Porvoo: die roten Speicher am Fluss, in denen Finnland seine älteste Seele bewahrt
Porvoo, zweitälteste Stadt Finnlands, verzaubert mit roten Speichern am Fluss, pastellfarbenen Holzhäusern und einer überraschenden Gastronomieszene.
Foto: cloning girl (CC BY-SA 4.0) — Flickr
Das Rot am Ufer des Porvoonjoki
Die roten Speicher von Porvoo sind vermutlich das meistfotografierte Bild Finnlands nach dem Dom in Helsinki und Lappland. Doch während alle das Foto kennen — jene Reihen von Holzgebäuden in Falunrot, gespiegelt im stillen Wasser des Porvoonjoki — nehmen nur wenige den fünfzigminütigen Bus, der sie von der finnischen Hauptstadt trennt, um sie mit eigenen Augen zu sehen. Ein Jammer, denn Porvoo ist weit mehr als eine Postkarte: Es ist die zweitälteste Stadt Finnlands, ein Ort, an dem sich skandinavische und russische Geschichte in einem urbanen Gewebe von seltener Schönheit verflechten.
Gegründet 1346, ist Porvoo (Borgå auf Schwedisch, denn Finnland gehörte jahrhundertelang zu Schweden) eine Stadt mit fünfzigtausend Einwohnern, die ein mittelalterliches Zentrum bewahrt: Holzhäuser in Pastelltönen — Rosa, Gelb, Hellblau, Salbeigrün — und Kopfsteinpflasterstraßen, die den Domberg hinaufführen. Die berühmten roten Speicher am Fluss waren einst Lager für Waren im Transit — Getreide, Gewürze, Stoffe —, die über das Meer kamen und in Booten den Fluss hinauffuhren.
Was man sehen sollte
Die Altstadt (Vanha Porvoo)
Das Herz von Porvoo ist ein Labyrinth mittelalterlicher Gässchen, gesäumt von Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Jedes Haus hat seinen eigenen Charakter: handbemalte Fassaden, im Sommer überquellende Blumengärten, Fenster mit Spitzenvorhängen. Välikatu und Kirkkotori sind die Hauptstraßen, doch die schönsten Überraschungen findet man in den Seitengassen. Viele Häuser beherbergen Handwerksboutiquen, Kunstgalerien und einladende Cafés.
Der Dom von Porvoo
Auf der Höhe des Hügels beherrscht die mittelalterliche Kathedrale aus Stein und Ziegeln die Stadt. Hier berief 1809 Zar Alexander I. den ersten finnischen Landtag ein und erkannte Finnland den Status eines autonomen Großfürstentums zu — ein Gründungsmoment der finnischen Nation. Das Innere, nach einem vorsätzlichen Brand 2006 restauriert, ist schlicht und lichtdurchflutet, mit unter Putzschichten wiederentdeckten mittelalterlichen Fresken.
Das Runeberg-Haus
Der finnische Nationaldichter Johan Ludvig Runeberg lebte von 1837 bis zu seinem Tod 1877 in Porvoo. Sein Haus ist heute ein Museum, das die originale Einrichtung bewahrt und das kulturelle Leben Finnlands im 19. Jahrhundert erzählt. Am 5. Februar, dem Runeberg-Tag, essen die Finnen die Runebergintorttu — jene Süßspeise, die der Dichter der Legende nach besonders liebte.
Die roten Speicher und der Fluss
Die roten Speicher am Porvoonjoki stammen aus dem 18. Jahrhundert. Das Falunrot (gewonnen aus dem Kupferoxid der Grube von Falun in Schweden) ist derselbe Farbton, den man in ganz Skandinavien für Landhäuser verwendet. Die beste Sicht bietet die Fußgängerbrücke oder das gegenüberliegende Flussufer. Im Sommer fahren Bootstouren den Fluss bis zu den Stromschnellen hinauf.
Was man essen sollte
- Runebergintorttu — die Runeberg-Torte, ein kleiner Zylinder aus Mandeln, Semmelbröseln, Rum und Himbeermarmelade. Traditionell isst man sie nur am 5. Februar, aber in Porvoo bekommt man sie das ganze Jahr über.
- Brunberg-Schokolade — die 1871 in Porvoo gegründete Schokoladenmanufaktur Brunberg fertigt die besten handwerklichen Pralinen Finnlands. Der Laden im Zentrum ist eine Pflichtstation.
- Kalakukko — das mit Fisch (muikku, kleine Maränen des Sees) und Speck gefüllte Brot, langsam gebacken, bis es zu einem Aromenkonzentrat wird. Ostfinnische Tradition, hier in den Bäckereien zu finden.
- Lachs auf finnische Art (lohikeitto) — die Lachssuppe mit Kartoffeln, Lauch und Sahne, tröstlich und schlicht.
Porvoo hat für seine Größe eine überraschende Gastronomieszene. Das SicaPelle ist ein Restaurant zeitgenössischer finnischer Küche auf hohem Niveau. Das Café Cabriole in der Altstadt serviert hervorragende Süßspeisen und Kaffee in historischem Ambiente.
Wie hinkommen
Von Helsinki fahren Direktbusse ab dem Hauptbahnhof alle 30 Minuten und erreichen Porvoo in rund 50 Minuten. Es gibt keine Bahnverbindung. Mit dem Auto: rund 50 Kilometer ostwärts auf der E18, etwa 45 Minuten. Im Sommer ist eine landschaftlich reizvolle Option das Schiff von Helsinki nach Porvoo (rund 3 Stunden), das entlang der Küste des finnischen Schärengartens fährt. Der Flughafen Helsinki-Vantaa liegt rund 40 Autominuten entfernt.
Wann fahren
Juni bis August für die endlosen Tage (die Sonne geht nach 23 Uhr unter), Blumen und Flusskreuzfahrten. Temperaturen zwischen 18 und 25 °C. Dezember für den Weihnachtsmarkt in der Altstadt mit kerzenbeleuchteten Holzhäusern und Schnee auf den Dächern — eine finnische Postkartenatmosphäre. Februar für das Runeberg-Fest. Mai und September sind ruhige und angenehme Monate. Porvoo ist der perfekte Tagesausflug von Helsinki, verdient aber auch eine Übernachtung, um die Altstadt bei Sonnenuntergang und Sonnenaufgang zu genießen, wenn die Tagesgäste abgereist sind und die nordische Stille die Holzhäuser einhüllt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Porvoo?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August, September e Dezember, quando è meno affollata.
Porvoo è affollata?
Porvoo è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Porvoo?
Porvoo si trova in Porvoo, Finnland.