Počitelj, das osmanische Dorf an der Neretva, das die Zeit vergessen hat
Dreißig Kilometer von Mostar entfernt klammert sich ein ummauertes Dorf aus dem 15. Jahrhundert an den Felsen über der Neretva, als seien die Jahrhunderte nie vergangen.
Foto: Golden Bosnian Lily (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Dreißig Kilometer südlich von Mostar, am linken Ufer der Neretva, liegt ein Dorf, das erbaut zu sein scheint, um vergessen zu werden. Počitelj erhebt sich auf einem Kalksteinsporn, der zum Fluss abfällt, umgeben von dicken Mauern und Wachtürmen, die auf das 15. Jahrhundert zurückgehen: ein Freilichtmuseum, das seine stille Existenz zwischen wilden Feigenbäumen und dem Duft des vom Fels verbrannten Grases führt. Es besuchen ihn die Touristen, die aus dem durchfahrenden Bus auf der Straße Mostar–Metković aussteigen, zwanzig Minuten verweilen und wieder abfahren. Wer länger bleibt, versteht, dass dieser Ort Stunden verdient, nicht Minuten.
Von den Mauern Tvrtkos I. bis zu den osmanischen Fresken
Die ersten Verteidigungsstrukturen von Počitelj wurden vermutlich um 1383 vom bosnischen König Tvrtko I. als Vorposten am Neretva-Korridor errichtet. 1471 fiel das Dorf nach kurzem Widerstand in osmanische Hand und blieb bis 1878 im Reich. In dieser Zeit erhielt Počitelj seine endgültige Gestalt: die im 17. Jahrhundert erbaute Moschee von Hadži Alija mit ihrer hölzernen Vorhalle zum Fluss hin; die große Kula (Wehrturm), die den Eingang beherrscht; die Steinhäuser mit den hängenden Terrassen. Alles wurde im Krieg von 1993 schwer beschädigt; die Restaurierungen waren langsam und nicht immer sorgfältig, doch das Gesamtbild bleibt intakt.
Ein Freilichtmuseum ohne Ticket
Počitelj hat keinen Eintritt. Man parkt an der Staatsstraße und steigt zu Fuß eine unregelmäßige Steintreppe hinauf, die durch das Dorf bis zum Aussichtsturm führt. Der Blick auf die Biegung der Neretva, im Sommer smaragdgrün, ist einer der schönsten Bosniens. Das Dorf zählt nur wenige Dutzend ständige Bewohner und einige im Sommer geöffnete Handwerkswerkstätten — Keramik, Textilien, Aquarelle der Festung.
Wie man es in die Reise einbaut
Počitelj besichtigt man bequem als Zwischenstopp zwischen Mostar und der kroatischen Küste: Es liegt an der Hauptstraße und der Parkplatz ist kostenlos. Ideal ist es, früh morgens oder am späten Nachmittag anzukommen, wenn das Streiflicht die Textur des Steins aufwertet und die Hitze erträglich ist. Die besten Monate sind April, Mai, September und Oktober.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Počitelj?
Il periodo consigliato è April, Mai, September e Oktober, quando è meno affollata.
Počitelj è affollata?
Počitelj è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Počitelj?
Počitelj si trova in Počitelj, Čapljina, Bosnien und Herzegowina.