Perast, Montenegro

Perast, das barocke Juwel der Bucht von Kotor, das der Tourismus vergessen hat

Perast ist ein winziges barockes Dorf an der Bucht von Kotor: Adelspaläste, zwei kleine Inseln und eine Stille, die nach der alten Adria schmeckt.

Foto di Perast, Montenegro — Perast, das barocke Juwel der Bucht von Kotor, das der Tourismus vergessen hat

Foto: Tumi-1983 (CC0) — Wikimedia Commons

Eine Bühne aus Stein auf dem Wasser

Perast ist einer jener Orte, die wie von einem Maler erdacht wirken: ein Streifen honigfarbener Paläste, aufgereiht entlang der spektakulärsten Bucht des östlichen Mittelmeers. Während Kotor die Kreuzfahrtschiffe anzieht und Budva die Liegestühle stapelt, lebt dieses Dorf mit gerade einmal dreihundert Seelen weiterhin im Rhythmus der Gezeiten, mit Katzen, die auf den Stufen der Paläste liegen, und Fischerbooten, die träge in der Bucht schaukeln.

Die Anreise ist einfach: von Kotor sind es nur fünfzehn Minuten mit dem Auto entlang der Küstenstraße oder ein Linienbus, der direkt am Hauptplatz hält. Wer aus Italien anreist, kann nach Tivat (eine halbe Stunde entfernt) oder Dubrovnik (zwei Stunden entfernt) fliegen, beide gut mit Billigflügen erreichbar.

Die Inseln, die in der Bucht schweben

Vor Perast tupfen zwei kleine Inseln die Oberfläche der Bucht wie Edelsteine, die von einer Halskette gefallen sind. Die Insel San Giorgio mit ihrem Benediktinerkloster, umgeben von dunklen Zypressen, ist nur von außen sichtbar: sie gehört der Mönchsgemeinschaft und kann nicht besichtigt werden. Doch das wahre Wunder ist die Gospa od Škrpjela, die Muttergottes vom Felsen, eine künstliche Insel, die im Laufe der Jahrhunderte von den Seefahrern Perasts errichtet wurde, indem sie Steine und versenkte Schiffe um einen Felsen häuften, auf dem der Legende nach 1452 eine Ikone der Jungfrau gefunden wurde.

Jedes Jahr am 22. Juli lebt die Tradition in der Fašinada wieder auf: Dutzende mit Steinen beladene Boote ziehen zur Insel, um das Werk der Befestigung fortzusetzen. Die im 17. Jahrhundert wiederaufgebaute Kirche birgt eine Sammlung seemännischer Votivgaben und ein außergewöhnliches Gemälde von Tripo Kokolja, einem einheimischen Maler, der fünfundzwanzig Jahre brauchte, um den Zyklus aus achtundsechzig Deckengemälden zu vollenden.

Das Bootsticket kostet fünf Euro und die Überfahrt dauert nur fünf Minuten. Auf der Rückfahrt lohnt allein der Blick auf Perast vom Wasser aus – mit dem Glockenturm der Kirche San Nicola, der über den roten Dächern aufragt – die ganze Reise.

Was man im Dorf sehen sollte

- Palazzo Bujović: der imposanteste der Adelspaläste, heute Sitz des Stadtmuseums mit Seekarten, Waffen und historischen Kostümen.

- Kirche San Nicola: der fünfundfünfzig Meter hohe Glockenturm ist das Wahrzeichen Perasts. Man kann ihn (gegen Gebühr) für einen 360-Grad-Blick auf die Bucht besteigen.

- Palazzo Smekja: barocke Fassade mit schmiedeeisernen Balkonen, einer der am besten erhaltenen entlang des Ufers.

- Die Uferpromenade: von einem Ende des Dorfes zum anderen in zehn Minuten, zwischen Oleander, Jasmin und den abblätternden Fassaden der Paläste, die noch die Größe der Marineflotte von Perast erzählen.

Am Tisch: das Meer auf dem Teller

Die Küche Perasts ist die der Bucht von Kotor: Blaufisch, Tintenfisch und die in den ruhigen Gewässern der Bucht gezüchteten Muscheln. Das Gericht, das man nicht verpassen darf, ist der Buzara aus Miesmuscheln, in Weißwein mit Knoblauch, Petersilie und gerösteten Brotkrumen gegart. In den Restaurants am Ufer – Conte, Bocche, Armonia – speist man fast mit den Füßen im Wasser, und die Rechnung bleibt freundlich: ein vollständiges Essen mit lokalem Wein kostet zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig Euro.

Probieren Sie auch den crni rižot, schwarzes Risotto mit Tintenfischsoße, und die Palačinke (Crêpes), gefüllt mit Honig und Nüssen als Dessert. Der lokale Wein ist der Vranac, ein kräftiger Rotwein Montenegros, perfekt zu gegrilltem Fisch.

Wann hinreisen

Der Frühling (April-Juni) und der frühe Herbst (September-Oktober) sind die idealen Monate. Der Sommer kann heiß werden, und obwohl Perast viel ruhiger bleibt als Kotor, verzeichnen die Wochenenden im Juli und August die Ankunft von Tagesbesuchern. Im Frühling blüht die Glyzinie an den Balkonen, und die Bucht hat jenes grünblaue Farbspiel, das Fotos nicht wiedergeben können.

Praktische Tipps

Es gibt keine großen Hotels in Perast, aber eine Handvoll Apartments und B&Bs, die in den historischen Palästen eingerichtet sind. Im Sommer frühzeitig buchen. Parkplätze sind extrem begrenzt: besser das Auto in Risan lassen und mit dem Bus kommen. Das Dorf lässt sich in einem halben Tag besichtigen, doch dort eine Nacht zu verbringen – wenn die Tagesbesucher gegangen sind und sich die Lichter in der Bucht spiegeln – ist ein Erlebnis, das die Wahrnehmung des Ortes verändert.

Von Perast aus lässt sich der Rest der Bucht leicht erkunden: das Dorf Risan mit seinen römischen Mosaiken, die Halbinsel Luštica mit ihren verborgenen Stränden und natürlich Kotor für alle, die es noch nicht gesehen haben. Doch der Rat lautet: keine Eile. Perast funktioniert am besten, wenn man langsamer wird.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Perast?

Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.

Perast è affollata?

Perast è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Perast?

Perast si trova in Perast, Montenegro.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Settembre Ottobre

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