Travnik, die Stadt der Wesire, wo der Orient auf den Okzident traf
Anderthalb Jahrhunderte lang osmanische Hauptstadt Bosniens, birgt Travnik bemalte Moscheen, das Ivo-Andrić-Museum und ein von einem habsburgischen Prinzen besuchtes Kaffeehaus.
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Neunzig Kilometer von Sarajevo entfernt liegt eine Stadt, die anderthalb Jahrhunderte lang die eigentliche Hauptstadt des osmanischen Bosnien war – und die heute, seltsamerweise und wunderbar, in kaum einem touristischen Reiseplan auftaucht. Travnik, die Stadt der Wesire, ist der Ort, an den das Osmanische Reich nach der Plünderung Sarajevos 1699 seinen Verwaltungssitz verlegte und an dem sich bis 1851 siebenundsiebzig Wesire ablösten. Ihre Monumente stehen noch immer hier, perfekt erhalten, hauptsächlich besucht von Bosniern auf Wochenendausflug.
Die bunte Moschee und die Madrasa von 1705
Die Šarena-Moschee – wörtlich «die Bunte» – wurde im 16. Jahrhundert erbaut und gilt als eine der schönsten der gesamten Balkanhalbinsel: ihre mit floralen und geometrischen Motiven in Rot, Blau und Gold bemalten Innenräume wirken wie ein Teppich, den man über die Wände gebreitet hat. Nur wenige Schritte entfernt liegt die Madrasa Elci Ibrahim Pasha, errichtet 1705, eines der am besten erhaltenen islamischen Bildungsgebäude des Balkans und noch heute als Bildungsstätte in Betrieb. Zwischen den beiden Gebäuden duftet der kleine osmanische Basar nach Kaffee und Gewürzen wie vor zwei Jahrhunderten.
Ivo Andrić und das Kaffeehaus des Prinzen
Travnik ist die Geburtsstadt Ivo Andrićs, des Literaturnobelpreisträgers, der sie in seinem Roman Wesire und Konsuln verewigt hat – eine Geschichte von Wesiren, europäischen Konsuln und Schicksalen, die sich zwischen Orient und Okzident kreuzten. Sein Geburtshaus ist heute ein Museum, das einen stillen Besuch verdient. Doch die kurioseste Geschichte gehört dem Café Lutvina Kahva: Hier hielt Kronprinz Rudolf von Habsburg auf einer Reise und war von der Qualität des bosnischen Kaffees so beeindruckt, dass er dem Wirt eine Goldmünze schenkte. Die Geschichte ist auf einer Tafel über dem Eingang festgehalten.
Wie man den Besuch organisiert
Travnik erreicht man von Sarajevo mit dem Bus in rund zwei Stunden für weniger als fünf Euro. Der Rundgang durch die Altstadt dauert zwei bis drei Stunden. In den traditionellen Lokalen isst man gut zu geringen Preisen: Ćevapi mit Somun (Fladenbrot) kostet drei Euro; Burek mit Spinat und Käse ist das ideale Frühstück für unter zwei Euro. April, Mai und September sind die besten Monate.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Travnik?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Travnik è affollata?
Travnik è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Travnik?
Travnik si trova in Travnik, Bosnien und Herzegowina.