Valle Brembana, Bergamo, Italien

Greenway durch das Valle Brembana auf der ehemaligen Bahntrasse

Im Valle Brembana oberhalb von Bergamo verläuft ein Greenway auf der alten Bahntrasse entlang des Flusses Brembo. Ein voralpines Tal, eine Stunde von Mailand entfernt, das fast niemand zum Radfahren wählt: Die Nähe zur Stadt macht es leicht erreichbar, aber die Touristenströme ignorieren es und lassen es in Ruhe.

Foto di Valle Brembana, Bergamo, Italien — Greenway durch das Valle Brembana auf der ehemaligen Bahntrasse

Foto: Kweedado2, uploaded by Giorces ex itwiki (CC BY 2.5) — Wikimedia Commons

Es gibt Täler, die nicht deshalb verborgen bleiben, weil sie weit weg sind, sondern weil alle sie in Eile durchqueren, um woanders hinzukommen. Das Valle Brembana ist eines davon: Von der Ebene um Bergamo steigt man kaum merklich zu den Orobischen Alpen hinauf, und niemand kommt auf die Idee, aus dem Auto zu steigen und es mit dem Rad zu befahren. Und doch wurde die alte Trasse der Bahn, die einst Bergamo mit Piazza Brembana verband, als Greenway wiederhergerichtet und schenkt eine der ruhigsten und am wenigsten besuchten Voralpenrouten in Griffweite von Mailand.

Das Erbe der Eisenbahn

Der Reiz dieses Radwegs liegt darin, dass er das Werk der alten Eisenbahningenieure wiederverwendet. Eine Gebirgsbahn musste sanfte Gefälle und weite Kurven halten, und so erbt der Radfahrer heute einen regelmäßigen Untergrund, der das Tal ohne Rucks durchschneidet, sich in in den Fels gehauene Tunnel schiebt und Brücken und Viadukte überquert, die über dem Brembo schweben. Durch einen Tunnel zu radeln, mit der plötzlichen Kühle und dem am Ende zurückkehrenden Licht, ist eines der eindrucksvollsten Erlebnisse dieser Route.

Der Weg begleitet den Lauf des Brembo, des Flusses, der dem Tal seinen Namen gibt und dessen roter Faden ist. Man startet im unteren Tal, in der Nähe von Villa d'Almè, und steigt hinauf nach Zogno und zu den Dörfern, die den Talboden säumen. Unterwegs lohnt sich ein Halt in San Pellegrino Terme, der Jugendstil-Thermenstadt, die für ihr Wasser berühmt ist, wo die Fassaden des Grand Hotels und des Casinos die elegante Ära des frühen 20. Jahrhunderts erzählen. Weiter flussaufwärts verengt sich das Tal und wird alpiner, mit den Dörfern, die sich an die Hänge klammern, und den Gipfeln der Orobischen Alpen als Horizont.

Anreise

Die Anreise ist einfach und Teil des Reizes: Von Bergamo aus fährt man Richtung Norden das Tal hinauf, und das Tal lässt sich auch problemlos vom Tagesausflügler aus Mailand ansteuern. Der Untergrund der ehemaligen Bahntrasse ist größtenteils angenehm und gut gepflegt, geeignet für ein Trekkingrad oder ein Gravel und in manchen Abschnitten auch für Familien mit Kindern. Da er aus einer Eisenbahn entstanden ist, ist der Verlauf sanft: In Richtung Berg steigt man mit dem gemessenen Gefälle jener Zeit an, in der man einen Zug hindurchführen musste, also ohne harte Rampen, aber mit jener stetigen, regelmäßigen Arbeit, die man in den Beinen spürt, wenn man Höhe gewinnt. Es ist eine qualitativ moderate Anstrengung, eher eine Frage der Beständigkeit als der explosiven Kraft, und die Abfahrt auf dem Rückweg ist die geschmeidige Belohnung für die gesammelten Höhenmeter.

Reisezeit

Die beste Zeit reicht vom Spätfrühling bis in den Herbst. Der Mai ist der Monat, in dem das Tal am grünsten ist und die Hänge in Vegetation explodieren, während der Oktober die warmen Farben der Wälder und ein tief stehendes Licht schenkt, das die Felswände zum Leuchten bringt. Es sind auch die Monate, in denen sich die Menschenmengen am besten meiden lassen: Der Sommer bringt einige Wanderer mehr zu den hochalpinen Zielen, doch der Greenway im Talboden bleibt ruhig, und in den Zwischensaisons radelt man oft in Einsamkeit und begegnet mehr Reihern am Fluss als anderen Radfahrern. Hitze ist fast nie ein Problem, und die Tunnel bieten an milderen Tagen natürliche Kühle.

Entlang des Flusses gibt es reichlich Gelegenheit zum Innehalten: Der Brembo begleitet die Route mit offeneren Abschnitten und anderen, die zwischen die Felsen eingezwängt sind, und häufig gibt es Stellen, an denen man sich ans Ufer setzen und dem Wasser lauschen kann. Es ist ein lebendiger Fluss, auf dem in den bewegteren Abschnitten auch Kanu und Rafting betrieben werden, und vom Rad aus betrachtet man ihn aus einer intimen, fast vertraulichen Perspektive, die dem Autofahrer verborgen bleibt.

Ein praktischer Tipp

Ein praktischer Tipp: Nimm eine Lampe mit, auch tagsüber. Die Tunnel der alten Trasse sind gerade wegen ihrer Länge und Dunkelheit faszinierend, und eine kleine Frontlampe macht die Durchquerung sicher und noch stimmungsvoller. Nutze außerdem die Pause in San Pellegrino Terme nicht nur für das Thermalbad, sondern auch, um die Trinkflasche aufzufüllen und die Jugendstil-Atmosphäre in Ruhe einzuatmen: Es ist die Art von langsamem Halt, die einer Radreise ihren Sinn gibt, fern der Eile derer, die das Tal nur durchqueren.

Praktische Reiseführer für Bergamo

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Greenway durch das Valle Brembana auf der ehemaligen Bahntrasse?

Il periodo consigliato è Mai e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Greenway durch das Valle Brembana auf der ehemaligen Bahntrasse?

Greenway durch das Valle Brembana auf der ehemaligen Bahntrasse si trova in Valle Brembana, Bergamo, Italien.

Adatto a: Maggio Ottobre

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