Ulcinj, Montenegro

Ulcinj, die Stadt zwischen zwei Welten: Wo Montenegro auf Albanien und den Orient trifft

Ulcinj, im äußersten Süden Montenegros, verbindet osmanische Minarette, endlose Strände und Salinen, in denen Flamingos brüten. Eine andere Adriaküste.

Foto di Ulcinj, Montenegro — Ulcinj, die Stadt zwischen zwei Welten: Wo Montenegro auf Albanien und den Orient trifft

Foto: Сергей Наруков (CC BY 4.0) — Wikimedia Commons

Das andere Montenegro

Ulcinj ähnelt keiner anderen Stadt Montenegros. Hier überragen die Minarette die Kirchtürme, der Muezzin ruft fünfmal am Tag zum Gebet, der Kaffee wird nach türkischer Art aus Kupfertassen getrunken, und die Schilder sind oft eher auf Albanisch als auf Montenegrinisch. Ganz im Süden der Küste, wenige Kilometer von der albanischen Grenze entfernt, ist Ulcinj der Punkt, an dem die Adria ihren Charakter wechselt: aus einer kroatisch-venezianischen wird sie zu einer levantinischen, und die Landschaft öffnet sich in sehr langen Stränden, Lagunen und Salinen, die eher an Nordafrika als an den Balkan erinnern.

Von Podgorica braucht man zwei Autostunden. Von Tivat anderthalb Stunden. Im Sommer verkehren auch häufige Busse aus Budva und Bar. Der nächste Flughafen ist Podgorica, aber auch Tivat funktioniert gut.

Die Altstadt: eine Festung zwischen Himmel und Meer

Der Stari Grad (Altstadt) von Ulcinj ist eine Festung, die auf einem felsigen Vorgebirge thront, das sich in die Adria stürzt. Die Mauern, von den Venezianern auf illyrischen Fundamenten errichtet und später von den Osmanen verstärkt, umschließen ein Labyrinth aus steinernen Gassen, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Innerhalb der Mauern findet man:

- Das ethnografische Museum: in einem venezianischen Turm untergebracht, erzählt es die multiethnische Geschichte der Stadt.

- Die Kirchen-Moschee: ein Gebäude, das im Laufe der Jahrhunderte katholische Kirche, Moschee und wieder Kirche war — perfektes Symbol für die fließende Identität von Ulcinj.

- Der Piratenplatz: der Legende nach war Cervantes hier gefangen. Der Blick von der Nordbastion umfasst die gesamte Küste bis nach Albanien.

Unterhalb der Mauern ist die Mala Plaža (kleiner Strand) ein Halbmond aus dunklem Sand zwischen den Felsen, ideal für ein Bad nach dem Besuch der Festung.

Velika Plaža: dreizehn Kilometer Sand

Die Velika Plaža (großer Strand) ist die eigentliche Überraschung: dreizehn Kilometer feiner, goldener Sand, die sich nach Süden bis zur Mündung des Flusses Bojana und zur albanischen Grenze erstrecken. Sie ist einer der längsten Strände der Adria und bleibt trotz ihrer Ausdehnung überraschend wenig überlaufen. Der ständige Wind macht sie zum Paradies für Kitesurfer — mehrere Schulen bieten entlang des Strandes Kurse und Materialverleih an.

Am südlichen Ende ist die Insel Ada Bojana ein Sanddreieck an der Flussmündung, bekannt für FKK-Kultur und für die Fischrestaurants, die auf Pfählen entlang des Flusses errichtet sind. Der Fisch ist ganz frisch und die Preise sind ehrlich.

Die Salinen und die Flamingos

Die Solana Ulcinj ist ein Gebiet stillgelegter Salinen, das sich in einen der wichtigsten Lebensräume für Zugvögel an der Adria verwandelt hat. Rosaflamingos, Pelikane, Reiher und Dutzende weiterer Arten machen hier während der Frühjahrs- und Herbstwanderung Rast. Ein Fußweg umrundet die Salinen und ermöglicht die Beobachtung, ohne die Tiere zu stören. Fernglas mitnehmen.

Was man essen sollte

Die Küche von Ulcinj spiegelt ihre Grenzidentität wider. Albanische, türkische und montenegrinische Gerichte finden sich oft auf derselben Speisekarte:

Tavë kosi (Lammbraten mit Joghurt), Byrek (Blätterteig gefüllt mit Käse oder Spinat), gegrillter Fisch mit Schopska-Salat (Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln und geriebener Käse) und zum Abschluss Baklava. Der türkische Kaffee ist ein Ritual: Man trinkt ihn langsam in der Altstadt mit Blick aufs Meer. Ein komplettes Essen kostet zwischen zehn und zwanzig Euro.

Wann hinfahren

Von Mai bis Oktober, mit Vorliebe für Juni und September. Juli und August sind heiß, aber der große Strand absorbiert die Menschenmengen problemlos. Für Vogelbeobachtung sind April-Mai und September-Oktober ideal. Ulcinj ist das Montenegro, das kein Reiseführer aufs Cover setzt: Es hat weder den Glamour von Sveti Stefan noch die Erhabenheit von Kotor, aber es besitzt eine raue Authentizität und eine einzigartige Persönlichkeit, die jeden belohnt, der bis hierher kommt.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Ulcinj?

Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August, September e Oktober, quando è meno affollata.

Ulcinj è affollata?

Ulcinj è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Ulcinj?

Ulcinj si trova in Ulcinj, Montenegro.

Adatto a: Maggio Giugno Luglio Agosto Settembre Ottobre

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