Der Vinschger Bahn zwischen Apfelbäumen und Abteien
Von Meran nach Mals in Südtirol führt eine Panoramabahn durch das trockenste Tal der Alpen zwischen Obstwiesen und dem Kloster Marienberg. Die langsame und stille Alternative zu den überlaufenen Tälern Gröden und Pustertal.
Foto: Llorenzi (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Wer an Südtirol denkt, hat sofort die überfüllten Dolomiten des Grödnertals oder die Pisten des Pustertals vor Augen. Nur wenige Reisende wissen, dass es ein anderes Tal gibt, abgelegen und lichtdurchflutet, in dem man sich am besten nicht mit dem Auto, sondern mit dem Zug fortbewegt. Der Vinschgau erstreckt sich westlich von Meran und ist das trockenste und sonnenreichste Tal des gesamten Alpenbogens: wenig Regen, klarer Himmel, Obstwiesen so weit das Auge reicht. Die Bahnstrecke, die es durchquert, wurde nach Jahren der Stilllegung wieder eröffnet und ist zu einem kleinen Modell nachhaltiger und langsamer Mobilität geworden – und schenkt genau deshalb eine Reise, die die berühmteren Täler nicht mehr bieten.
Die Etappen der Strecke
Die Strecke verbindet Meran mit Mals und durchquert dabei den gesamten Vinschgau. Man startet zwischen den Weinbergen und Apfelplantagen des unteren Vinschgaus und steigt sanft entlang der Etsch auf. Der Zug hält in vielen Orten des Tals – und genau das macht seinen Reiz aus: Man kann aussteigen, wo man möchte, und mit dem nächsten Zug weiterfahren. Zu den lohnenden Zwischenhalten zählen Naturns, Schlanders und das mittelalterliche Städtchen Glurns mit seiner intakten Stadtmauer – eine der kleinsten und am besten erhaltenen ummauerten Städte der Alpen. Etwas weiter, in der Gemeinde Mals, erreicht man das Kloster Marienberg, das höchstgelegene Benediktinerkloster Europas, an den Hang geschmiegt mit seinen Fresken und seiner Krypta. Und im oberen Vinschgau, nahe der Endstation, findet sich der berühmte Kirchturm, der aus den Wassern des Reschensees ragt – das Sinnbild des Vinschgaus.
Zug und Fahrrad
Die Art zu reisen ist hier besonders: Der Zug ist auf das Zusammenspiel mit dem Fahrrad ausgelegt. Durch das Tal führt ein sanfter Radweg, größtenteils in leichtem Gefälle von Mals in Richtung Meran, und es ist gängige Praxis, mit dem Zug ins obere Tal zu fahren und mühelos durch die Obstwiesen zurückzuradeln. Die Züge sind für den Fahrradtransport ausgerüstet. Wer nicht radeln möchte, kann einfach das Fenster genießen: Das Tal zieht vorbei mit ordentlich gepflanzten Apfelbäumen, Burgen, Höfen und Kirchtürmen.
Für die Anreise erreicht man Meran mit dem Zug über den Knotenpunkt Bozen und setzt dort auf die Vinschger Linie um; die gesamte Region ist gut angebunden, und die lokalen Mobilitätskarten machen die Kombination aus Zug, Rad und Bus einfach. Das Auto braucht man nicht, im Gegenteil: sich davon zu befreien, ist Teil des Vergnügens. Es empfiehlt sich, die Fahrpläne zu prüfen, besonders außerhalb der Saison, wenn sie ausdünnen, und die Fahrradstellplätze zu Spitzenzeiten.
Der Vinschgau hat auch einen historischen und kulturellen Charakter, der ihn von den Nachbartälern abhebt. An den Hängen begegnet man romanischen Kirchen, einsamen Höfen und Burgen, die einst die Handelswege zum Reschenpass und in die Gebiete jenseits der Alpen kontrollierten. Glurns mit seinen Mauern, Türmen und Laubengängen ist ein unversehrtes Zeugnis einer alpinen Kaufmannsstadt; das Kloster Marienberg bewahrt einige der ältesten mittelalterlichen Fresken der Region. Auch Sprache und Traditionen haben hier ihre eigenen Nuancen – Frucht der Grenzlage. All das genießt man am besten im Rhythmus des Zuges, indem man aussteigt, wo man möchte, und ohne den Gedanken an Parkplatz oder Autofahrt weiterzieht.
Wann hinfahren
Die beste Zeit sind Frühling und Herbst. April und Mai schenken die Apfelblüte, wenn sich das Tal in Weiß und Rosa hüllt – ein stilles und seltenes Schauspiel. Der Oktober bringt das warme Licht der Apfelernte und die Farben der Wälder an den Hängen. Es sind auch die Monate, in denen der Vinschgau ruhig bleibt: Sommer und Winter konzentrieren die Besucher, während die Orte in den Übergangszeiten zu ihrem Rhythmus zurückfinden und die Züge halb leer fahren. So erfasst man den wahren Charakter des Tals, fern vom Trubel der berühmteren Dolomitentäler.
Reisetipps
Ein praktischer Rat: Behandeln Sie den Vinschgau nicht als vorbeiziehende Fensteransicht, sondern bauen Sie den Tag um die Halte herum auf. Wählen Sie zwei oder drei Zwischenstopps, etwa Glurns und das Kloster Marienberg, und nehmen Sie sich Zeit zu Fuß, ohne Fahrplanhektik – denn ein weiterer Zug wird kommen. Wer Fahrrad liebt, fährt hinauf ins obere Tal und lässt sich vom sanften Gefälle durch die Obstwiesen zurücktreiben: eine fast mühelose Art, ein ganzes Alpental zu erleben. Kleiden Sie sich im Zwiebellook, denn zwischen dem sonnigen Talboden und den Höhen der Klöster ändert sich die Temperatur, und halten Sie die Kamera bereit: Die kultivierte Landschaft ist hier untrennbarer Teil der Schönheit.
Praktische Führer für Bozen
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Der Vinschger Bahn zwischen Apfelbäumen und Abteien?
Il periodo consigliato è April, Mai e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Der Vinschger Bahn zwischen Apfelbäumen und Abteien?
Der Vinschger Bahn zwischen Apfelbäumen und Abteien si trova in Vinschgau, von Meran nach Mals, Bozen, Italien.