Der Höhenrücken der Nebrodi
Der Nebrodi-Park in der Provinz Messina beherbergt den größten Wald Siziliens, mit Hochgebirgsseen und wild lebenden San-Fratello-Pferden. Wer nur Strände sucht, lässt ihn völlig links liegen und überlässt dieses grüne Hochland wenigen Wanderern.
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Wenige verbinden Sizilien mit tiefen Wäldern und Hochgebirgsweiden, und doch sind die Nebrodi genau das: das größte Waldgebiet der Insel, eine Bergkette, die parallel zur tyrrhenischen Küste bei Messina verläuft. Während sich der Touristenstrom auf die Strände und die berühmten Ziele wie den Ätna oder die Äolischen Inseln ergießt, herrscht hier oben eine fast nordische Ruhe. Es ist eine Landschaft aus Buchenwäldern, Eichen, welligen Bergkämmen und Stille, bewohnt von San-Fratello-Pferden, die frei weiden, und Raubvögeln, die über den Kämmen kreisen.
Der Höhenrücken
Das Rückgrat des Parks ist die lange Kette, der man entlang des sogenannten Höhenrückens der Nebrodi folgt, einer Kammroute, die das Herz des Schutzgebiets durchquert. Man muss ihn nicht ganz begehen, um seinen Geist zu erfassen: Man kann ihn in Abschnitten genießen, ausgehend von den Dörfern, die ihn säumen. Einer der beliebtesten Orte ist der Biviere di Cesarò-See, ein Hochgebirgsspiegel, umrahmt von Wiesen und dem Monte Soro, dem höchsten Gipfel des Massivs, bedeckt mit einer der schönsten Buchenwälder des Südens. Der See ist eine Oase für Wasservögel und ein perfekter Aussichtspunkt: An klaren Tagen reicht der Blick bis zum Ätna, der den Horizont wie ein schwebender Vulkan abschließt.
Weiden und Dörfer
Weitere unvergessliche Ausblicke bieten die Weiden rund um Floresta, eine der höchstgelegenen Gemeinden Siziliens, und die jahrhundertealten Buchenwälder um den Monte Soro. Von den vorgelagerten Dörfern wie San Fratello, Cesarò, Floresta und Mistretta führen Pfade und Forstwege durch Wälder und Lichtungen in die Höhe, wo man nicht selten Herden von Pferden und schwarzen Nebrodi-Schweinen auf der Weide begegnet. Das ständige Gefühl ist das einer lebendigen, aber vergessenen Hochebene, in der die Weidewirtschaft noch immer den Rhythmus bestimmt.
Anreise
Für die Anreise ist ein Auto fast unerlässlich. Man steigt von der tyrrhenischen Küste auf, in Höhe von Sant'Agata di Militello oder Capo d'Orlando, und fährt zu den Bergdörfern auf Straßen, die sich zwischen Wäldern hinaufwinden. Die öffentlichen Verkehrsmittel erreichen die größeren Dörfer, aber mit spärlichen Frequenzen, wenig nützlich für alle, die sich zwischen den Pfaden bewegen wollen. In der Höhe geht es zu Fuß auf den Forstwegen weiter, die meist breit und mit regelmäßigem Untergrund sind.
Die Gesamtschwierigkeit ist im Vergleich zum Hochgebirge überschaubar: Ein Großteil der Strecken folgt Schotterstraßen und Maultierpfaden mit moderaten Steigungen, auch für nicht ganz erfahrene, aber trainierte Wanderer geeignet, sofern die Distanzen sich verlängern können. Die Höhenunterschiede sind sanft, doch die Kammetappen sind lang und ohne Unterstände, weshalb sie an die eigenen Beine und die Tageslichtstunden angepasst werden müssen. Das Wegenetz ist umfangreich, und stellenweise ist die Beschilderung nicht durchgehend, weshalb eine aktuelle Karte oder die Unterstützung eines Parkführers bei der Orientierung hilft.
Wann besuchen
Der beste Zeitpunkt ist der Spätfrühling zwischen Mai und Juni, wenn die Buchenwälder leuchtend grün sind, die Wiesen blühen und die Tage lang sind; oder der Oktober, mit Wäldern, die in Gelb und Rot erstrahlen, und der klaren Luft, die die weitesten Panoramen schenkt. Der Sommer in der Höhe ist angenehm, doch die Tage können in den tieferen Lagen heiß sein, während der Winter Schnee und Nebel bringt. Selbst in den besten Zeiten bleiben die Nebrodi wenig besucht: Der sizilianische Tourismus schaut anderswohin, und das ist ihr größter Vorzug.
Ein praktischer Rat: Fülle in den Dörfern vor dem Aufstieg deine Wasservorräte auf, denn in der Höhe sind sichere Quellen selten und Einkehrmöglichkeiten fast gar nicht vorhanden. Halte Abstand zu den Pferden und weidenden Tieren, die wild sind und respektiert werden müssen, ohne dass man ihnen zu nahe kommt. Und gönne dir am Ende des Tages eine Pause in einem der Bergdörfer: Dort, vor einem Teller mit lokalen Produkten, verstehst du, warum diese grüne Ecke Siziliens weit mehr als die Vergessenheit verdient, in der sie geblieben ist.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Der Höhenrücken der Nebrodi?
Il periodo consigliato è Mai, Juni e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Der Höhenrücken der Nebrodi?
Der Höhenrücken der Nebrodi si trova in Nebrodi-Park, Provinz Messina, Italien.