Scanno im Januar: der herzförmige See, die Stille und die goldene Presentosa
Im Januar leert sich Scanno bis auf das Wesentliche: die mittelalterlichen Gassen, der Duft der Arrosticini und das kalte Licht über dem herzförmigen See.
Foto: Mario75Romano (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Scanno im Sommer ist ein Parkplatzproblem. Scanno im Januar ist beinahe ein Geheimnis. Und doch ist dieses mittelalterliche Dorf im Sagittario-Tal in der Provinz L'Aquila, etwa 30 Kilometer von Sulmona entfernt, einer der geschichtsträchtigsten und schönsten Orte des zentralen Apennins: Seine Häuser drängen sich an einem Hang aneinander, als wollten sie sich gegenseitig wärmen, die viccie – die typischen überdachten Gässchen des Ortes – bilden Galerien aus Schatten und grauem Stein, und die wenigen Menschen, die hier noch leben, bewahren Handwerke, die anderswo längst verschwunden sind.
Die Filigrantradition und die alte Tracht
Unter Kennern ist Scanno berühmt für die presentosa, das filigran gearbeitete Goldschmuckstück, das die Frauen des Ortes traditionell zur Scanneser Tracht tragen – ein Kleid mit orientalischem Anklang, mit schwarzem Rock und Seidenschürze, das laut einigen Ethnografen auf byzantinische oder albanische Einflüsse zurückgeht. Im Winter halten einige Goldschmiedewerkstätten in der Altstadt noch geöffnet, und es lohnt sich, den Händen zuzusehen, die den feinen Golddraht verarbeiten. Die mostaccioli, gewürzte Honig-Mandel-Plätzchen, findet man in den wenigen geöffneten Konditoreien zusammen mit dem pan dell'orso, einem weichen Schokoladenkuchen, der bei Kälte unverzichtbar wird.
Der herzförmige See unter dem Eis
Der Lago di Scanno auf 922 Metern Höhe ist der größte Bergsee der Abruzzen. Seine nur von oben sichtbare Herzform, die in den sozialen Medien viral gegangen ist, verwandelt sich im Winter: Das Wasser spiegelt die verschneite Landschaft der Marsicani-Gipfel wider, und wenn die Temperaturen tief genug fallen, säumen sich die Ufer mit Eis. Keine Menschenmenge. Keine Schlange am Aussichtspunkt. Man geht in Stille am Ufer entlang, während zwischen den kahlen Buchen des Nationalparks Abruzzo, Lazio e Molise ab und zu Gämsen auftauchen.
Wie man hinkommt und wo man isst
Der einzige praktische Weg, um Scanno im Winter zu erreichen, ist das Auto: Von Sulmona folgt man der SS479 durch die Sagittario-Schlucht, einer Strecke, die schon für sich die Reise wert ist, mit Felswänden, die sich auf wenige Meter zusammenschieben. Am Tisch ist die pecora alla cottora – ein langsam geschmorter Schafseintopf mit Kräutern und Wein – das richtige Gericht für frostige Abende; sie wird in den Trattorien des Zentrums serviert, die auch in der Nebensaison geöffnet bleiben.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Scanno im Januar?
Il periodo consigliato è Dezember, Januar e Februar, quando è meno affollata.
Scanno im Januar è affollata?
Scanno im Januar è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Scanno im Januar?
Scanno im Januar si trova in Scanno, L'Aquila, Italien.