Greccio: die erste lebendige Krippe der Geschichte, im Wald der Sabiner Berge
Im Jahr 1223 erfand Franz von Assisi hier die lebendige Krippe. Jeden Dezember belebt das Felsenheiligtum von Greccio genau jene Szene neu, an genau jenem Ort.
Foto: Alessandro Antonelli (CC BY 3.0) — Wikimedia Commons
Im Dezember 1223 kehrte Franz von Assisi mit einer Idee im Kopf aus dem Heiligen Land zurück. Mit Hilfe des Edelmanns Giovanni Velita wählte er eine Grotte in den Wäldern oberhalb Greccios, im Valle Santa von Rieti, und inszenierte die Geburt Christi mit echten Menschen, einem echten Ochsen und einem echten Esel. Bruder Thomas von Celano, der erste Biograph des Heiligen, beschrieb jene Nacht als etwas, das eine religiöse Handlung in ein geteiltes Gefühl verwandelt hatte: Die Bauern des Tals kamen mit Fackeln, und der Wald füllte sich mit Licht. Achthundert Jahre später ist die lebendige Krippe von Greccio noch immer da, am gleichen Ort.
Das in den Fels geschmiegte Heiligtum
Das Heiligtum von Greccio ist keine Kirche im herkömmlichen Sinn: Es ist eine franziskanische Einsiedelei, die an die Felswand der Sabiner Berge auf rund 700 Metern Höhe geklebt ist, 15 Kilometer von Rieti entfernt. Man erreicht es zu Fuß vom Ort über einen etwa zwanzigminütigen Waldweg oder mit dem Auto bis zum oberen Parkplatz. Die Franziskanermönche leben noch heute hier und empfangen die Besucher auch außerhalb der Weihnachtszeit mit einer stillen Zurückhaltung, die dem Ort angemessen ist. Der Kreuzgang, das Refektorium, die Kapelle, in der Franziskus die erste Mitternachtsmesse feierte: Alles ist auf menschlichem Maß geblieben, ohne Monumentalität.
Die lebendige Krippe im Dezember
Jedes Jahr zwischen Heiligabend und Epiphanie belebt sich der Wald rund um das Heiligtum: Dutzende Darsteller in mittelalterlichen Gewändern stellen jene Szene vom Dezember 1223 nach, mit echten Tieren und Fackeln, die den Pfad zwischen den Bäumen erleuchten. Es ist keine Inszenierung für Touristen: Das Dorf Greccio hält seit achthundert Jahren an dieser Tradition fest, und das spürt man. Der Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz einige Kilometer weiter unten bietet lokales Kunsthandwerk und Produkte der landwirtschaftlichen Genossenschaften der Sabina – natives Olivenöl extra, Käse, Wildblütenhonig.
Wie man hinkommt und die Reise verbindet
Greccio erreicht man von Rieti aus in rund 20 Minuten mit dem Auto über die SS79. Wer aus Rom kommt, reist mit Zug oder Bus nach Rieti und weiter mit dem Taxi oder den seltenen lokalen Bussen. Eine logische Route verbindet Greccio mit dem nahen Rieti – einer unterschätzten mittelalterlichen Stadt mit einem schönen romanischen Dom und einer nahezu touristenfreien Altstadt – zu einem Wochenende im umbrisch-lazialen Valle Santa.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Greccio?
Il periodo consigliato è Dezember e Januar, quando è meno affollata.
Greccio è affollata?
Greccio è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Greccio?
Greccio si trova in Greccio, Rieti, Italien.