Pentedattilo: das Geisterdorf, das sich an die steinerne Hand in Kalabrien klammert
Fünf Felsenfinger über der Straße von Messina, ein in den sechziger Jahren verlassenes und heute langsam wiedergeborenes Dorf: das lebendigste Gespenst des Südens.
Foto: Benjamin Smith (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Pentedattilo ist ein Geisterdorf, das sich hoch oben an eine Felsformation klammert, die an eine riesige Hand erinnert — fünf Sandsteinfinger, die sich über der kalabrischen Küste der Straße von Messina erheben. Der Name kommt aus dem Griechischen penta daktylos, fünf Finger, und es genügt, den Blick zu heben, um zu verstehen, warum.
Das Dorf wurde in den Sechzigern verlassen, als ein Erdrutsch und das Erdbeben von 1908 (das bereits enorme Schäden verursacht hatte) das Leben unmöglich machten. Die Bewohner zogen an die darunterliegende Küste, und das Dorf blieb Jahrzehnte leer: aufgerissene Häuser, Kirchen mit den Fresken unter freiem Himmel, von Vegetation überwucherte Gassen.
In den letzten Jahren hat sich etwas verändert. Kulturvereine und Freiwillige haben begonnen, einige Gebäude zu restaurieren, Veranstaltungen zu organisieren und Handwerksläden zu eröffnen. Es ist keine touristische Wiedergeburt im traditionellen Sinne — es gibt weder Hotels noch Restaurants — sondern eine menschliche Präsenz, die den Ort lebendig hält, ohne ihn zu verfremden.
Man erreicht Pentedattilo über die Straße, die von Melito di Porto Salvo hinaufführt. Das letzte Stück geht man zu Fuß, über eine Steintreppe, die ins Herz des Dorfes führt. Man wandert zwischen zerfallenen und in Restaurierung befindlichen Häusern, zwischen in der Sonne schlafenden Katzen und Wandmalereien, die die Geschichte des Ortes erzählen. Die Kirche der Candelora bewahrt Spuren der originalen Fresken; der Fels der Hand ragt über den Häusern auf wie ein Schutz oder eine Drohung.
Das Panorama ist außergewöhnlich: auf der einen Seite die Straße von Messina mit Sizilien und dem Ätna im Hintergrund, auf der anderen die Berge des Aspromonte, die ins Landesinnere ansteigen. Es ist eine Landschaft, die erklärt, warum die Griechen diesen Punkt für eine Siedlung wählten — und warum die Natur am Ende siegte.
Die beste Zeit für einen Besuch in Pentedattilo ist Frühling und Herbst. Im Sommer ist die Hitze intensiv, und der Fels reflektiert die Sonne; im Winter ist das Dorf oft in Nebel gehüllt, was es noch gespenstischer macht. Man besucht es in ein paar Stunden, doch es lohnt sich, einen halben Tag zu bleiben, um die Atmosphäre aufzusaugen.
Pentedattilo ist kein Museum — es ist ein Ort im Übergang zwischen Aufgabe und Wiedergeburt, schwebend zwischen der Vergangenheit und einer noch ungewissen Zukunft. Es zu besuchen bedeutet, Teil dieser Zukunft zu sein.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Pentedattilo?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Oktober e November, quando è meno affollata.
Pentedattilo è affollata?
Pentedattilo è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Pentedattilo?
Pentedattilo si trova in Melito di Porto Salvo, Kalabrien, Italien.