Mdina: die Stadt der Stille im Zentrum Maltas, wo die Zeit zu Stein wurde
Mdina, die alte Hauptstadt Maltas von goldenen Bastionen umgeben, ist die Stadt der Stille: leere Gassen, Adelspaläste und Blicke über das Mittelmeer.
Foto: R Muscat (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Die Stadt, in der Lärm verboten ist
Während sich La Valletta mit Kreuzfahrttouristen füllt und Sliema vor Nachtleben pulsiert, erhebt sich im Zentrum der Insel Malta eine Stadt, die aus der Stille ihre Daseinsberechtigung gemacht hat. Mdina — die alte maltesische Hauptstadt, bewohnt seit der Bronzezeit — erhebt sich auf einem felsigen Plateau, umgeben von Bastionen, die vom Kalkstein Globigerina golden schimmern; im Inneren leben weniger als dreihundert Menschen. Autos sind verboten (außer für Bewohner), Massentourismus wird nicht gefördert, und nach Sonnenuntergang entleeren sich die Straßen vollständig, sodass der Besucher allein mit dem Klang der eigenen Schritte auf den Steinplatten zurückbleibt.
Die Malteser nennen sie noch immer Città Notabile — den Namen, den ihr die Normannen im 12. Jahrhundert gaben — oder schlicht die Altstadt. Für die Ritter des heiligen Johannes war sie das Machtzentrum, bevor La Valletta 1566 erbaut wurde. Für den heutigen Reisenden ist sie eine Zeitreise: eine mittelalterlich-barocke Stadt, in der jeder Palast, jede Kirche, jede Sackgasse acht Jahrhunderte mediterrane Geschichte erzählt.
Was man sehen sollte
Das Tor von Mdina (Mdina Gate)
Der Zutritt zur Stadt ist ein theatralischer Moment: das Barocktor von 1724, entworfen vom französischen Architekten Charles François de Mondion, öffnet sich in der mittelalterlichen Mauer wie ein Vorhang. Jenseits der Schwelle verschwindet das Rauschen der modernen Welt buchstäblich — die akustische Wirkung der Mauern ist erstaunlich.
Die Kathedrale San Paolo
Die 1697 an der Stelle errichtete Kathedrale, an der der Legende nach der heilige Paulus nach seinem Schiffbruch im Jahr 60 n. Chr. auf Malta lebte, ist ein Meisterwerk des maltesischen Barock. Das Innere ist eine Symphonie aus polychromen Marmorarbeiten, Fresken von Mattia Preti (dem kalabrischen Maler, der Ritter Maltas wurde) und einem Boden aus intarsierten Marmorgrabplatten, der die Gräber der Ritter und des maltesischen Adels bedeckt. Das Kathedralmuseum bewahrt eine Serie von Holzschnitten Albrecht Dürers.
Palazzo Falson
Einer der ältesten mittelalterlichen Paläste Maltas, in ein Hausmuseum verwandelt, das zeigt, wie die maltesische Aristokratie über die Jahrhunderte lebte. Die Sammlungen umfassen Silber, Gemälde, Waffen und eine seltene Bibliothek. Der Innenhof mit Brunnen und mediterranen Pflanzen ist eine Oase des Friedens in der Stadt des Friedens.
Die Bastionen und der Ausblick
Die Bastionen von Mdina bieten einen Blick, der fast die gesamte Insel Malta umfasst: nach Osten die Kuppeln von Mosta und die Glockentürme Dutzender Kirchen; nach Norden die Küste und der Kanal, der Malta von Gozo trennt; nach Westen die Klippen von Dingli. Bei Sonnenuntergang, wenn der Kalkstein in Gold und Rosa aufleuchtet, gehört dieser Blick zu den schönsten des Mittelmeers.
Rabat
Gleich außerhalb der Mauern von Mdina erstreckt sich Rabat, der Vorort, in dem sich die Katakomben des heiligen Paulus und der heiligen Agatha befinden — zu den ältesten des Mittelmeers zählend — sowie die Paulusgrotte, der traditionelle Ort des Aufenthalts des Apostels auf Malta. Rabat ist weniger malerisch als Mdina, aber lebendiger, mit Märkten, Cafés und maltesischem Alltag.
Was man essen sollte
- Pastizzi — Blätterteigtaschen gefüllt mit Ricotta (rikotta) oder Erbsen (piżelli), das nationale Street Food Maltas. Knusprig, fettig und unwiderstehlich. Zu finden in den Pastizzerien von Rabat.
- Fenek — Kaninchen, das Nationalgericht Maltas, in Wein mit Knoblauch und Kräutern geschmort. Ein rustikaler, kraftvoller Geschmack, der an die sizilianische Küche erinnert.
- Ftira — die maltesische Focaccia, ähnlich einer Pizza, belegt mit Tomate, Oliven, Kapern und Thunfisch.
- Imqaret — in Teig frittierte Datteln, ein Süßgebäck arabischer Herkunft, das die multikulturelle Geschichte Maltas erzählt.
Der Fontanella Tea Garden auf den Bastionen von Mdina serviert maltesische Süßspeisen und Tee mit atemberaubendem Blick. De Mondion im luxuriösen Xara Palace bietet mediterrane Spitzenküche in einem Palast des 17. Jahrhunderts.
Anreise
Mdina liegt im Zentrum der Insel Malta. Vom internationalen Flughafen Malta (MLA) rechnen Sie mit 20 Minuten Auto- oder Taxifahrt. Von La Valletta erreicht der Bus 51 oder 52 Rabat (am Fuß von Mdina) in etwa 40 Minuten. Malta ist durch Direktflüge mit Italien verbunden — aus Roma, Milano, Catania und weiteren Städten — der Flug von Roma dauert etwa 1 Stunde 20 Minuten. Von Sliema oder St. Julian's: etwa 30 Minuten mit dem Auto.
Wann fahren
März-Juni und September-November sind die idealen Reisezeiten: mildes Klima (18-28 °C), wenige Touristen und perfektes Licht für die Fotografie. Juli und August sind sehr heiß (35 °C+), doch Mdina profitiert auf seiner Höhe von der Brise. Der maltesische Winter ist mild (12-18 °C), und die Stadt ist praktisch menschenleer — perfekt für alle, die die absolute Stille suchen. Das Fest des heiligen Paulus (10. Februar) belebt Mdina und Rabat mit Prozessionen und Feuerwerk — einer der wenigen Tage, an denen die Stadt der Stille die Stimme erhebt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Mdina?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Mdina è affollata?
Mdina è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Mdina?
Mdina si trova in Mdina, Malta.