Blagaj, Bosnien-Herzegowina

Blagaj: wo die Buna aus dem Berg entspringt und die Sufi-Mystik noch lebt

In Blagaj, in Bosnien, quillt ein Fluss aus einer Höhle unter einer 200 Meter hohen Wand hervor, und ein Sufi-Kloster aus dem 16. Jahrhundert wacht über dem Wasser. Reine Magie.

Foto di Blagaj, Bosnien-Herzegowina — Blagaj: wo die Buna aus dem Berg entspringt und die Sufi-Mystik noch lebt

Foto: Vito Pietri (CC BY-SA 4.0) — Flickr

Der Ort, an dem Wasser auf Glauben trifft

Es gibt Orte, die sich beim ersten Blick ins Gedächtnis einprägen. Blagaj ist einer davon. Der Fluss Buna entspringt aus einer Höhle am Fuß einer zweihundert Meter hohen Kalksteinwand, und am Ufer, eingebettet zwischen Fels und Wasser wie ein Traum eines osmanischen Miniaturmalers, spiegelt sich die Tekija — ein Derwischkloster aus dem 16. Jahrhundert — im türkisfarbenen Wasser mit einer Symmetrie, die von der Natur wie am Reißbrett entworfen zu sein scheint.

Blagaj liegt nur zwölf Kilometer von Mostar entfernt, in fünfzehn Autominuten oder mit dem lokalen Bus Nummer 12 erreichbar. Doch die meisten Besucher Mostars kommen nie hierher, zu beschäftigt damit, die Brücke zu fotografieren. Ein Fehler: Blagaj ist stimmungsvoller, stiller und authentischer.

Die Tekija

Die Blagaj Tekija wurde um 1520 errichtet, während der Blütezeit des Halveti-Ordens, einer Sufi-Bruderschaft. Die Derwische lebten hier in mystischer Zurückgezogenheit und praktizierten das Dhikr (die Wiederholung der Namen Gottes) im Rhythmus des Wassers, das aus der Höhle strömte. Die Tekija wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, zuletzt im 18. Jahrhundert — die heutige Form mit der hölzernen Loggia, die über das Wasser hinausragt, stammt aus dieser Zeit.

Heute ist sie für Besucher geöffnet (Eintritt 5 KM, etwa 2,50 Euro). Im Inneren besichtigt man die Räume der Derwische — schlicht, mit Gebetsteppichen, Nischen für heilige Bücher und Fenstern, die Wasser und Fels einrahmen. Das Musafirhana (Gästesaal) hat geschnitzte Holzdecken und einen Ausblick auf die Quelle, der auch die weltlichsten Besucher zur Meditation einlädt. Man betritt die Räume barfuß und spricht leise — nicht wegen einer Vorschrift, sondern weil der Ort es natürlich verlangt.

Die Quelle der Buna

Die Quelle der Buna ist die größte Karstquelle Bosniens und eine der größten Europas. Das Wasser tritt bei einer konstanten Temperatur von zehn Grad aus der Höhle hervor, mit einer Schüttung, die im Frühling bis zu dreiundvierzig Kubikmeter pro Sekunde erreichen kann. Die Farbe — ein tiefes Türkis, das je nach Licht ins Smaragdgrün changiert — ist auf die Kalkmineralisierung und die Tiefe der Quelle zurückzuführen, die Taucher bis zwanzig Meter erkundet haben, ohne ihren Grund zu finden.

Ein Pfad folgt dem Ufer der Buna von der Tekija bis zur Höhle, in die man einige Meter eintreten kann (Vorsicht: rutschig). Der Spaziergang ist kurz und leicht, doch die Dichte an Schönheit pro laufendem Meter gehört zu den höchsten des Balkans.

Das Dorf und die Festung

Das Dorf Blagaj hat einen dezenten Charme: osmanische Häuser mit Gärten voller Granatäpfel, ein kleiner Basar, die Moschee des Sultans Süleyman. Über dem Dorf beherrschen die Ruinen der Festung Stjepan (Stjepan Grad) das Tal vom Gipfel der Kalksteinwand. Der Aufstieg ist anspruchsvoll (vierzig Minuten auf einem steilen und kaum markierten Pfad), doch die Aussicht vom Gipfel — auf die Quelle, die Tekija, die Ebene von Mostar und die umliegenden Berge — ist außergewöhnlich.

Was essen

Die Restaurants entlang der Buna sind der eigentliche Grund, warum die Einheimischen nach Blagaj kommen. Die über dem Wasser errichteten Terrassen — die Füße beinahe im Fluss — servieren Süßwasserfisch: Die Buna-Forelle, im Fluss gefangen und frisch gegrillt, ist das Wahrzeichengericht. Sie wird ganz serviert, mit Salat, Kartoffeln und Zitrone.

Weitere Spezialitäten: Japrak (gefüllte Weinblätter), Klepe (bosnische Ravioli mit Fleisch, in Brühe mit Knoblauch und Joghurt serviert), frisches Somun aus dem Ofen und der unvermeidliche Bosanska Kafa. Ein komplettes Mittagessen mit Forelle und Bier kostet zwischen acht und fünfzehn Euro. Das bekannteste Restaurant ist das Vrelo, direkt neben der Tekija.

Wann hinfahren und Tipps

Blagaj ist das ganze Jahr über schön, doch die besten Monate sind von April bis Oktober. Im Frühling ist die Quelle am schüttungsreichsten und die Wasserfarbe am intensivsten. Im Sommer sind die Terrassen am Fluss die perfekte Zuflucht vor der Hitze der Ebene. Der Besuch dauert zwei bis drei Stunden und lässt sich leicht mit Mostar, Počitelj und den Kravice-Wasserfällen zu einem Tagesausflug kombinieren.

Ein Rat: früh am Morgen oder am späten Nachmittag ankommen, wenn das Licht schräg ins Tal fällt und sich die Tekija perfekt im stillen Wasser der Quelle spiegelt. In diesem Moment versteht auch der zynischste Reisende, warum die Derwische gerade diesen Ort zur Meditation wählten.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Blagaj?

Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, Juli, August, September e Oktober, quando è meno affollata.

Blagaj è affollata?

Blagaj è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Blagaj?

Blagaj si trova in Blagaj, Bosnien-Herzegowina.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Luglio Agosto Settembre Ottobre

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