Cammino di San Benedetto: von Norcia nach Subiaco und Montecassino
Von Umbrien nach Latium verbindet der Cammino di San Benedetto Norcia, Subiaco und Montecassino entlang apenninischer Täler und vom Erdbeben getroffener Dörfer, die wieder aufblühen: eine spirituelle und langsame Route, noch wenig begangen im Vergleich zu den Massenwegen.
Foto: Simone Frignani (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Unter den italienischen Pilgerwegen ist der Cammino di San Benedetto noch immer ein Weg für wenige. Er verbindet die drei Schlüsselorte im Leben des Heiligen, der das westliche Mönchtum begründete: Norcia, wo er geboren wurde, Subiaco, wo er als Einsiedler lebte und die ersten Klöster gründete, und Montecassino, wo er seine Regel verfasste und begraben ist. Es sind mehrere hundert Kilometer durch den umbrischen und latinischen Apennin, fernab der Menschenmenge anderer berühmterer Routen: Wer ihn geht, sucht Stille, Spiritualität und einen echten Kontakt zu Tälern und Dörfern, die der Massentourismus nicht berührt.
Der Aufbruch von Norcia
Man startet in Norcia, im Valnerina, Heimat des heiligen Benedikt und Stadt, die vom Erdbeben 2016 verwundet wurde, welches die dem Heiligen geweihte Basilika und einen Großteil des Zentrums schwer beschädigt hat. Von hier aus zu wandern bedeutet auch, die Erdbebengebiete zu durchqueren und die langsame Wiedergeburt aus nächster Nähe zu sehen: Baustellen, Wiederaufbau und Gemeinschaften, die Widerstand leisten. Es ist ein intensiver Auftakt, der dem Weg eine Bedeutung verleiht, die über die Anstrengung hinausgeht.
Die Route führt südwärts durch Umbrien und dann durch Latium und berührt apenninische Dörfer, Flusstäler und oft einsame Berggebiete. Man wandert durch Wälder, Weiden und alte Pfade, vorbei an kleinen Ortschaften, wo die Aufnahme schlicht ist und die Pilger wenige sind. Etappe für Etappe durchquert man wechselnde Landschaften, von den strengen Bergen des Valnerina zu den offeneren Tälern Richtung Latium, in einer Abfolge von Kirchen, Einsiedeleien und Abteien.
Subiaco
Das zentrale Ziel ist Subiaco, im Anienetal, wo sich zwei außergewöhnliche Klöster befinden. Das Kloster Santa Scolastica ist das älteste, während das Kloster San Benedetto, genannt Sacro Speco, an einer Felswand über der Grotte gebaut wurde, in die sich der Heilige zur Einsamkeit zurückzog: Die Innenräume sind mit Fresken verziert und die Wirkung, schwebend zwischen Himmel und Fels, ist unvergesslich. Subiaco allein ist die Reise wert und ist eines der spirituellen Herzen des Wegs.
Montecassino
Das Ziel ist die Abtei von Montecassino, im Laufe der Jahrhunderte mehrfach wiedererrichtet und nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs neu aufgebaut. Hoch oben auf dem Berg, der Cassino überragt, ist sie das Mutterhaus des Benediktinerordens und beherbergt das Grab des heiligen Benedikt. Nach Tagen des Wanderns zu Fuß hier hinaufzugelangen, verleiht dem letzten Anstieg einen ganz besonderen Wert.
Der Weg wird in Etappen zurückgelegt, wobei man in religiösen Einrichtungen, Herbergen und kleinen Unterkünften entlang der Strecke schläft. Es ist eine anspruchsvolle Route mit apenninischen Auf und Abs und einsamen Abschnitten, geeignet für alle, die schon ein Mindestmaß an Training haben und sich mehrere Tage nehmen möchten. Man kann sie ganz oder in Abschnitten in Angriff nehmen und beispielsweise den umbrischen Teil oder den letzten Abschnitt nach Montecassino wählen.
Anreise
Für die Anreise zu den Start- und Zielpunkten stützt man sich auf öffentliche Verkehrsmittel: Norcia erreicht man mit dem Bus von den umbrischen Städten, während Cassino, unterhalb von Montecassino, an der Bahnstrecke Rom-Neapel liegt, praktisch, um die Reise zu beenden oder zu beginnen. Entlang der Route bewegt man sich hingegen zu Fuß, und es empfiehlt sich, die Etappen und Übernachtungen rechtzeitig zu organisieren, denn die Dienstleistungen sind spärlich.
Die beste Zeit ist das Frühjahr, im April und Mai, mit blühenden Wiesen und länger werdenden Tagen, oder der September, wenn die sommerliche Hitze nachlässt und die Luft klar wird. In diesen Monaten sind die Temperaturen zum stundenlangen Wandern geeignet und der Weg bleibt ruhig, nur von wenigen Pilgern begangen: Das Gefühl von Einsamkeit und Sammlung gehört zur Erfahrung. Der Sommer in der Höhe kann heiß und in den Tälern schwül sein, der Winter bringt Kälte und Schnee auf den höchsten Abschnitten.
Ein praktischer Tipp: Dieser Weg ist im Vergleich zu anderen noch wenig strukturiert; plane die Etappen und buche die Unterkünfte im Voraus, besonders in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten, wo das Angebot begrenzt ist. Nimm einen Wanderführer oder aktuelle GPS-Tracks der Strecke, eingelaufene Schuhe und Wasservorräte mit, denn zwischen den Dörfern können die Versorgungspunkte weit entfernt sein.
Praktische Reiseführer für Como
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Cammino di San Benedetto?
Il periodo consigliato è April, Mai e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Cammino di San Benedetto?
Cammino di San Benedetto si trova in Umbrien-Latium.