Biogradska Gora, Montenegro

Biogradska Gora: der letzte Urwald Europas im Herzen Montenegros

Biogradska Gora hütet einen der letzten Urwälder Europas: tausendjährige Bäume, einen smaragdgrünen See und absolute Stille.

Foto di Biogradska Gora, Montenegro — Biogradska Gora: der letzte Urwald Europas im Herzen Montenegros

Foto: Miomir Magdevski (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

Ein Fragment prähistorischer Welt

Es gibt nur wenige Orte in Europa, an denen Bäume seit Jahrtausenden wachsen, altern und fallen, ohne dass jemand eingreift. Der Wald von Biogradska Gora, im Herzen Montenegros, ist einer davon: 1.600 Hektar Urwald, in dem Buchen, Tannen, Ulmen und Ahorn seit über fünfhundert Jahren wachsen, Höhen von fünfundvierzig Metern und Durchmesser von eineinhalb Metern erreichen. Es ist einer der drei verbliebenen Urwälder Europas, geschützt seit 1878, als König Nikola ihn zum königlichen Reservat erklärte.

Der 1952 gegründete Nationalpark erstreckt sich zwischen den Bergketten Bjelasica und Komovi, auf halbem Weg zwischen dem Meer und dem Durmitor. Der Zugangspunkt ist der Biograd-See, ein smaragdgrüner Wasserspiegel auf 1.094 Metern Höhe, erreichbar mit dem Auto über die Hauptstraße Mojkovac–Kolašin.

Der See und der Wald

Der Biograd-See lässt sich in weniger als einer Stunde auf einem flachen, gut gepflegten Weg umrunden, der dem Ufer folgt. Das Wasser ist klar und kalt – man kann im Sommer schwimmen, doch die Temperatur überschreitet auch im August nicht sechzehn Grad. Am Ufer werden Ruderboote vermietet (fünf Euro pro Stunde), um in die Mitte des Sees zu gelangen, wo die Stille so vollkommen ist, dass man die Fische springen hört.

Der Pfad, der in den Urwald führt, beginnt am Westufer des Sees. Hier ändert sich die Landschaft völlig: Das Licht fällt durch ein Dach aus hohen Blättern, der Unterwuchs ist ein Teppich aus Moosen, Farnen und Pilzen, und die umgestürzten Stämme – am Boden belassen, damit der Wald seinem natürlichen Zyklus folgt – sind von Flechten und kleinen Pflanzen besiedelt. Die Luft trägt einen dichten Duft von feuchter Erde und Harz, den man nicht vergisst.

Die Wanderwege des Parks

- Seerundweg (3,3 km, 1 Stunde): die Grundroute, für alle geeignet, mit Infotafeln zu Flora und Fauna.

- Urwaldpfad (5 km, 2 Stunden): dringt ins Herz des Urwalds vor. Nicht so klar markiert wie der Rundweg: Karte mitnehmen.

- Crna Glava (2.139 m, 5–6 Stunden hin und zurück): der höchste Gipfel der Bjelasica, mit Blick auf ganz Nordmontenegro. Anspruchsvoller, aber gut markierter Pfad.

- Zekova Glava (2.117 m, 4–5 Stunden hin und zurück): weniger frequentierte Alternative, mit Durchquerung von Hochweiden, auf denen im Sommer halbwilde Pferde grasen.

Fauna und Flora

Biogradska Gora beherbergt über zweitausend Pflanzenarten, darunter einige endemische. Unter den Tieren leben im Park Braunbären, Wölfe, Gämsen, Steinadler und der äußerst seltene Auerhahn. Vogelbeobachter finden hier ihr Paradies: Über einhundertfünfzig Vogelarten nisten im Park. Im Frühling ist der Gesang der Vögel im Wald ein pausenloses Konzert.

Essen und Übernachten

Am Eingang des Parks gibt es eine kleine Berghütte mit Restaurant, in der Gerichte der montenegrinischen Bergküche serviert werden: Kačamak (Maispolenta mit Kajmak), Cicvara (dem Kačamak ähnlich, aber cremiger, aus Maismehl und frischem Käse), Priganice (süße Krapfen, serviert mit Honig oder Marmelade) und gegrilltes Fleisch. Alles begleitet von hausgemachtem Rakija.

Zum Übernachten im Park gibt es Holzbungalows am Seeufer (rechtzeitig buchen, sie sind wenige und begehrt) und einen einfachen Campingplatz. Die bequemste Lösung ist die Übernachtung in Kolašin, einer Kleinstadt zwanzig Minuten vom Park entfernt, die Hotels, B&Bs und Restaurants zu erschwinglichen Preisen bietet (ein Doppelzimmer ab 30–40 Euro).

Anreise und Reisezeit

Von Podgorica anderthalb Stunden Autofahrt Richtung Norden auf der E65. Von Kolašin zwanzig Minuten. Die Straße zum See ist asphaltiert, aber im letzten Abschnitt schmal. Der Eintritt in den Park kostet drei Euro.

Die beste Zeit ist von Mai bis Oktober. Im Sommer sind die Temperaturen angenehm, auch wenn man an der Küste schwitzt. Der Herbst (September–Oktober) ist spektakulär: Die Buchen färben sich rot und golden, der See spiegelt die Farben des Waldes, und die Besucher lassen sich an einer Hand abzählen. Im Winter ist der Park zugänglich, doch die Pfade können schneebedeckt sein. Biogradska Gora ist das Montenegro, das man nicht erwartet: nicht Meer, nicht Hochgebirge, sondern Urwald, tiefes Grün und der langsame Atem einer alten Welt.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Biogradska Gora?

Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August, September e Oktober, quando è meno affollata.

Biogradska Gora è affollata?

Biogradska Gora è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Biogradska Gora?

Biogradska Gora si trova in Biogradska Gora, Montenegro.

Adatto a: Maggio Giugno Luglio Agosto Settembre Ottobre

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