Zwischen Agnone und Capracotta: langsame Reise durch das Alto Molise
Das Alto Molise rund um Agnone und Capracotta ist eines der am dünnsten besiedelten und stillsten Gebiete Italiens: Dörfer der Glockengießerei, alte Buchenwälder unter UNESCO-Schutz und Hochlagenweiden. Eine langsame Reise, in der die demografische Leere zu tiefer Ruhe wird, weit weg von jeder touristischen Route.
Foto: Lucadideo (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Wenn du einen Ort suchst, an dem Stille das Erste ist, was du bemerkst, ist das Alto Molise schwer zu schlagen. Dieser Bergwinkel an der Grenze zu den Abruzzen gehört zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Italiens, mit Dörfern, die sich leeren, und einer sehr niedrigen Einwohnerdichte. Was für die Wirtschaft eine Wunde ist, wird für langsam Reisende zur Rarität: leere Straßen, weite Wiesen, alte Wälder und einige der dunkelsten Nachthimmel der Halbinsel. Es gibt keinen Massentourismus, weil es fast keinen Tourismus gibt: Man kommt hierher, um von allem weit weg zu sein.
Agnone
Der Bezugsort ist Agnone, berühmt für eine uralte Kunst: den Glockenguss. Hier sitzt eine historische päpstliche Gießerei, die seit Jahrhunderten Glocken für die ganze Welt herstellt, und der Besuch der Werkstatt und des dazugehörigen Museums ist der beste Weg, die Seele des Ortes zu verstehen. Agnone bewahrt zudem ein geschlossenes historisches Zentrum mit Kirchen, Kupferschmiedeläden und der Atmosphäre einer einst wohlhabenden und kultivierten Kleinstadt. Von hier steigt man in die Hochebene hinauf, wo sich die Landschaft ändert: Die Felder weichen Weiden und Buchenwäldern.
Capracotta
Der zweite Pol ist Capracotta, eine der höchstgelegenen Gemeinden des Apennins, eingebettet in Weiden und Wälder. In der Nähe liegt der Giardino della Flora Appenninica, ein alpiner botanischer Garten, der die Wildarten des Gebiets sammelt und einen schönen, ruhigen Lehrspaziergang bietet. Capracotta ist auch für seine sehr schneereichen Winter und den Langlauf bekannt und beherbergt Prato Gentile, eine sanfte Hochebene, auf der man im Sommer zwischen Grasflächen und einzelnen Bäumen wandert. Außerhalb der Saison ist die gesamte Zone ein idealer Ausgangspunkt für einfache und meditative Wege, perfekt für langsames Reisen, bei dem die Anstrengung weniger zählt als der Wunsch, anzuhalten und zuzuhören. Zwischen Agnone, Capracotta, Pescopennataro und Vastogirardi erstreckt sich das Netz von Naturreservaten, das die alten Buchenwälder schützt: Einige dieser Wälder wie jener von Collemeluccio bei Pescolanciano gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe der alten Buchenwälder Europas – Wälder, in denen die Bäume seit Jahrhunderten ungestört wachsen. Dort hindurchzuwandern, zwischen riesigen Stämmen und gefiltertem Licht, ist ein Erlebnis, das die Reise wert ist.
Für die Fortbewegung braucht es ein Auto. Man erreicht das Alto Molise von Isernia aus, der Referenzstadt, oder aus den Abruzzen entlang der inneren Straßen, die die Gegend mit Agnone verbinden. Busverbindungen gibt es, doch sie sind auf die Einwohner ausgerichtet, mit wenigen Fahrten pro Tag – ohne eigenes Fahrzeug bewegt man sich sehr schwer. Die Straßen sind panoramisch, oft leer, aber langsam und kurvig und können im Winter schneebedeckt sein. Zwischen den Dörfern wirken die Entfernungen auf der Karte kurz, erfordern aber wegen der Serpentinen viel Zeit.
Wann hinreisen
Die empfohlenen Monate sind Juni, Juli und August, und dafür gibt es einen genauen Grund. In diesen Höhen ist der Winter lang und hart, mit reichlich Schnee, während der Sommer die Weiden zum Blühen bringt und Wanderungen in den kühlen Buchenwäldern selbst dann angenehm macht, wenn man anderswo in der Hitze erstickt. Die Höhenlage hält die Temperaturen auch im August angenehm, wenn der Rest Italiens glüht. Und obwohl es anderswo Hauptsaison ist, ändert sich hier nichts: Die Wege bleiben leer, die Dörfer still, und man kann stundenlang wandern, ohne anderen Wanderern zu begegnen.
Praktische Tipps
Ein praktischer Rat: Im Alto Molise sind die Dienste auf das Nötigste reduziert, daher lohnt es sich, in den größeren Zentren Sprit, Bargeld und Lebensmittel zu bunkern, denn in kleinen Dörfern können Tankstellen und Läden geschlossen oder gar nicht vorhanden sein. Prüfe die Öffnungszeiten der Gießerei in Agnone und des botanischen Gartens rechtzeitig, denn außerhalb der Hauptzeiten kann eine Voranmeldung nötig sein. Und nutze schließlich den Himmel: Bei so geringer Lichtverschmutzung schenkt eine klare Nacht hier eine Milchstraße, die man in der Stadt längst nicht mehr sieht.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Zwischen Agnone und Capracotta?
Il periodo consigliato è Juni, Juli e August, quando è meno affollata.
Dove si trova Zwischen Agnone und Capracotta?
Zwischen Agnone und Capracotta si trova in Alto Molise, Italien.