Ćiro Trail: die ehemalige Bahnstrecke des herzegowinischen Karsts, von Mostar nach Trebinje
Eine alte österreichisch-ungarische Schmalspurbahn, umgewandelt in einen Greenway zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien. Sie durchquert halb entvölkerte Dörfer, Weinberge und Karstschluchten des inneren Balkans, wo Radtourismus im Vergleich zu den überfüllten Adriaküsten noch eine Seltenheit ist.
Foto: Mark Ahsmann (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Fast alle stellen sich beim Gedanken an diesen Teil Europas die Mauern von Dubrovnik oder die Brücke von Mostar voller Menschen vor. Nur sehr wenige wissen, dass zwischen diesen beiden Städten eine alte, aufgegebene Bahnstrecke verläuft, die Ćiro-Linie, zur Zeit des Österreichisch-Ungarischen Reichs als Schmalspur gebaut und vor Jahrzehnten stillgelegt. Heute ist ein guter Teil als grenzüberschreitende Radroute wiederhergestellt worden, und wer sie befährt, durchquert ein inneres Herzegowina, das der Massentourismus einfach überspringt: halbleere Dörfer, Weinberge, Kalkstein und Stille.
Die Route
Gewöhnlich startet man in Mostar mit seiner Stari Most und den osmanischen Vierteln und zielt südwärts entlang des Tals. Die Strecke berührt Blagaj, wo die Quelle des Flusses Buna neben einem alten Derwischkloster aus dem Fels tritt, eingebettet unter einer Felswand: Ein längerer Halt lohnt sich. Man fährt weiter Richtung Počitelj, ein befestigtes Steindorf am Hang, und tritt ins Herz des herzegowinischen Karsts ein, aus Dolinen, Trockenmauern und wenigen Häusern bestehend.
Weiter geht es nach Trebinje, einer um den Fluss Trebišnjica gescharten Kleinstadt, mit ihrer Arslanagić-Brücke und den Platanen des alten Platzes: Sie ist das Weinbauzentrum der Region und ein guter Ort für eine Übernachtung. Von hier biegt die historische Trasse der Ćiro Richtung kroatische Grenze ab und steigt schließlich zur Adria hinab nach Dubrovnik und schließt die Route am Meer. Nicht die gesamte Strecke ist gleich: Einige Abschnitte sind eigens gewidmete und gepflegte Greenways, andere folgen Nebenstraßen mit geringem Verkehr, und der Belag reicht von Asphalt bis zu kompaktem Schotter.
Der Anspruch
Vom Aufwand her ist es eine Route, die für alle mit ein wenig Erfahrung machbar ist. Der alte Bahndamm hält naturgemäß sanfte und regelmäßige Steigungen ein, sodass es keine wirklich harten Anstiege gibt; die anstrengendsten Passagen liegen eher in den Verbindungen auf normalen Straßen zwischen den einzelnen Abschnitten. Ein Gravel-Bike oder ein Mountainbike ist wegen der nicht asphaltierten Abschnitte die entspannteste Wahl. Die Verwaltung von Wasser und Vorräten muss geplant werden, denn zwischen einem Dorf und dem nächsten gibt es wenige Nachschubgelegenheiten.
Für die Anreise sind die Referenzflughäfen der von Mostar, der von Dubrovnik auf kroatischer Seite und, weiter entfernt, der von Sarajevo. Viele wählen einen Transfer für die Rückkehr, weil die Route linear und kein Rundkurs ist. Es ist grundlegend zu bedenken, dass man eine internationale Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien überquert: gültiges Dokument und Beachtung der offiziellen Grenzübergänge sind Pflicht.
Wann fahren
Die beste Zeit reicht vom Spätfrühling bis zum Frühherbst, ungefähr von Mai bis Oktober. Der Hochsommer im inneren Karst kann sehr heiß sein und Schatten ist rar, weshalb Mai, Anfang Juni und dann September-Oktober die idealen Fenster sind: angenehme Temperaturen, langes Licht und vor allem Weinberge in Aktivität gegen Ende der Saison. Gerade weil der Ruhm der Region ganz auf die beiden Postkartenstädte und die Küste konzentriert ist, bleibt das Hinterland auch in den Monaten ruhig, in denen die kroatische Adria überrannt wird: Hier fährt man stundenlang und kreuzt mehr Herden als Radfahrer.
Es lohnt sich auch, den menschlichen Kontext dieser Reise zu erwähnen. Das innere Herzegowina hat Kriege und Entvölkerung erlebt, und viele der Dörfer, die man durchquert, sind heute von wenigen älteren Familien bewohnt. Das schenkt Stille und Authentizität, bedeutet aber auch, dass die Serviceangebote aufs Nötigste reduziert sind: Ein Laden, der auch als Bar dient, kann kilometerweit der einzige Verpflegungspunkt sein. Vorräte und Wasser großzügig zu planen ist kein Detail, sondern der Schlüssel, die Etappen ohne Sorgen zu genießen. Entlang der Strecke stößt man auf alte Bahnwärterhäuser, Steinbrücken und Tunnel der Originallinie, Zeugnisse eines für die damalige Zeit bemerkenswerten Ingenieurwerks.
Praktische Tipps
Ein praktischer Tipp: Widmen Sie Zeit den önologischen Zwischenstopps in Trebinje und Umgebung, wo die Weingüter autochthone Rebsorten produzieren, die außerhalb des Balkans wenig bekannt sind, und organisieren Sie die Etappen so, dass Sie in den kleinen Dörfern schlafen, statt jeden Abend in die Hauptstädte zurückzukehren. Dort, in einer Dorf-Konoba am Ende des Tages, gibt diese Route ihr Bestes. Prüfen Sie zudem im Voraus den Zustand der einzelnen wiederhergestellten Abschnitte, denn die Umgestaltung der Linie erfolgte segmentweise und die Bedingungen können sich von Jahr zu Jahr ändern.
Praktische Leitfäden für Udine
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Ćiro Trail?
Il periodo consigliato è Mai e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Ćiro Trail?
Ćiro Trail si trova in Von Mostar nach Trebinje und Dubrovnik, Bosnien-Herzegowina/Kroatien.