Konjic: Titos geheimer Bunker, die osmanische Brücke und die Stromschnellen der Neretva
Konjic in Bosnien verbirgt Titos Atombunker, eine osmanische Brücke von 1682, Rafting-Stromschnellen und eine weltweit einzigartige Holzschnitzkunst.
Foto: Leonardo Baldo (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Die Stadt, die einen Atombunker verbirgt
Konjic ist eine kleine Stadt in Bosnien und Herzegowina, an der die meisten Reisenden vorbeiziehen, ohne anzuhalten — auf dem Weg zwischen Sarajevo und Mostar. Ein Fehler. Unter den Bergen, die die Stadt umgeben, verbirgt sich eines der bestgehüteten Geheimnisse des Kalten Krieges: Titos Atombunker, Codename D-0 ARK, gebaut zwischen 1953 und 1979, um die jugoslawische Führung im Falle eines Atomangriffs zu schützen.
Konjic erreicht man in eineinhalb Stunden von Sarajevo (siebzig Kilometer) und in einer Stunde von Mostar. Die strategische Lage im Neretva-Tal macht die Stadt zu einem natürlichen Zwischenstopp zwischen den beiden Städten.
Der Bunker D-0 ARK
Der Bunker ist in den Berg Zlatište gegraben, sechs Kilometer von der Stadt entfernt. In sechsundzwanzig Jahren von Tausenden zur Geheimhaltung verpflichteten Soldaten errichtet, erstreckt er sich über 6.500 Quadratmeter auf mehreren Ebenen: Kommandozentralen, Kommunikationszentren, Unterkünfte für 350 Personen, Luftfilteranlagen, Vorräte für sechs Monate. Der Eingang ist im Berg getarnt — von außen ist nichts zu erkennen.
Nach dem Zerfall Jugoslawiens geriet der Bunker jahrelang in Vergessenheit. Heute ist er für Führungen geöffnet (Buchung erforderlich, etwa 20 KM / 10 Euro) und beherbergt auch die Biennale D-0 ARK Underground, eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst, in der Werke bedeutender Künstler des Balkans in den Räumen des Bunkers gezeigt werden — der Kontrast zwischen Kunst und militärischer Architektur ist kraftvoll.
Die osmanische Brücke
Die Stara Ćuprija (Alte Brücke) von Konjic ist eine sechsbogige Steinbrücke aus dem Jahr 1682, eine der schönsten Bosniens nach jener von Mostar. Sie überspannt die Neretva an der Stelle, wo sich der Fluss verbreitert und das Wasser smaragdgrün wird. Im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört und originalgetreu wiederaufgebaut, ist die Brücke das Wahrzeichen der Stadt und der Ort, an dem sich die Einheimischen zum Sonnenuntergang treffen.
Das Holz von Konjic
Konjic ist berühmt für seine Holzschnitzerei, ein Kunsthandwerk, das die UNESCO in die Liste des Immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen hat. Die Meisterhandwerker — drvorezbar — schnitzen Nussbaumholz mit geometrischen und floralen Motiven, die auf die osmanische Tradition zurückgehen. Ihre Erzeugnisse — Tischchen, Schatullen, Spiegel, Tabletts — findet man in den Werkstätten im Zentrum, wo man der Arbeit zusehen und direkt kaufen kann.
Rafting auf der Neretva
Die Neretva bei Konjic bietet einige der besten Stromschnellen Bosniens: Der Abschnitt zwischen Konjic und Jablanica (25 km) hat Stromschnellen der Klasse II-III, perfekt für alle, die Adrenalin ohne extreme Risiken suchen. Örtliche Agenturen organisieren Tagestouren ab etwa 40 KM (20 Euro), mit Transport, Ausrüstung und Guide. Die beste Zeit ist Mai-Juni, wenn die Schneeschmelze den Fluss speist.
Was man essen sollte
Die Küche Konjics ist typisch bosnisch mit herzegowinischen Einflüssen. Das Gericht, das man nicht verpassen darf, ist die jagnjetina sa ražnja (Lamm am Spieß), eine langsam über Glut gegarte Spezialität der Region. Der ćevapi ist allgegenwärtig, hier zeichnet er sich jedoch durch die Verwendung von Lammfleisch in der Mischung aus. Die pite (herzhafte Kuchen) sind ausgezeichnet — die zeljanica (mit Spinat und Käse) ist in Konjic besonders gut.
Entlang der Neretva servieren mehrere Restaurants mit Terrasse am Wasser gegrillte Forelle und Flussfisch. Das Restaurant Galeria in der Nähe der Brücke verbindet traditionelle Küche mit Blick auf den Fluss. Eine komplette Mahlzeit kostet zwischen sieben und zwölf Euro.
Wann hinfahren
Von Mai bis Oktober. Fürs Rafting: Mai-Juni. Für den Bunker: das ganze Jahr (konstante Temperatur von 18 Grad unter der Erde). Konjic hat wenige Hotels, aber mehrere familiengeführte Pensionen für 20-30 Euro das Doppelzimmer. Die Stadt eignet sich als Tagesetappe zwischen Sarajevo und Mostar, verdient jedoch eine Übernachtung, um den Bunker in Ruhe zu besichtigen und im Morgengrauen zu raften, wenn der Nebel von der Neretva aufsteigt und der Fluss wie eine silberne Schlange wirkt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Konjic?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August, September e Oktober, quando è meno affollata.
Konjic è affollata?
Konjic è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Konjic?
Konjic si trova in Konjic, Bosnien und Herzegowina.