Sentiero del Brigante: vom Aspromonte zu den kalabrischen Serre
Eine lange Wanderdurchquerung durch das bergige Herz Süd-Kalabriens, zwischen Aspromonte und Serre, auf Pfaden, die fast kein Wanderer aus dem Norden kennt. Buchenwälder, Fiumaren und entvölkerte Dörfer, weit abseits der Touristenrouten.
Foto: Gino Larosa (CC BY-SA 2.5) — Wikimedia Commons
Wenn man an Kalabrien denkt, kommen einem die Küstenstrände in den Sinn, doch sein authentischstes Herz liegt oben, zwischen den Bergen des Aspromonte und der Hochebene der Serre. Der Sentiero del Brigante durchquert eben diesen vertikalen, stillen Süden und folgt teilweise den Wegen, auf denen einst die Räuber sich unbemerkt zwischen den Wäldern bewegten. Es ist einer der großen italienischen Fernwanderwege mit den wenigsten Besuchern: Man legt ihn oft zurück, ohne stundenlang jemandem zu begegnen, in Landschaften, die in der Zeit stehen geblieben scheinen.
Die Route
Die Route verläuft von Süd nach Nord und beginnt in der Gegend von Gambarie, dem kleinen Bergstützpunkt des Aspromonte, und steigt entlang der mit uralten Buchenwäldern bedeckten Kämme hinauf. Man durchquert die Landschaften des Nationalparks Aspromonte mit seinen Hochebenen, Lichtungen und den plötzlich zwischen den Bäumen aufragenden Felsformationen. Weiter nach Norden steigt und fällt der Weg entlang der Fiumaren, den breiten Kiesbetten, die typisch für Kalabrien sind, und berührt Bergdörfer im Landesinneren, in denen das Leben noch langsam fließt. Man kommt an Orten wie Mongiana vorbei, das mit der Geschichte der alten bourbonischen Eisenwerke verbunden ist, und tritt in das Gebiet des Regionalen Naturparks Serre ein, wo Weißtannen- und Buchenwälder die Hauptrolle übernehmen. Die Ankunft ist im nördlichen Teil der Serre, in Richtung Serra San Bruno, dem Ort der berühmten, in die Wälder eingebetteten Kartause.
Der Anspruch
Aus wanderischer Sicht ist es eine mehrtägige Route, die mit Vorbereitung angegangen werden muss. Sie ist technisch nicht alpin, verlangt aber trainierte Beine und gute Autonomie: Die Etappen sind lang, die Höhenmeter summieren sich Tag für Tag, und die Stützpunkte sind rar. Es empfiehlt sich, im Voraus zu planen, wo man schläft und isst, denn die Dienstleistungen in den kleinen durchquerten Orten sind begrenzt und nicht immer garantiert. Die Wegmarkierung existiert, kann aber stellenweise verblasst oder von der Vegetation überwuchert sein; deshalb ist es unerlässlich, GPS-Track, Karte und Kompass mitzunehmen und sich nicht nur auf die Schilder zu verlassen. Das Wasser muss sorgfältig verwaltet werden: Im Sommer können einige Quellen versiegen.
Die beste Reisezeit
Die beste Zeit zum Wandern hier ist der Spätfrühling, zwischen Mai und Juni, sowie der Herbst, im Oktober. In diesen Monaten sind die Temperaturen in der Höhe angenehm, die Buchenwälder stehen im vollen Frühlingsgrün oder leuchten in Herbstfarben, und man vermeidet sowohl die erdrückende Hitze des kalabrischen Sommers als auch die Unsicherheit der kalten Jahreszeit, wenn es in der Höhe schneien kann. Es sind auch die Zeiten, in denen die Berge am einsamsten sind: Die überwältigende Mehrheit der Touristen ist in diesen Monaten woanders, und hier gibt es ohnehin nicht den Wanderstrom, den man auf den Alpen oder den bekannteren Apenninen findet. Auf dem Sentiero del Brigante zu wandern bedeutet, ganze Tage voller Wald für sich allein zu haben.
Ein langsamer Weg
Es lohnt sich, ein paar Worte über den Wert dieses langsamen Weges zu verlieren. Aspromonte und Serre zu Fuß zu durchqueren bedeutet, in Kontakt mit einem Kalabrien zu treten, das der Entvölkerung standhält, geprägt von Hirten, alten Waldtraditionen und einer unberührt gebliebenen Natur gerade weil sie wenig frequentiert ist. Jedes Dorf erzählt eine Geschichte von Auswanderung und zähen Wurzeln, und die Landschaft ändert sich ständig, von den auf die Meerenge blickenden Gipfeln des Aspromonte bis zu den geordneten Wäldern der Serre. Es ist eine Art zu reisen, die Zeit und Neugier verlangt, aber mit Begegnungen und Stille belohnt, wie sie auf den bekannteren Routen unmöglich zu finden sind.
Ein praktischer Tipp: Behandle diese Wanderung nicht wie eine einfache Exkursion, sondern wie eine kleine Reise in ein Gebiet, in dem Gastfreundschaft gesucht und aufgebaut werden muss. Wer sich rechtzeitig telefonisch bei Etappenwirten, Agriturismi oder B&Bs in den Bergdörfern meldet, macht den Unterschied zwischen einem entspannten Tag und einem komplizierten Abend. Sich Zeit für Gespräche mit den Einheimischen zu nehmen, ist nicht nur der beste Weg, um zu erfahren, wo man sich versorgen kann, sondern schenkt auch den wahren Sinn dieses inneren Südens: gastfreundlich, stolz und noch wenig an Wanderer gewöhnt. Brich mit Lebensmittelvorräten für mehrere Tage auf, mit eingelaufenen Schuhen und der Flexibilität, die Etappen an deine Kräfte anzupassen.
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Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Sentiero del Brigante?
Il periodo consigliato è Mai, Juni e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Sentiero del Brigante?
Sentiero del Brigante si trova in Aspromonte und Serre, Süd-Kalabrien.