Consonno: das verlassene Las Vegas der Brianza mitten im Wald
Consonno, das Dorf in der Brianza, das in eine Vergnügungsstadt verwandelt und dann verlassen wurde. Surreale Geschichte, Besuch und Anfahrt.
Foto: Marco Sbroggiò (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Der irre Traum des Grafen Bagno
Consonno ist ein Ort, der keinem anderen Geisterdorf Italiens gleicht. Es wurde nicht wegen eines Erdbebens, einer Überschwemmung oder eines Erdrutsches aufgegeben. Consonno wurde durch einen größenwahnsinnigen Traum ausgelöscht und dann vergessen, als dieser Traum in sich zusammenfiel. Seine Geschichte ist eine surreale Parabel, halb Komödie halb Tragödie, die vom Italien des Wirtschaftswunders und seinen Illusionen erzählt.
Das ursprüngliche Dorf lag auf den Hügeln zwischen Lecco und der Brianza, ein kleiner Kern von Bauernhäusern mit Kirche und Friedhof, bewohnt von wenigen Dutzend Familien. Alles änderte sich 1962, als der Graf Mario Bagno, ein Mailänder Bauunternehmer, das ganze Dorf mit einer visionären Idee kaufte: es in eine Spielzeugstadt zu verwandeln, ein italienisches Las Vegas in den Wäldern der Brianza.
Die Vergnügungsstadt
Graf Bagno ließ fast alle Häuser des ursprünglichen Dorfes abreißen und verschonte nur die Kirche und den Friedhof. An ihrer Stelle entstanden bizarre und kitschige Bauten: ein Minarett, eine chinesische Pagode, eine Einkaufsgalerie im mittelalterlichen Stil, ein Ballsaal, ein Panorama-Restaurant, Springbrunnen, Gärten und sogar ein Hotel. Consonno wurde in "Spielzeugstadt" umbenannt und mit großem Medienrummel eröffnet.
Einige Jahre lang funktionierte es. An Wochenenden zogen die Menschen aus Mailand und der Brianza hinauf, um an diesem unwahrscheinlichen Ort zu tanzen, zu essen und sich zu vergnügen. Die Tanzabende zogen Hunderte an, das Hotel war voll, die Zeitungen berichteten. Doch der Traum währte nur kurz.
1976 unterbrach ein Erdrutsch die Hauptzufahrtsstraße. Ohne Straßenverbindung blieben die Besucher aus. Graf Bagno versuchte durchzuhalten, doch seine Finanzen waren schon geschwächt. Consonno wurde in den 1980er Jahren nach und nach aufgegeben. Nach dem Tod des Grafen 1995 beschleunigte sich der Verfall.
Was man heute sieht
Consonno ist heute ein befremdlicher Ort. Zwischen den Wäldern der Brianza erheben sich mit Graffiti bedeckte Betonstrukturen, deren Architekturen orientalische, mittelalterliche und modernistische Stile in einem surrealen Pastiche vermischen. Die Vegetation erobert alles zurück, und der Kontrast zwischen der üppigen Natur und dem zerfallenden Beton schafft eine einzigartige Atmosphäre.
Sehenswertes
- Die Einkaufsgalerie: die größte Struktur, mit leeren Schaufenstern und Graffiti, die jede Oberfläche bedecken
- Das Minarett: Turm im orientalischen Stil, noch stehend, aber baufällig
- Der Ballsaal: der Ort, an dem der Liscio getanzt wurde, jetzt von der Vegetation überwuchert
- Die Kirche Sant'Ambrogio: das einzige Gebäude des ursprünglichen Dorfes, das dem Abriss entging, noch geweiht
- Der Friedhof: klein und gepflegt, Zeugnis der Gemeinschaft, die es vor Graf Bagno gab
- Die Graffiti und Street Art: Im Lauf der Jahre wurde Consonno zur Freilicht-Leinwand für Writer und Straßenkünstler
Praktische Informationen
Wie man hinkommt
Consonno liegt in der Gemeinde Olginate in der Provinz Lecco. Die befahrbare Straße, die zum Dorf hinaufführt, ist mit einer Schranke für den Verkehr gesperrt: Man kommt nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad hin. Vom Parkplatz an der SP54 führt ein asphaltierter Weg etwa 2 km hinauf, mit 200 Metern Höhenunterschied. Der Fußweg dauert etwa 30-40 Minuten.
Tipps für den Besuch
- Bequeme Schuhe für den Aufstieg und das unebene Gelände im Dorf
- Nicht in die baufälligen Strukturen eintreten: Böden und Dächer sind einsturzgefährdet
- Wasser und Essen mitbringen: Es gibt keine Verpflegungsstellen
- Der Dorfbesuch dauert etwa eine Stunde
- Im Sommer kann der Aufstieg anstrengend sein: am frühen Morgen aufbrechen
In der Umgebung
Die Lage Consonnos zwischen dem Lecco-See und den Brianza-Hügeln bietet viele Kombinationsmöglichkeiten. Der Garlate-See und die Uferpromenade von Lecco sind wenige Kilometer entfernt. Zum Mittagessen servieren die Trattorien der Gegend Pizzoccheri, Casoncelli und Polenta mit Schmorbraten – die deftige Küche des Lecco-Gebiets.
Wann besuchen
Consonno ist das ganze Jahr über zu besichtigen, doch die besten Monate sind April, Mai, Juni, September und Oktober. Frühling und Herbst bieten ideale Temperaturen für den Aufstieg zu Fuß und ein Licht, das die dekadente Atmosphäre des Ortes betont. Im Winter kann der Weg schlammig und rutschig sein.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Consonno?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Consonno è affollata?
Consonno è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Consonno?
Consonno si trova in Consonno, Lombardei, Italien.