Dragør: das gelbe Fischerdorf eine halbe Stunde von Kopenhagen
Dragør, ein Fischerdorf mit gelben Häusern und Kopfsteinpflasterstraßen an der dänischen Küste, ist die perfekte Flucht aus dem Trubel Kopenhagens – in nur 30 Minuten.
Foto: jakuza (CC BY-SA 4.0) — Flickr
Das authentische Dänemark einen Schritt von der Hauptstadt entfernt
Dreißig Minuten mit dem Bus vom Zentrum Kopenhagens entfernt, jenseits der Rollbahnen des Flughafens Kastrup und der flachen Felder der Insel Amager, verbirgt sich ein Dorf, das einer anderen Epoche und einem anderen Land anzugehören scheint. Dragør ist eine Handvoll ocker-, gelb- und weißfarbener Häuser rund um einen kleinen Hafen, in dem historische Segelfischerboote den Platz mit Motorbooten teilen. Die Gassen sind so schmal, dass zwei Menschen sich Mühe geben müssen, aneinander vorbeizukommen; die Dächer sind mit roten Ziegeln gedeckt; die kleinen Vorgärten quellen über von Rosen und Stockrosen, die im Sommer eine bunte Galerie bilden.
Dragør wurde im 12. Jahrhundert als Fischerdorf für Heringe gegründet und wurde später ein Hafen für niederländische Kaufleute, die sich im 16. Jahrhundert auf Einladung des dänischen Königs hier niederließen, um Tulpen und Gemüse anzubauen. Der niederländische Einfluss ist in der Architektur der Häuser noch heute spürbar, mit ihren Treppengiebeln und den mit fast manischer Sorgfalt gepflegten Fassaden.
Was man sehen sollte
Der Hafen (Dragør Havn)
Der Hafen von Dragør ist das Herz des Dorfes: Fischerboote und historische Segler schaukeln auf dem stillen Wasser des Öresund, mit der Silhouette der schwedischen Küste am Horizont. Setzt euch mit einem Eis an die Kaimauer und schaut den Fischern beim Netzflicken zu. Bei Sonnenuntergang, wenn das goldene Licht der Ostsee die gelben Häuser der Promenade entzündet, werdet ihr verstehen, warum die dänischen Maler des 19. Jahrhunderts diesen Ort so liebten.
Die Altstadt
Die fünfundsiebzig als nationales Denkmal geschützten Häuser bilden ein Netz aus Kopfsteinpflastergassen, in dem jede Ecke ein Fotomotiv ist. Die ältesten Häuser stammen aus dem 17. Jahrhundert; die charakteristischsten haben himmelblaue Türen, grüne Fensterläden und schmiedeeiserne Schilder. Sucht Badstuevælen, den kleinsten und verstecktesten Platz, und Strandlinien, die Reihe der Häuser, die direkt aufs Meer schauen.
Das Museum von Dragør
Das kleine Ortsmuseum, untergebracht in einem Lagerhaus am Hafen, erzählt die Geschichte des Dorfes durch Schiffsmodelle, Fischerwerkzeuge und historische Fotografien. Die Ausstellung zur niederländischen Gemeinschaft von Amager ist besonders interessant: Diese Einwanderer bewahrten jahrhundertelang ihre eigene Sprache und ihre Bräuche und bildeten eine eigenständige Gemeinschaft innerhalb Dänemarks.
Die Küstenspaziergänge
Von Dragør führen Küstenwege in beide Richtungen dem Öresund entlang. Nach Süden erreicht der Pfad die Sanddünen und Strände von Sydstranden. Nach Norden folgt er dem Kanal von Amager bis zu den Feuchtgebieten, wo Reiher, Säbelschnäbler und Seeschwalben nisten – ein Paradies für Vogelbeobachter.
Was man essen sollte
- Rogeri – die geräucherten Heringe, noch heute in der Räucherei von Dragør (Dragør Røgeri) produziert. Warm, goldgelb, mit knuspriger Haut und zartem Fleisch: wahrscheinlich die besten Dänemarks.
- Fiskefrikadeller – die dänischen Fischfrikadellen, leicht und würzig, serviert mit Remoulade (dänische Mayonnaise mit Gewürzgurken und Kapern).
- Rødgrød med fløde – der dänische Nachtisch schlechthin: Kompott aus roten Beeren mit Schlagsahne. Der Name ist auch der berühmteste Zungenbrecher der dänischen Sprache.
- Flødeboller – mit Schokolade überzogene Baisers, die dänische Süßigkeit, die süchtig macht.
Das Dragør Røgeri ist für die geräucherten Heringe ein Muss. Das Beghuset, ein Restaurant in einem historischen Gebäude mit Hafenblick, serviert zeitgenössische dänische Küche. Für den Kaffee ist das Café Espersen der Treffpunkt des Dorfes.
Wie man hinkommt
Von Kopenhagen fährt der Bus 350S vom Bahnhof Nørreport ab und erreicht Dragør in etwa 35 Minuten. Mit dem Fahrrad ist der Weg von Kopenhagen entlang der Küste von Amager etwa 12 Kilometer lang, komplett eben und auf einem Radweg – eine perfekt dänische Art anzureisen. Vom Flughafen Kastrup ist Dragør nur 5 Kilometer entfernt (10 Minuten mit Auto oder Taxi). Mit dem Auto vom Zentrum Kopenhagens: etwa 20 Minuten.
Wann man hinfahren sollte
Von Mai bis September wegen des milden Klimas und der langen Tage. Juni und Juli sind perfekt, mit Temperaturen zwischen 18 und 24°C und dem Licht der langen nordischen Dämmerung. Das Hafenfest von Dragør (Juli) füllt das Dorf mit historischen Booten und Musik. Der September bietet goldenes Licht und Ruhe. Auch ein Winternachmittag hat seinen Reiz, mit Rauch, der aus den Schornsteinen steigt, und dem verlassenen Hafen unter einem perlgrauen Himmel – aber viele Cafés und Restaurants schließen außerhalb der Saison. Dragør ist der Beweis, dass man nicht weit reisen muss, um Authentisches zu finden: Manchmal reicht es, den richtigen Bus zu nehmen.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Dragør?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August e September, quando è meno affollata.
Dragør è affollata?
Dragør è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Dragør?
Dragør si trova in Dragør, Dänemark.