Gairo Vecchio: das rote Geisterdorf, verborgen in den Bergen der Ogliastra
Ein in den 1950er Jahren wegen Überschwemmungen aufgegebenes Dorf aus roten Häusern, eingebettet in eine Schlucht der sardischen Ogliastra: die meistfotografierte Ruine der Insel.
Foto: trolvag (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Gairo Vecchio ist ein verlassenes Dorf in der Ogliastra, an der Ostküste Sardiniens. Es wurde in den fünfziger Jahren nach einer Reihe von Überschwemmungen evakuiert, die den Boden, auf dem es stand, unstabil machten. Die Bewohner zogen zunächst nach Gairo Sant'Elena und dann nach Gairo Taquisara, während das alte Dorf leer zurückblieb — mit seinen Häusern aus rotem Stein, die sich die Natur langsam zurückerobert.
Man erreicht es über eine Straße, die von der Landstraße hinabführt, und der Anblick ist eindrücklich: Das Dorf liegt eingebettet in einer tiefen Schlucht, mit Wänden aus rotem Schiefer, die zu beiden Seiten aufragen. Die Häuser haben dieselbe Farbe wie der Fels — ein tiefes Ziegelrot, das im Abendlicht ins Orange kippt. Die Vegetation hat alles erobert: Feigenkakteen wachsen durch die Fenster, Kletterpflanzen umhüllen die Mauern, Bäume sprießen aus eingestürzten Dächern.
Man geht vorsichtig zwischen den Ruinen umher — einige Gebäude sind einsturzgefährdet — und erkundet eine Art wilden Garten, der einst ein Dorf war. Die Kirche ist noch erkennbar, mit stehenden Umfassungsmauern und einer Apsis, die sich zur Schlucht hin öffnet. Die Straßen sind gepflastert und begehbar, steinerne Stufen führen von einer Ebene des Dorfes zur nächsten.
Die Stille ist vollkommen. Man hört die Vögel, den Wind in der Schlucht, das Rascheln der Eidechsen zwischen den Steinen. In der Nebensaison ist man völlig allein — eine seltene und intensive Erfahrung an einem Ort, der wie die Kulisse eines postapokalyptischen Films wirkt, gedreht von der Natur selbst.
Von Gairo Vecchio aus kann man weiter zu den Tacchi d'Ogliastra fahren, Kalksteinformationen, die wie natürliche Türme aus der Landschaft ragen. Das Gebiet gehört zu den wildesten Sardiniens, mit wenigen Straßen, wenigen Bewohnern und einer Landschaft, die zwischen Macchia und Steineichenwäldern wechselt.
Die beste Zeit sind Frühling und Herbst. Im Sommer ist die Hitze in der Schlucht erdrückend. Der Besuch dauert ein paar Stunden, doch die Ogliastra verdient mindestens zwei Tage.
Gairo Vecchio ist die Art von Ort, an den man sich wegen der Farben erinnert: das Rot des Steins, das Grün der invasiven Vegetation, das Blau des Himmels durch die eingestürzten Dächer. Ein Geisterdorf, das die Natur langsam in ein Kunstwerk verwandelt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Gairo Vecchio?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Oktober e November, quando è meno affollata.
Gairo Vecchio è affollata?
Gairo Vecchio è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Gairo Vecchio?
Gairo Vecchio si trova in Gairo, Ogliastra, Sardinien, Italien.
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