Die verborgene Costa degli Dei: von Pizzo nach Capo Vaticano ohne Menschenmenge
Zwischen Pizzo Calabro und Capo Vaticano verbirgt sich eine Küste mit geheimen Buchten, sarazenischen Türmen und authentischen Fischerdörfern, die im Schatten des nahen Tropea leben. Eine langsame Route entlang des kalabrischen Tyrrhenischen Meeres.
Foto: Luca Galli from Torino, Italy (CC BY 4.0) — Wikimedia Commons
Alle kennen Tropea. Sein historisches Zentrum auf der Steilküste, die Kirche Santa Maria dell'Isola, die rote Zwiebel: Bilder, die um die Welt gegangen sind und jedes Jahr im Sommer Hunderttausende von Besuchern anziehen. Doch wenige wissen, dass wenige Kilometer in die eine oder andere Richtung genügen, um sich in einer völlig anderen Welt wiederzufinden: eine ebenso schöne Küste, mit ebenso kristallklarem Wasser, aber mit einem Bruchteil des Andrangs und einer Authentizität, die Tropea unweigerlich verloren hat.
Der ideale Ausgangspunkt ist Pizzo Calabro, rund fünfzehn Kilometer nördlich von Tropea. Dieses kleine Fischerdorf auf einem Vorsprung, der über den Golf von Sant'Eufemia herrscht, ist für zwei Dinge berühmt: das aragonesische Kastell, in dem Joachim Murat, Schwager Napoleons und König von Napoli, 1815 gerichtet und erschossen wurde; und das tartufo di Pizzo, ein handwerkliches Speiseeis in unregelmäßiger Form, gefüllt mit geschmolzener Schokolade und Haselnuss, hier erfunden und noch heute in jeder Eisdiele der Ortsmitte von Hand zubereitet. Doch Pizzo ist viel mehr als das.
Die Chiesetta di Piedigrotta ist das wahre verborgene Juwel. Der Legende nach im 17. Jahrhundert von neapolitanischen Schiffbrüchigen als Dank für die geglückte Rettung in den Tuff der Steilküste gemeißelt, wurde sie später erweitert und mit direkt in den Fels gehauenen Statuen lokaler Künstler bereichert. Der Effekt ist surreal: Betritt man sie durch die kleine Tür am Strand, findet man sich in einer von natürlichen Spalten beleuchteten Grotte wieder, mit Dutzenden sakralen Figuren, die aus den Wänden wie eine dreidimensionale Krippe hervortreten. Der Eintritt kostet wenige Euro und ist jeden Cent wert.
Von Pizzo folgt man der Küste südwärts auf der Küstenstraße – unter Umgehung der Autobahn – und durchquert eine Reihe von Dörfern und Marinen, die längere Halts verdienen. Briatico mit seinem aragonesischen Turm und dem Strand San Francesco ist ein Fischerdorf, in dem man morgens noch dem Fischverkauf am Kai beiwohnen kann. Der Strand von Grotticelle auf halbem Weg zwischen Briatico und Tropea ist eine von Granitfelsen geschützte Bucht mit unglaublich blauem Wasser.
Hat man Tropea passiert – am besten abends, wenn die Touristen essen und die Straßen sich leeren – erreicht man Capo Vaticano, ein Granitvorgebirge, das wie der Bug eines Schiffes ins Tyrrhenische Meer ragt. Der 1885 erbaute Leuchtturm von Capo Vaticano ist von einem Kiefernhain umgeben, in dessen Schatten man rasten und einen Blick genießen kann, der die Äolischen Inseln umfasst, wobei sich der Stromboli an klaren Tagen mit seinem perfekten Kegelprofil am Horizont abzeichnet. Die Buchten unterhalb des Kaps – Grotticelle, Formicoli, Praia i Focu – sind über steile, aber panoramische Pfade zu Fuß erreichbar und bieten ideale Grundverhältnisse zum Schnorcheln.
Weiter südlich sind Joppolo und Coccorino verschlafene Fraktionen, in denen der Tourismus ein fast abstrakter Begriff ist. Der Strand von Coccorino mit seinen flachen Felsen und dem transparenten Wasser wird fast ausschließlich von Einheimischen besucht. Hier verläuft die Zeit mit einer Langsamkeit, die den Geschmack des Kalabrien von vor dreißig Jahren hat.
Zum Essen bieten sich entlang dieses Küstenabschnitts zahlreiche Möglichkeiten. In Pizzo serviert die Trattoria da Ercole an der Uferpromenade fangfrischen Fisch mit unbezahlbarem Blick auf den Golf: Die frittierten Sardellen und die Pasta mit Sardinen sind erhaben. In Briatico bietet das Ristorante Il Brigantino Fischsuppen und Spaghetti mit Seeigeln, die die Abweichung wert sind. Für Streetfood servieren die Rosticcerien von Pizzo pittelle fritte – frittierte Kugeln aus Hefeteig, gefüllt mit Sardellen oder 'nduja – der perfekte Snack für den Strand.
Die rote Zwiebel von Tropea wird trotz ihres Namens tatsächlich entlang dieses gesamten Küstenstreifens angebaut. In Ricadi und Capo Vaticano findet man sie an den Bauernständen entlang der Straße, frisch und süß, ideal roh im Salat mit Tomaten und Oregano. Die zu suchenden Weine sind die der Costa degli Dei, vor allem der als Rosé vinifizierte Magliocco, frisch und saftig, ideal zum Fisch.
Zum Übernachten fernab des Trubels von Tropea bietet der Agriturismo Torre Ruffa in einer Masseria aus dem 18. Jahrhundert nahe Capo Vaticano geräumige Zimmer mit Meerblick und einen zwischen Olivenbäumen angelegten Pool. In Pizzo hat das B&B Palazzo Ferrante in der Altstadt freskierte Zimmer und eine Terrasse, auf der das Frühstück zum panoramischen Ritual wird.
Diese Route von Pizzo nach Capo Vaticano lässt sich an einem Tag absolvieren, verdient aber mindestens drei oder vier Tage, um mit der Langsamkeit genossen zu werden, die die kalabrische Küste verlangt. Sie ist der Beweis, dass sich Schönheit in Kalabrien nicht an einem einzigen Punkt konzentriert, sondern sich großzügig über Kilometer vergessener Küste verteilt, in Erwartung derer, die die Neugier haben, sie zu suchen.
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Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Die verborgene Costa degli Dei?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Die verborgene Costa degli Dei è affollata?
Die verborgene Costa degli Dei è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Die verborgene Costa degli Dei?
Die verborgene Costa degli Dei si trova in Kalabrien, Italien.
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