Počitelj: die mittelalterliche Festung an der Neretva als perfekte Alternative zu Mostar
Počitelj ist ein osmanisches Festungsdorf, das steil über der Neretva thront, eine halbe Stunde von Mostar entfernt: Minarette, Türme, Granatäpfel und keine Menschenmassen. Die Alternative, die Sie gesucht haben.
Foto: Pudelek (Marcin Szala) (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Die andere Neretva
Während Mostar von Touristenmassen überschwemmt wird, die sich auf der Stari Most für das obligatorische Foto drängen, dämmert Počitelj nur dreißig Kilometer entfernt am linken Ufer der Neretva vor sich hin, als wäre die Zeit im 17. Jahrhundert stehen geblieben. Dieses Festungsdorf, an einen Kalkhang zwischen Granatapfelbäumen und Feigenkakteen geklebt, ist einer der besterhaltenen osmanischen Architekturkomplexe Bosnien und Herzegowinas — und einer der am wenigsten besuchten.
Počitelj erreicht man mit dem Auto von Mostar in dreißig Minuten über die M17, die der Neretva Richtung Čapljina folgt. Es gibt keinen richtigen Busbahnhof, doch alle Busse der Linie Mostar-Čapljina halten an der Hauptstraße. Das Dorf ist von der Straße aus sichtbar: Der zylindrische Turm und das Minarett der Moschee ragen über das Grün der Obstbäume hinaus.
Was es zu sehen gibt
Die mittelalterliche Festung
Die Kula (Wachturm) ist der höchste Punkt des Dorfes: ein zylindrischer Bau aus dem 15. Jahrhundert, von dem der Blick das Neretva-Tal, die Weinberge, die Zitrusgärten und die umliegenden Berge umfasst. Der Aufstieg ist kurz, aber steil — die vom Alter geglätteten Steine können rutschig sein. Vom Turm aus sieht man klar den Grundriss des Dorfes: Die Mauern umschließen den gesamten Hang, mit Häusern, Moschee und Hamam auf einem Terrassensystem verteilt, das jeden Meter Boden ausnutzt.
Die Moschee von Haji Ali
Die Šišman Ibrahim-Pašina Džamija (Moschee des Haji Ali, 1563) ist das religiöse und architektonische Herz des Dorfes. Im Krieg 1993 zerstört und originalgetreu wiederaufgebaut, hat die Moschee eine bleigedeckte Kuppel, ein schlankes Minarett und einen überdachten Vorbau, in dem sich die Einheimischen an Sommerabenden treffen. Der Innenraum ist schlicht und licht — die osmanischen Moscheen Bosniens haben nicht den dekorativen Reichtum der türkischen, und gerade diese Zurückhaltung macht sie elegant.
Die Künstlerkolonie
Seit 1961 beherbergt Počitelj eine internationale Künstlerkolonie: Maler und Bildhauer aus der ganzen Welt kommen hierher, um im besonderen Licht des Tals zu arbeiten. Das Hamam (türkisches Bad) wurde in eine Kunstgalerie umgewandelt, und im Sommer finden in den restaurierten Häusern des Dorfes Ausstellungen und Werkstätten statt.
Die Granatäpfel von Počitelj
Počitelj ist berühmt für seine Granatäpfel. Die Bäume wachsen überall — zwischen den Steinen der Mauern, in den Höfen der Häuser, entlang der Wege — und im Herbst hängen die roten Früchte wie Laternen von den Ästen. Der frische Granatapfelsaft, den die Dorffrauen in Plastikbechern für einen Euro verkaufen, gehört zum Besten, was man in Bosnien trinken kann. Feigenkakteen und normale Feigen ergänzen dieses unerwartet mediterrane Füllhorn mitten auf dem Balkan.
Wo man isst
Počitelj hat nur ein Restaurant, das Stari Grad am Eingang des Dorfes. Es serviert traditionelle bosnische Küche: Ćevapi im Somun, Burek (Blätterteig mit Fleisch), Begova čorba (Hühnersuppe mit Okra), Dolma (gefülltes Gemüse) und Tufahije (gefüllte gebackene Äpfel mit Nüssen und Sahne) als Nachtisch. Ein komplettes Essen kostet weniger als zehn Euro. Für eine größere Auswahl ist Mostar eine halbe Stunde entfernt.
Probieren Sie unbedingt: den Bosanska kafa (bosnischer Kaffee), serviert in der Džezva (kupfernes Kännchen) mit Lokum (süße Geleewürfel). Das Kaffeeritual in Bosnien ist eine Kunst: Der erste Schluck ist bitter wie das Leben, der zweite süß wie die Liebe, der dritte leicht wie der Tod, sagt das Sprichwort.
Praktische Tipps und beste Reisezeit
Počitelj besichtigt man in ein paar Stunden, was es zur idealen Etappe auf dem Weg zwischen Mostar und der kroatischen Küste macht (Dubrovnik ist zwei Stunden entfernt). Die beste Zeit ist von April bis Oktober, bevorzugt Mai-Juni und September. Im Herbst, wenn die Granatäpfel reif werden und das Licht golden ist, erreicht das Dorf seinen ästhetischen Höhepunkt. Es gibt keine Unterkünfte im Dorf selbst, aber in Čapljina (zehn Minuten entfernt) findet man Hotels und günstige Pensionen.
Počitelj ist der Beweis, dass die schönsten Überraschungen in Bosnien und Herzegowina abseits der bekannten Wege liegen. Während Mostar den Preis seines touristischen Erfolgs zahlt, bewahrt dieses kleine Festungsdorf unbeschadet den Charme eines Ortes, an dem der Stein Geschichten erzählt, die keine Menge auslöschen kann.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Počitelj?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Počitelj è affollata?
Počitelj è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Počitelj?
Počitelj si trova in Počitelj, Bosnien und Herzegowina.