Follina, Venetien, Italien

Follina, wo die Zisterzienserabtei auf die Prosecco-Hügel trifft

Follina, Juwel der Trevisaner Hügel: eine Zisterzienserabtei aus dem 12. Jahrhundert, historische Wollmanufakturen und die Stille der UNESCO-Prosecco-Hügel.

Foto di Follina, Venetien, Italien — Follina, wo die Zisterzienserabtei auf die Prosecco-Hügel trifft

Foto: Patafisik (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

Ein steinerner Kreuzgang zwischen den Prosecco-Hügeln

Follina ist einer jener Orte, die man zufällig entdeckt und nie wieder vergisst. Eingebettet in ein grünes Tälchen am Fuß der Trevisaner Voralpen, bewahrt diese kleine Gemeinde in der Provinz Treviso einen Schatz, der in ganz Europa bekannt sein sollte: die Abtei Santa Maria, ein zisterziensisches Meisterwerk aus dem 12. Jahrhundert, das inmitten von Wiesen und Weinbergen wie eine Erscheinung außerhalb der Zeit steht. Und doch bleibt Follina angenehm unbeachtet vom Massentourismus, geschützt durch die eigene Zurückhaltung und die abgeschiedene Lage abseits der ausgetretenen Pfade.

Die Anreise ist einfach: Von Treviso folgt man der Strada del Prosecco e dei Vini in Richtung Valdobbiadene und biegt zum Valsana ab. Mit dem Zug ist Vittorio Veneto der nächste Bahnhof, von dem Follina etwa zehn Kilometer entfernt liegt. Die Anreise mit dem Auto ist die lohnendste, denn sie führt durch die Prosecco-Hügel von Conegliano und Valdobbiadene, seit 2019 UNESCO-Welterbe, deren geometrische Rebreihen die Landschaft wie ein landwirtschaftliches Kunstwerk zeichnen.

Die Abtei Santa Maria

Die Abtei Santa Maria ist das spirituelle und künstlerische Herz von Follina. Im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen gegründet, ist sie eines der reinsten Beispiele monastischer Architektur im italienischen Nordosten. Die romanische Fassade, schlicht und kraftvoll, führt in einen Innenraum, wo das Licht mit bedachter Zurückhaltung einfällt und eine Atmosphäre der Andacht schafft, die auch weniger kontemplative Besucher berührt.

Doch das wahre Juwel ist der Kreuzgang, ein atemberaubendes Meisterwerk des Übergangs zwischen Romanik und Gotik. Die gekoppelten Säulchen, die mit Pflanzenmotiven und Fantasiefiguren gemeißelten Kapitelle, die Bögen, die den Himmel und den Innengarten rahmen, bilden einen Raum vollkommener Harmonie. Unter den Arkaden des Kreuzgangs zu spazieren und der nur vom Vogelgesang unterbrochenen Stille zu lauschen, ist ein Erlebnis, das allein die Reise wert ist.

Im Inneren der Abtei wird eine hölzerne Madonnenstatue verehrt, seit Jahrhunderten Gegenstand volkstümlicher Frömmigkeit. Die Kirche wird noch heute liturgisch genutzt, und die Teilnahme an einem Gottesdienst – etwa an der Vesper – fügt der Besichtigung eine klangliche und spirituelle Dimension hinzu, die kein Reiseführer wiedergeben kann.

Die historischen Wollmanufakturen und die Textiltradition

Follina verdankt seinen Namen – und seine Wirtschaftsgeschichte – der Follatura, dem Walkverfahren der Wollverarbeitung, das hier seit dem Mittelalter praktiziert wurde. Die historischen Lanifici, gespeist vom Wasser des Bachs, der den Ort durchquert, brachten diesem kleinen Zentrum Wohlstand und machten ihn zu einem regional bedeutenden Textilstandort. Noch heute sieht man entlang des Wasserlaufs Reste der alten Manufakturen, und das Echo dieser Tradition lebt in einigen Handwerkswerkstätten der Gegend fort.

Die Beziehung zwischen Wasser, Arbeit und Gemeinschaft ist der rote Faden von Follinas Geschichte: ein Dorf, das eine natürliche Ressource in Kultur und Wohlstand zu verwandeln wusste, ohne je die Verbindung zum umliegenden Land zu verlieren.

Wanderungen zwischen Weinbergen und Hügeln

Das Gebiet rund um Follina lädt zum Wandern ein. Die Prosecco-Hügel bieten Panoramawege zwischen Glera-Rebreihen, Kastanienwäldern und ländlichen Dörfern, wo die Zeit im Rhythmus der Jahreszeiten verstreicht. Eine klassische Route führt von Follina nach Cison di Valmarino, einem weiteren Juwel der Gegend, über eine Hügelstraße mit weiten Blicken auf die Trevisaner Ebene und die Voralpen.

Für Abenteuerlustigere bieten die Trevisaner Voralpen Wanderungen im Mittelgebirge mit Panoramen von der venezianischen Lagune bis zu den Dolomiten. Der Monte Cesen, auch mit dem Auto erreichbar, ist ein natürlicher Balkon, von dem aus man einen weiten Horizont umfasst.

Bei Tisch zwischen Prosecco und Osterien

Die Küche Follinas ist die großzügige und ehrliche der Marca Trevigiana. Die Hauptdarsteller sind die Produkte des Gebiets: der Radicchio Tardivo aus Treviso, die Pilze der Voralpen, die Almkäse, die handwerklichen Wurstwaren. Das Ganze begleitet vom unvermeidlichen Prosecco Superiore DOCG aus Valdobbiadene, den man hier trinkt, wie man Wein immer trinken sollte: mit Natürlichkeit, ohne Zeremoniell.

- Sopa coada — antike Trevisaner Suppe aus Brot und Taube, langsam im Ofen gegart

- Bigoli con l'anatra — dicke Nudeln mit Enten-Ragout, ein Gericht der bäuerlichen Tradition

- Formaggio Morlacco — auf den Almen des Grappa produziert, weich und mild

- Prosecco Superiore DOCG — von den umliegenden Hügeln, frisch und duftig

Um gut und ohne ein Vermögen zu essen, sind die Osterien der Gegend die beste Wahl: einfache Ambiente, großzügige Portionen, offener Hauswein. Fragt immer, was Saison hat, und lasst euch führen.

Wann fahren und praktische Informationen

Follina ist zu jeder Jahreszeit schön, aber Frühling und Herbst sind ideal. Im April und Mai explodieren die Hügel in Grün, die Abtei ist in das weiche Licht der Jahreszeit gehüllt und die Weinberge beginnen ihren Zyklus. Im September und Oktober färbt sich die Landschaft golden und rot, die Weinlese belebt die Hügel und die Luft hat jene Transparenz, die nur der Herbst zu schenken weiß.

Das Dorf besichtigt man in einem halben Tag, aber es verdient einen längeren Aufenthalt für alle, die die Hügel und die Umgebung erkunden möchten. Die Gastfreundschaft ist diskret und hochwertig: Agriturismi zwischen den Weinbergen, kleine Hotels im historischen Zentrum, familiär geführte Bed and Breakfasts. Follina ist der perfekte Ort für alle, die das authentische Venetien suchen, fern der Menschenmassen von Venedig und Verona, in einer Landschaft, die Menschheitserbe ist und sich mit der Langsamkeit entdecken lässt, die sie verdient.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Follina?

Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.

Follina è affollata?

Follina è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Follina?

Follina si trova in Follina, Venetien, Italien.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Settembre Ottobre

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