Ciclovia dei Saraceni im griechischen Aspromonte
Im äußersten Süden Kalabriens ist die griechische Enklave des Aspromonte ein fast entvölkertes, griechischsprachiges Land: Gravel-Auffahrten zu verlassenen Dörfern und breite Fiumare zeichnen eine karge, stille Reise abseits jeder touristischen Route.
Foto: Benjamin Smith (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Wenige Ecken Italiens sind so verborgen wie die griechische Enklave des Aspromonte. Hier, im äußersten Süden Kalabriens, wird noch das Griechisch Kalabriens gesprochen, eine uralte Sprache, die in einer Handvoll hoch gelegener Dörfer überlebt hat. Ein Land der Entvölkerung, wo ganze Ortschaften nach Überschwemmungen und Auswanderung verlassen wurden und heute nur noch wenige Menschen leben. Gerade diese Einsamkeit macht es zu einem außergewöhnlichen Ziel für langsamen, abenteuerlichen Fahrradtourismus: keine Menschenmengen, keine Reklame, nur Berg, fernes Meer und Stille.
Die griechischen Dörfer
Die Reise verläuft zwischen der Ionischen Küste und dem gebirgigen Inneren des Aspromonte. Ausgangspunkt ist der Küstenstreifen mit den lebendigeren Orten wie Bova Marina und Melito di Porto Salvo, dann geht es hinauf zu den griechischen Dörfern, die an den Hängen kleben. Das Herz dieser Welt ist Bova, gilt als Hauptstadt der Grecìa calabra, ein Steindorf, das das Tal beherrscht und die griechische Sprache und Traditionen bewahrt. Von dort schweift der Blick über die anderen verstreuten Orte: Roghudi mit seinem dramatisch verlassenen alten Ortskern auf einem Felsen über der Fiumara, Gallicianò, das als das griechischste aller Dörfer gilt, Pentedattilo, das berühmte Geisterdorf unter einem handförmigen Felsen. Verbunden werden sie durch die Fiumare, die breiten Kiesbetten der Amendolea und der Wildbäche des Aspromonte, im Sommer trocken und im Winter reißend, die Täler von einer Weite und Wildheit zeichnen, wie es sie in Europa kaum noch gibt.
Die Route
Das ist kein Weg für Freunde einfacher Strecken. Das Gelände ist das raue des Aspromonte: Die Auffahrten zu den Dörfern sind lang und anspruchsvoll, auf schmalem, ausgefahrenem Asphalt und Schotterabschnitten, was diese Reise zu einer klassischen Gravel- oder Mountainbike-Tour macht, nicht zu einer leichten Rennradstrecke. Die Fiumare bieten kiesige Talböden, die mit Vorsicht befahren werden müssen. Der Aufwand ist hoch, wegen der Steigungen wie wegen der Abgeschiedenheit: Die Infrastruktur ist dünn, die Etappen zwischen den Dörfern können lang sein und ohne Wasserstellen, und das Netz an Hilfsleistungen ist minimal. Eine Reise, die Vorbereitung, Autonomie und Umsicht verlangt, aber mit Landschaften und Begegnungen belohnt, die es anderswo nicht mehr gibt.
Anreise
Die Anreise erfordert Geduld: Reggio Calabria ist der wichtigste Bezugspunkt, mit Zug und Flugzeug erreichbar, von dort geht es zur griechisch geprägten Ionischen Küste. Dann steigt man zu den Dörfern auf. Es empfiehlt sich, ein Basislager an der Küste einzurichten und das Landesinnere in gut geplanten Etappen anzugehen, mit Wasser, Vorräten und Werkzeug für kleine Reparaturen im Gepäck. Für Unerfahrene ist es klug, sich lokalen Guides oder Initiativen anzuvertrauen, die diese Orte wiederbeleben wollen – und zugleich eine Art, das Gebiet zu unterstützen.
Beste Reisezeit
Die beste Zeit reicht vom späten Frühjahr bis in den späten Herbst. Mai und Juni bieten noch erträgliche Temperaturen und grüne Hänge, während der Herbst bis Oktober mildere Wärme und ein wunderbares Licht über Meer und Bergen bringt. Der Hochsommer sollte wegen der Hitze im Süden gemieden werden, der Winter bringt Regen, der die Fiumare anschwellen lässt und die Wege gefährlich macht. In jeder Jahreszeit gibt es hier schlicht keine Menschenmenge: Man kann stundenlang fahren, ohne jemandem zu begegnen, in einem der am wenigsten besuchten Gebiete Italiens.
Ein praktischer Tipp: Behandle diese Reise mit dem Respekt, den ein zerbrechlicher, isolierter Landschaftsraum verdient. Brich früh am Morgen auf, kalkuliere Wasser und Nahrung stets mit Reserve, und wag dich nicht in die Fiumare, wenn sich Regen ankündigt, denn Hochwasser können plötzlich kommen. Halte in Bova und Gallicianò, um denen zuzuhören, die noch Griechisch Kalabriens sprechen: Es sind Begegnungen, die die Mühe des Aufstiegs wert sind und ein Italien erzählen, das langsam versucht, nicht zu verschwinden.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Ciclovia dei Saraceni im griechischen Aspromonte?
Il periodo consigliato è Mai e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Ciclovia dei Saraceni im griechischen Aspromonte?
Ciclovia dei Saraceni im griechischen Aspromonte si trova in Griechische Enklave, Aspromonte, Kalabrien, Italien.