Corinaldo, die Mauern über der Schlucht und der Ort der heiligen Maria Goretti
Corinaldo hat die spektakulärsten mittelalterlichen Mauern der Marken: Sie laufen am Rand einer Schlucht entlang. Der Geburtsort einer Heiligen, vergessen von den touristischen Rundreisen.
Foto: autore sconosciuto — Wikimedia Commons
Es gibt einen bestimmten Punkt in Corinaldo, an dem die mittelalterlichen Mauern über der Leere zu schweben scheinen. Der Wehrgang läuft am Rand einer Dutzende Meter tiefen Schlucht entlang, und beim Blick nach unten sieht man den Wald des Grabens in den Schatten verschwinden. Corinaldo, 4.800 Einwohner in der Provinz Ancona, ist eines der am besten erhaltenen Dörfer der nördlichen Marken, mit einem fast vollständig erhaltenen Mauerring aus dem 15. Jahrhundert, der – eine große Seltenheit – die „Piazza del Pozzo“ einschloss, einen öffentlichen Raum innerhalb der Mauern mit einem noch funktionierenden Brunnen in der Mitte.
Die Mauern und der Wehrgang
Das Verteidigungssystem von Corinaldo wurde zwischen 1482 und 1490 im Auftrag der Signoria von Mailand errichtet und später von den Della Rovere perfektioniert. Der Wehrgang auf den Mauern ist fast vollständig begehbar: Man beginnt am Tor Valadè, steigt auf die Türme, überquert den kühnsten Abschnitt über der Schlucht und gelangt zur „Scaletta“ – der Fischgräten-Treppe, die zum fotografischen Wahrzeichen des Dorfes geworden ist. Man braucht weder Führer noch Ticket: Die Mauern sind geöffnet und zugänglich. Eine vollständige Runde dauert etwa 45 Minuten.
Die heilige Maria Goretti und die diskrete Pilgerfahrt
Corinaldo ist der Geburtsort von Maria Goretti, 1950 von Pius XII. vor einer riesigen Menschenmenge heiliggesprochen. Das ihr gewidmete Heiligtum liegt im Ort und zieht Pilger aus ganz Italien an, besonders am 6. Juli, dem Tag des Martyriums. Es ist keine Massenwallfahrt: Es ist ein ruhiger, familiärer Strom, der den alltäglichen Charakter des Dorfes nicht verändert. Das an das Heiligtum angrenzende Museum erzählt die Geschichte der Familie Goretti mit einer bewegenden Schlichtheit.
Die Gastronomie und die Sapa
Das charakteristischste typische Produkt von Corinaldo ist die „Sapa“, ein gekochter Most aus Montepulciano-Trauben, so lange reduziert, bis er zu einem dichten und süßen Sirup wird, historisch als Süßungsmittel vor dem Zucker verwendet. Heute wird sie auf Süßspeisen, gereiften Käse und Fleisch verwendet: Sie hat einen komplexen Geschmack zwischen karamellig und tanninhaltig, der nichts Bekanntem ähnelt. Man findet sie in den Läden des Dorfes für etwa 6–8 Euro pro Glas zu 250 Gramm. Die Crescia al formaggio – das osterliche Brot der Marken – ist ausgezeichnet in den Bäckereien des Zentrums.
Anreise und Reisezeit
Corinaldo ist 25 Kilometer von Senigallia und etwa 40 von Ancona entfernt. Es gibt eine Busverbindung von Senigallia, aber die Fahrzeiten sind lang. Der ideale Besuch verbindet sich mit einem Aufenthalt an der Adriaküste, mit einem Abstecher ins Hinterland. Die beste Zeit ist Frühling und Herbst; im Sommer kann die Hitze intensiv sein, doch die Mauern spenden Schatten und Kühle. Der Ort ist lebendig und belebt: kein Museumsdorf, sondern ein echter Ort, in dem man lebt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Corinaldo?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Corinaldo è affollata?
Corinaldo è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Corinaldo?
Corinaldo si trova in Corinaldo, Ancona, Italien.
Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Marotta Mondolfo ~15 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.