Furlo-Schlucht, wo sich der Apennin wie eine römische Wunde öffnet
Die Furlo-Schlucht ist ein geologischer Riss im marchigianischen Apennin, durchquert von einem Tunnel, den die Römer gegraben haben. Natur und Geschichte in einer vertikalen Landschaft.
Foto: Perpaulo40 (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Es gibt Orte, an denen sich Geschichte und Geologie so offensichtlich überlagern, dass sie einem den Atem rauben. Die Furlo-Schlucht ist einer davon: eine schmale Klamm im Herzen des Apennins von Pesaro, wo der Fluss Candigliano über Jahrtausende den Kalkfels erodiert hat, bis eine Spalte entstand, die an manchen Stellen nicht mehr als zwanzig Meter Breite misst, mit Wänden, die zweihundert Meter aufsteigen. Und in dieser Klamm, von römischen Soldaten im Jahr 77 n. Chr. auf Befehl von Kaiser Vespasian in den lebenden Fels gehauen, liegt noch immer der Tunnel der Via Flaminia, der den Berg durchquert.
Der römische Tunnel und die Via Flaminia
Der römische Durchstich am Furlo misst 38 Meter Länge und gut fünf Meter Höhe: klein nach modernen Maßstäben, außergewöhnlich für die der Antike. Die Straße, die hindurchführt, ist noch befahrbar - es gibt keinen Schwerverkehr, doch der Asphalt trägt die Spuren jahrtausendealter Abnutzung, und die Felswände schwitzen Feuchtigkeit aus. Neben dem augusteischen Tunnel sieht man die Spur einer früheren Öffnung, die Flaminius selbst im 3. Jahrhundert v. Chr. angelegt hatte, enger und niedriger: zweitausend Jahre technische Schichtung auf rund dreißig Metern Fels.
Das Naturschutzgebiet und der Steinadler
Das Naturschutzgebiet Furlo schützt ein Gebiet von rund 3.600 Hektar, das die Schlucht, die umliegenden Wälder aus Flaumeichen und Hainbuchen und die Kalksteinfelsen umfasst, in denen ein Steinadlerpaar dauerhaft nistet - eine der seltensten und wertvollsten Präsenzen der Vogelwelt der Marken. Das Besucherzentrum des Reservats im kleinen Ort Furlo verteilt Wegkarten kostenlos. Der eindrucksvollste Pfad ist jener, der an den Wänden der Schlucht bis zum Aussichtspunkt auf den Furlo-See hinaufführt, einen Stausee, der die Morphologie des Talbodens verändert hat, ohne die Dramatik der Landschaft anzutasten.
Fischerei, Forellen und Stille
Der Candigliano zählt zu den saubersten Flüssen der Marken, und der Furlo-See ist für die Forellenfischerei berühmt: An manchen Herbstmorgen trifft man Angler mit ihrer Rute am Ufer, völlig allein, in einer Stille, die nur vom Wind in den Felsen unterbrochen wird. Die Restaurants des kleinen Ortes Furlo bieten Forelle auf verschiedene Arten - gegrillt, in der Folie, in Carpione -, zu Preisen, die selten 18-20 Euro für einen vollständigen Hauptgang übersteigen.
Anreise
Die Schlucht liegt an der SS73bis zwischen Fossombrone und Acqualagna, rund 25 Kilometer von Fano entfernt. Es gibt keinen großen Parkplatz: Am besten stellt man das Auto am Straßenrand in der Nähe des Besucherzentrums ab. Die besten Monate sind April-Mai und September-Oktober; im Sommer wird die Schlucht von Wanderern besucht, ist aber nicht überfüllt. Im Winter, wenn der Nebel aus dem Fluss aufsteigt, hat sie eine unvergleichlich gotische Atmosphäre.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Furlo-Schlucht?
Il periodo consigliato è April, Mai, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Furlo-Schlucht è affollata?
Furlo-Schlucht è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Furlo-Schlucht?
Furlo-Schlucht si trova in Furlo-Schlucht, Pesaro und Urbino, Italien.