Griechischsprachiger Aspromonte, Kalabrien, Italien

Roghudi Vecchio: das griechische Dorf Kalabriens, das über dem Abgrund schwebt

In eine Felswand des griechischsprachigen Aspromonte gehauen, 1973 nach einer Überschwemmung verlassen: Häuser, die sich wie Schwalbennester an den Fels klammern.

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Roghudi Vecchio ist ein Dorf im griechischsprachigen Gebiet des Aspromonte, auf einem Felssporn über der Fiumara del Amendolea gelegen. Es wurde 1973 verlassen, nach einer Überschwemmung, die das Leben auf diesem ohnehin prekären Vorsprung unmöglich machte. Die Bewohner wurden an die Küste umgesiedelt, nach Roghudi Nuovo, ein anonymes Viertel aus Wohnblöcken im Gemeindegebiet von Melito di Porto Salvo.

Das alte Dorf zu erreichen, ist bereits ein Abenteuer. Man fährt eine Schotterpiste hinauf, die der Fiumara folgt, einem Bett aus weißem Kies, breit wie eine Autobahn und die meiste Zeit des Jahres trocken. Die Wände der Schlucht steigen zu beiden Seiten auf, die Vegetation wirkt fast tropisch: Oleander, Feigenkakteen, Agaven. Nach etwa einer Stunde Marsch erscheint das Dorf oben, an den Fels geklammert wie ein Schwalbennest.

Die Häuser sind direkt an die Felswand gebaut, ohne Fundamente im üblichen Sinne: Der Fels ist der Boden, der Fels ist die Rückwand, der Fels ist Teil des Daches. Die Gassen sind in den Stein gehauene Treppen, so schmal wie ein Mensch breit. Bei einigen Häusern ragt der Boden ins Leere hinaus – man blickt hinunter, und darunter öffnet sich der Abgrund der Fiumara, hundert Meter tiefer.

Es ist ein Ort, der einem im wahrsten Sinne den Atem raubt. Die Lage war strategisch – von hier oben kontrollierte man das ganze Tal –, aber hier zu leben bedeutete, mit der Leere zu leben. Die Frauen banden ihre Kinder an, aus Angst, sie könnten hinunterstürzen. Die Ziegen kannten die Pfade besser als die Menschen.

Roghudi Vecchio gehört zum griechischsprachigen Gebiet, in dem noch vor wenigen Jahrzehnten Griko gesprochen wurde, ein altgriechischer Dialekt, der die Isolation überlebt hatte. Die Straßennamen, die Inschriften an den Mauern, sogar die Gebete waren auf Griechisch. Heute stirbt diese Sprache mit ihren letzten Sprechern aus, die an die Küste umgesiedelt wurden in eine Welt, die sie nicht wiedererkennen.

Man besichtigt das Dorf in einem halben Tag, den Marsch entlang der Fiumara eingerechnet. Die beste Zeit ist der Frühling. Der Besuch lässt sich mit anderen griechischsprachigen Dörfern des Aspromonte kombinieren: Gallicianò, Bova, Condofuri.

Roghudi Vecchio ist nicht nur ein Geisterdorf – es ist ein Denkmal für die menschliche Beharrlichkeit, dort zu leben, wo Leben unmöglich ist, und für die Zerbrechlichkeit jeder Siedlung angesichts der Kraft von Wasser und Erde.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Roghudi Vecchio?

Il periodo consigliato è März, April, Mai, Oktober e November, quando è meno affollata.

Roghudi Vecchio è affollata?

Roghudi Vecchio è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Roghudi Vecchio?

Roghudi Vecchio si trova in Griechischsprachiger Aspromonte, Kalabrien, Italien.

Adatto a: Marzo Aprile Maggio Ottobre Novembre

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