Scilla, Charybdis und die steinerne Sirene an der Meerenge von Messina
Dort, wo das Tyrrhenische Meer auf das Ionische trifft, klammert sich ein Fischerdorf an einen Felsen: Es gab dem homerischen Ungeheuer seinen Namen und bewahrt bis heute die Kunst des Schwertfischfangs mit der Lampara.
Foto: Benjamin Smith (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Scilla ist der Ort, an dem die griechische Mythologie tatsächlich Wurzeln im Fels geschlagen hat. Das Kap des Castello Ruffo - ein Basaltfelsen, der wie ein Zahn in die Meerenge von Messina hineinragt - ist das Ungeheuer Skylla, das Homer in der Odyssee beschrieb. Auf der gegenüberliegenden Seite sind die reißenden Strudel der Meerenge Charybdis. Es ist nicht bloß Poesie: Die Strömungen, die hier aufeinandertreffen, gehören zu den heftigsten des gesamten Mittelmeers, und die Fischer wissen das seit dreitausend Jahren.
Das Viertel Chianalea
Unterhalb des Kastells, an die Klippen geklammert, mit Häusern, die direkt aus dem Wasser aufsteigen, liegt das Viertel Chianalea: eines der fotogensten und zugleich am wenigsten besuchten Fischerdörfer Kalabriens. Die Häuser stehen so dicht am Meer, dass die Boote vor den Türen festgemacht werden wie Autos in der Garage. Die Gassen sind kaum breiter als ein Mensch, und an den Fenstern flattert die Wäsche im Wind der Meerenge. Im Sommer entdecken einige Touristen den Ort, doch im Frühjahr und Herbst gehört er fast ausschließlich den Fischern.
Der Schwertfischfang mit der Lampara
Die älteste Tradition Scillas ist der Schwertfischfang mit der Feluca - einem langen, schmalen Boot mit einem hohen Mast, von dem aus der Fischer die Beute erspäht - und der Lampara, jener Lichtquelle, die den Schwertfisch nachts an die Oberfläche lockt. Ein uraltes Handwerk, beinahe verschwunden, das nur noch in wenigen Häfen entlang der Meerenge überlebt. Saison ist im Juni und Juli. In den Restaurants von Chianalea wird der frische Schwertfisch "alla ghiotta" serviert - mit Tomaten, Kapern, Oliven und Zwiebeln - für zwölf bis achtzehn Euro pro Portion.
Scilla, gesehen von der Meerenge aus
Scilla liegt achtundzwanzig Kilometer von Reggio Calabria entfernt (dreißig Minuten mit dem Zug) und ist von Messina, dem gegenüberliegenden Ufer der Meerenge, deutlich zu sehen. Im Mai und September ist der Ort lebendig, aber nicht überlaufen. Der Strand von Marina Grande gehört zu den wenigen Kies- und Sandstränden der tyrrhenischen Küste Kalabriens: lang und kaum bewirtschaftet. Das Castello Ruffo, heute Museum mit atemberaubender Aussicht, ist ganzjährig geöffnet.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Scilla?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Scilla è affollata?
Scilla è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Scilla?
Scilla si trova in Scilla, Reggio Calabria, Italien.