Rundweg der Petralien und der Dörfer der Madonie
Im gebirgigen Herzen Siziliens, zwischen Petralia Soprana, Geraci Siculo und Gangi, eine langsame Tour durch preisgekrönte Dörfer abseits der Küstenrouten, in einem Bergmassiv, das die meisten Touristen ohne Halt passieren.
Foto: tamás szabó from Kolozsvár, Románia (CC BY-SA 2.0) — Wikimedia Commons
Die Madonie sind das zweithöchste Bergmassiv Siziliens, und dennoch bleiben sie eine Landschaft, die fast niemand durchquert. Wer in Palermo oder Catania landet, steuert direkt aufs Meer zu, und diese auf den Kalkgraten des Hinterlandes thronenden Dörfer bleiben außerhalb der Reichweite der Reisebusse. Dabei liegen hier einige der schönsten Dörfer der Insel, preisgekrönt und gepflegt, aber die meiste Zeit des Jahres leer. Und genau das macht sie perfekt für eine langsame Reise.
Die Dörfer der Madonie
Der natürliche Ausgangspunkt ist Petralia Soprana, das höchstgelegene Dorf der Madonie, ein Labyrinth aus Steingassen mit einem Panorama, das an klaren Tagen bis zum Ätna reicht. Die Piazza del Popolo, die Mutterkirche und die Aussichtspunkte werden ohne Eile zu Fuß erkundet, indem man sich in den Gassen verliert. Etwas tiefer liegt Petralia Sottana, Sitz der Verwaltung des Madonie-Parks, mit seiner Hauptstraße und den Kirchen, die auf das Imera-Tal blicken.
Von dort geht es weiter nach Geraci Siculo, altem Lehen der Ventimiglia, überragt von den Resten der Burg, die über dem Dorf aufragt. Der Aufstieg zu den Burgruinen wird mit einem 360-Grad-Blick auf die umliegenden Berge belohnt. Geraci ist auch Land der Quellen und der Käsetradition, und man hält gerne, um lokale Käsesorten zu probieren.
Die letzte große Etappe ist Gangi, das sich wie eine Krippe grauer Dächer entlang eines Bergrückens hinzieht, überragt vom Turm der Ventimiglia. Ein Spaziergang durch seine engen Gassen, das Hinauf- und Hinabsteigen der Treppen und das Hinausschauen von den Aussichtspunkten auf das Tal ist der beste Weg zu verstehen, warum dieses Dorf nationale Auszeichnungen erhalten hat. Wer Zeit hat, kann Polizzi Generosa auf der anderen Seite des Massivs hinzufügen, ein weiteres Steindorf voller Kirchen.
Anreise
Für eine Reise in die Madonie ist ein Auto praktisch unverzichtbar: Die Dörfer sind durch panoramische, aber kurvige Binnenstraßen verbunden, und der öffentliche Nahverkehr zwischen den Orten ist spärlich und wenig frequent. Am besten mietet man ein Fahrzeug in Palermo oder in Cefalù, dem Küstentor des Parks, und fährt dann in aller Ruhe ins Hinterland hinauf, da die Bergstraßen Aufmerksamkeit und Zeit verlangen. Die Entfernungen wirken auf der Karte kurz, doch die Kurven strecken sie, deshalb plant man besser nicht zu viele Etappen an einem Tag ein und übernachtet in einem der Dörfer, wo es kleine Unterkünfte und restaurierte Steinhäuser gibt.
Wann hinfahren
Die beste Zeit für diesen Rundweg ist der späte Frühling zwischen Mai und Juni sowie der Herbst im Oktober. In diesen Monaten ist die Bergluft frisch, auch wenn die sizilianische Küste vor Hitze glüht, die Buchen- und Steineichenwälder stehen in ihrer schönsten Pracht und vor allem sind die Dörfer ruhig: Die sizilianische Hochsaison konzentriert sich auf die Küste und auf Juli und August, während diese Höhenlagen aus dem Fluss herausbleiben. Im Oktober kommen auch die Herbstfarben und die Feste rund um die Bodenprodukte, Pilze, Kastanien und Käse, die die Dörfer beleben, ohne sie zu überfüllen.
Praktische Tipps
Ein praktischer Rat: Behandelt die Madonie nicht als bloßen Tagesausflug von Cefalù. Ihre Stärke liegt in den langsamen Zeiten, in den Pausen an den Aussichtspunkten, in den Gesprächen mit den Ladenbesitzern. Mindestens eine Nacht in der Höhe zu übernachten, verändert das Erlebnis völlig, denn bei Sonnenuntergang und -aufgang leeren sich die Dörfer auch von den wenigen Tagesbesuchern und es bleiben nur die Steine, der Wind und das Profil der Berge. Bringt bequeme Schuhe für die gepflasterten Anstiege mit und etwas Warmes für den Abend: selbst mitten im Sommer können die Nächte hier oben frisch sein. Nutzt außerdem das Wegenetz des Parks, das die Dörfer durch Wälder und Weiden verbindet und die Madonie im richtigen Rhythmus, dem des Wanderns, entdecken lässt. Viele Wege beginnen direkt in den Orten und lassen sich auch auf kurzen Abschnitten zwischen zwei Etappen begehen, wobei man Brunnen, alte Viehtriften und Aussichtspunkte entdeckt, die vom Auto aus nicht zu sehen sind. Und wenn ihr in ein Herbstfest geratet, bleibt: Dort, zwischen Käseständen und Erzählungen der Alten, lässt sich das Herz dieser Berge wirklich kennenlernen.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Rundweg der Petralien und der Dörfer der Madonie?
Il periodo consigliato è Mai, Juni e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Rundweg der Petralien und der Dörfer der Madonie?
Rundweg der Petralien und der Dörfer der Madonie si trova in Naturpark Madonie, Sizilien.