Italien

Statt Piazza San Marco: der Nordosten auf dem Wasser, ohne Overtourism

Auf der Suche nach einer Alternative zu Venedig und der Piazza San Marco? Lagunen, Deltas und Quellen des Nordostens, auf dem Wasser zu erleben, ohne Gedränge.

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Foto: Nicola since 1972 (CC BY 4.0) — Flickr

Wer eine Alternative zu Venedig und zur Piazza San Marco sucht, will meist nicht auf das Wasser verzichten: Er will Kanäle, Lagunen, Spiegelungen und Stille. Das Schöne ist, dass der gesamte Nordosten, vom Po-Delta bis zu den friulanischen Lagunen, ebenso auf dem Wasser erbaut ist wie die Serenissima, jedoch ohne jene Zahlen, die einen Tag zwischen den Calli heute so anstrengend machen. Hier finden sich dieselben Zutaten – Mosaike, Abteien, Paläste über Kanälen – verteilt auf ein Gebiet, wo man nicht anstehen muss, um eine Basilika zu betreten.

Das Po-Delta

Der logischste Ausgangspunkt ist das Po-Delta, wo die Emilia-Romagna in einem Labyrinth aus salzigen Valli in die Adria übergeht. Comacchio ist das ehrlichste kleine Venedig, das es gibt: dreizehn Inselchen, der Trepponti als Verschluss der Kanäle, Aale und Fischauslagen statt Souvenirvitrinen. Von hier starten Bootstouren zu den Fischerhütten und in die Valli, wo Flamingos brüten – ein Erlebnis auf dem Wasser, das mit Venedig den Ursprung teilt, nicht aber den touristischen Druck. Etwas weiter nördlich reckt die Abtei von Pomposa ihren romanischen Glockenturm über die Ebene: Sie war das geistliche Leuchtfeuer des Deltas, als dieses noch eine Republik der Mönche und Landgewinner war. Wenige Kilometer entfernt bewahrt der Bosco della Mesola den letzten Auwald des Deltas, wo Hirsche zwischen fossilen Dünen und Kanälen eine seltene Oase bilden.

Folgt man den Wasserläufen ins Landesinnere, erreicht man Argenta, wo die Pieve di San Giorgio und das Bonifica-Museum eine Wahrheit erzählen, die wir in Venedig für selbstverständlich halten: Keines dieser Länder existierte ohne eine hartnäckige Bändigung des Wassers. Es ist die perfekte Ergänzung zu einem Ausflug ins Delta und erklärt, warum die Poebene ein hydraulisches Meisterwerk ist – so sehr wie ein monumentales. Weiter im Landesinneren schließt Ferrara den Kreis der Este: Das Castello mit seinem wassergefüllten Wallgraben und den roten Ziegelhöfen bietet den gesuchten Renaissance-Urbanismus – in einer Stadt, in der man mit dem Fahrrad statt mit den Ellenbogen unterwegs ist.

Das Friaul auf dem Wasser

Weiter östlich hat auch Friaul-Julisch Venetien seine Lagune und seine Mosaike. Aquileia hütet den größten frühchristlichen Mosaikboden des Abendlandes: über 750 Quadratmeter, freigelegt im Jahr 1909, begehbar auf schwebenden Stegen. Einst einer der großen Flusshäfen des Römischen Reiches, ist der Ort heute UNESCO-Welterbe. Wenige Kilometer entfernt liegt Grado, die auf der nördlichsten Adrialagune ruhende Goldene Insel, die die Vorstellung von Venedig gibt, die viele im Kopf haben – ohne die Überfüllung. Um beim Thema Wasser in seiner reinsten Form zu bleiben, schenken Polcenigo und der Gorgazzo am Fuß der Voralpen eine Quelle von fast irrealem Türkis – einer der wenigen Orte, an dem das Wasser selbst das Monument ist.

Das innere Friaul fügt entlang seiner Flüsse eine Geschichte in Schichten hinzu. Cividale, über dem Natisone thronend, mit seiner Teufelsbrücke, bewahrt im Tempietto Longobardo frühmittelalterliche Stuckarbeiten, die allein die Reise wert sind, und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe der Langobardenstätten. In derselben Spur liegt Sesto al Reghena, Ortschaft und Abtei zugleich, um eine alte benediktinische Gründung inmitten friulanischer Felder herum gewachsen: zwölf Jahrhunderte Geschichte in einem Wallgraben. Und entlang des Tagliamento ist Venzone das mittelalterliche Dorf, das nach dem Erdbeben von 1976 Stein für Stein wiederaufgebaut wurde – heute mit unversehrter Stadtmauer und gotischem Dom.

Wer Höhe gewinnen möchte, ohne das Wasser zu verlassen, findet in Sauris mit seinen Holzhäusern und dem deutschsprachigen Idiom einen türkisfarbenen Bergsee: geräucherter Schinken, Sternenhimmel und eine ganz andere Atmosphäre als die schwüle Lagunenwärme. Und wer die Spiegelungen des hügeligen Venetien statt jener des Meeres sucht, findet in der Pieve di San Pietro di Feletto tausend Jahre Fresken zwischen den Prosecco-Hügeln, UNESCO-Erbe, eine halbe Stunde von den Stränden entfernt und doch in einer anderen Welt.

Ein amphibischer Nordosten

Der Faden, der diese Orte verbindet, ist einfach: Der Nordosten ist von Natur aus amphibisch, und Venedig ist nur sein berühmtestes Ergebnis. Eine Route über Delta, Lagunen und Quellen zu bauen, heißt Kanäle, Mosaike und Paläste ohne das Gedränge der Piazza San Marco wiederzufinden – am besten im Frühjahr oder frühen Herbst, wenn das Licht gut ist, Flamingos in den Valli stehen und die historischen Zentren einem allein gehören.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Statt Piazza San Marco?

Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Statt Piazza San Marco?

Statt Piazza San Marco si trova in Italien.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Settembre Ottobre

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