetto ist komfortabel, doch die Altstadt bewahrt eine intakte arabisch-katalanische Atmosphäre.
10. Das Sardinien der Wolle und der Ritualbrote
Kein Ort, sondern ein Thema. Samugheo für die Teppiche, Ittiri für die Pani di Sapa, Aggius mit seinem Banditismus-Museum, Osilo für die Masken. Eine ethnographische Route durch das Landesinnere ist so viel wert wie jede Küstentour.
Wie plane ich die Reise?
Sardinien ist groß: 300 km von Nord nach Süd. Wähle eine Seite. Für eine Woche: Norden (Alghero plus Bosa plus Sassari plus Costa dei Corsari), Osten (Baunei plus Supramonte plus Cala Gonone), Süden (Cagliari plus Sinis plus Sulcis) oder Inland (Barbagia plus Barumini plus Nuoro). Nicht alles auf einmal.
Wann fahren?
Mai bis Juni und September bis Mitte Oktober. Juli und August sind sehr heiß, die Küstenstraßen verstopft. Der April ist wunderschön für das Landesinnere (die Barbagia blüht).
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Geheimes Sardinien?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Geheimes Sardinien è affollata?
Geheimes Sardinien è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Geheimes Sardinien?
Geheimes Sardinien si trova in Sardinien, Italien.