Radweg im inneren Sardinien: die Barbagia auf zwei Rädern
Entdecken Sie die Barbagia mit dem Fahrrad: eine 150-km-Route zwischen Hochebenen, Steineichenwäldern, vergessenen Nuraghen und Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben ist.
Foto: mitra-houchmand (CC BY 4.0) — Wikimedia Commons
Die Barbagia mit dem Fahrrad: durch das geheime Herz Sardiniens radeln
Wenn man an Sardinien denkt, stellt man sich weiße Sandstrände und türkisfarbene Wässer vor. Doch das Herz der Insel schlägt anderswo, in den Hochebenen der Barbagia, wo die Berge des Gennargentu eine antike Welt schützen: jahrtausendealte Steineichenwälder, einsame Nuraghen und Steindörfer, in denen die Alten noch Logudorese-Sardisch sprechen. In der Barbagia zu radeln ist eine Erfahrung, die keiner anderen in Italien gleicht: die Straßen sind menschenleer, die Panoramen grandios, und die Gastfreundschaft ist die eines Landes, das die Küste und ihre Touristen stets mit Argwohn betrachtet hat.
Die Route: 150 km in 4 Tagen
Tag 1: Fonni – Desulo (35 km)
Man startet in Fonni, der höchstgelegenen Gemeinde Sardiniens auf 1.000 Metern. Der Ort ist ein guter Stützpunkt zur Akklimatisierung: ein kleiner Supermarkt, ein paar Bars und eine Atmosphäre, die mehr an den Apennin als an eine Mittelmeerinsel erinnert. Die Straße nach Desulo steigt und fällt zwischen Weiden und Eichenwäldern, mit Ausblicken, die an klaren Tagen bis zum östlichen Meer reichen. In Desulo, dem für seine Kastanien- und Haselnussproduktion bekannten Bergdorf, schläft man in einem der Agriturismi, die Abendessen mit eigenen Produkten anbieten.
Tag 2: Desulo – Aritzo – Tonara (40 km)
Der aus Höhenmetersicht anspruchsvollste Abschnitt, mit zwei bedeutenden Anstiegen. Von Desulo geht es hinab nach Aritzo, altem Ferienort mit schönem historischem Ortskern aus Schiefer und einem völkerkundlichen Museum. Von Aritzo steigt man wieder nach Tonara auf, in der gesamten Insel berühmt für seinen handwerklichen Torrone. Die Torrone-Werkstätten sind das ganze Jahr über geöffnet, und es lohnt sich, ein paar Stücke mitzunehmen. Die Straße durchquert den Wald von Uatzo, einen der ausgedehntesten Steineichenwälder Europas.
Tag 3: Tonara – Sorgono – Atzara (40 km)
Von Tonara geht es hinab nach Sorgono, wo die alte Trasse des Trenino Verde eine alternative Schotterroute bietet (nur mit MTB oder Gravel befahrbar). Sorgono ist ein guter Versorgungspunkt mit Geschäften und Apotheke. Man fährt weiter nach Atzara, einem Dorf, das eine einzigartige Weintradition bewahrt: den Mandrolisai, einen robusten Rotwein aus einem Verschnitt von Bovale, Cannonau und Monica, den es nur hier gibt. Die lokalen Kellereien verkaufen Flaschen für wenige Euro.
Tag 4: Atzara – Laconi – Nuraghe Arrubiu (35 km)
Die letzte Etappe führt allmählich nach Süden hinab. In Laconi ist der Aymerich-Park eine grüne Oase mit Wasserfällen und Grotten rund um ein Baronspalais. Weiter geht es bis zum Nuraghe Arrubiu, der größten Nuraghe Sardiniens, mit fünf Türmen und einer Bastion aus rotem Stein, die den Namen rechtfertigt (arrubiu bedeutet auf Sardisch rot). Die Stätte ist wenig besucht und lässt sich in Ruhe erkunden.
Praktische Informationen
Schwierigkeit und empfohlenes Fahrrad
Mittelschwere Strecke wegen der Gesamthöhenmeter (etwa 2.500 Meter auf 4 Tage verteilt) und einiger anspruchsvoller Anstiege. Die Straßen sind asphaltiert, aber oft schmal und kurvenreich. Empfohlen wird ein Gravel- oder MTB-Rad mit leichten Übersetzungen. Das E-Bike ist eine kluge Option für alle, die die Anstiege nicht gewöhnt sind. Achtung: in der inneren Barbagia gibt es keine Fahrradwerkstätten — nehmen Sie ein komplettes Reparaturkit mit.
Wann hinfahren
Die idealen Monate sind Mai, Juni, September und Oktober. Der Sommer ist heiß, aber erträglicher als an der Küste dank der Höhe. Der Winter ist kalt mit möglichem Schneefall über 1.000 Metern. Der Frühling schenkt die Zistrosenblüte, der Herbst die Farben der Wälder und die Mandrolisai-Lese.
Was mitnehmen
- Reichlich Wasservorrat (mindestens 2 Trinkflaschen): Brunnen gibt es nicht überall
- Energiereiche Nahrung für die Abschnitte ohne Versorgung
- Komplettes Reparaturkit mit Ersatzreifen
- Zwiebellook: die Tag-Nacht-Temperaturschwankungen sind beträchtlich
- Bargeld: mehrere Betriebe akzeptieren keine Karten
Wo schlafen und essen
Jedes Dorf hat mindestens einen Agriturismo oder ein B&B. Die Preise sind die niedrigsten Sardiniens und die Qualität des Essens ist hochwertig: Culurgiones, Porceddu, frischer Pecorino, hausgemachtes Pane Carasau. Man isst oft mit den Gästen des Hausherrn zusammen, in einer geselligen Atmosphäre, die keine Entsprechung im organisierten Tourismus hat. Mindestens einen Tag vorher buchen, denn die Häuser sind klein.
Anreise und Logistik
Fonni erreicht man mit dem Auto von Nuoro (30 km) oder von Cagliari (zweieinhalb Stunden). Der öffentliche Nahverkehr im Inneren Sardiniens ist begrenzt: die ARST-Busse verbinden Nuoro mit den Dörfern der Barbagia, jedoch mit reduzierten Fahrzeiten und ohne garantierten Fahrradplatz. Die praktischste Lösung ist die Anreise nach Nuoro mit dem Fahrrad im Schlepptau (Fähre von Civitavecchia oder Livorno nach Olbia, dann Zug nach Macomer und Bus) oder Miete vor Ort. In Nuoro kann der Laden Cicli Ferreli MTB und Gravel vermieten. Ausreichend Bargeld mitnehmen: Bankautomaten gibt es nur in den größeren Zentren wie Sorgono und Tonara.
Warum in der Barbagia radeln
Die Barbagia mit dem Fahrrad ist nicht für jeden: die Anstiege sind echt, die Dienste knapp, und wer Bequemlichkeit sucht, bleibt besser an der Küste. Aber für den, der die Herausforderung annimmt, ist die Belohnung eine Reise in ein Sardinien, das einem anderen Jahrhundert anzugehören scheint, in dem der Tourist noch ein Gast und kein Kunde ist, und in dem abends nach einem Tag im Sattel an einem Holztisch mit Blick auf die ältesten Berge Europas gegessen wird.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Radweg im inneren Sardinien?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Radweg im inneren Sardinien è affollata?
Radweg im inneren Sardinien è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Radweg im inneren Sardinien?
Radweg im inneren Sardinien si trova in Barbagia, Sardinien.