Das geheime Venezia: 9 Orte, die der Markusplatz nicht zeigt
Eine Decke aus dem 17. Jahrhundert, größer als die der Sixtinischen Kapelle, eine fast leere dalmatinische Scuola, eine Kloster-Insel mit dem Vaporetto, Sestieri, in denen Venezia noch Stille ist. Hier sind sie.
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Venezia erstickt nur entlang der Achse Bahnhof–Rialto–San Marco. Zwei Gassen weiter findet man die Stille wieder, die Venezia zu einer der literarischsten Städte der Welt gemacht hat. Diese neun Orte sind keine "Instagram-Geheimtipps": Es sind Plätze, an denen selbst in der Hochsaison fast niemand ist.
1. San Pantalon und die größte Deckenmalerei der Welt
Wenige Schritte vom Campo Santa Margherita entfernt besitzt die Kirche San Pantalon die größte gemalte Kirchendecke der Welt: 40 Leinwände von Gian Antonio Fumiani, eine barocke Explosion von 700 Quadratmetern, gemalt zwischen 1680 und 1704 (der Maler soll vom Gerüst gestürzt sein, heißt es). Eintritt frei, fast immer halbleer.
2. Die Scuola Dalmata dei Santi Giorgio e Trifone
Im Sestiere Castello, in einer kleinen Bruderschaftshalle der dalmatinischen (kroatischen) Kaufleute des 16. Jahrhunderts, befinden sich die Teleri von Vittore Carpaccio: die Geschichte des heiligen Georg, des heiligen Hieronymus und des heiligen Tryphon, gemalt mit einer geradezu filmischen Lebendigkeit. Der Saal ist einzigartig, der Maler ist der Meister des venezianischen Lichts, und höchstens fünf Menschen sind zugegen. Fünf Euro.
3. San Giorgio dei Greci, das byzantinische Venezia
Fünfzig Meter von der Scuola Dalmata entfernt: die griechisch-orthodoxe Kirche, 1573 für die griechische Gemeinde Venezias erbaut, mit der originalen Ikonostase, dem schiefen Campanile und einer Atmosphäre, die weder katholisch noch touristisch ist. Nebenan das Museum des Griechischen Instituts. Eine Insel von Byzanz im Herzen von Castello.
4. San Servolo, die Museumsinsel der venezianischen Irrenanstalt
Eine Insel, die man mit dem Vaporetto (Linie 20) in zwanzig Minuten von San Zaccaria aus erreicht. Bis 1978 war sie psychiatrisches Krankenhaus, heute beherbergt sie die Venice International University und ein kleines Psychiatriemuseum mit historischen Instrumenten. Ein bewaldeter Park, Blick auf die Lagune, praktisch keine Touristen. Ein perfekter halber Tag.
5. Das jüdische Ghetto und die fünf verborgenen Synagogen
Alle fotografieren den Campo del Ghetto Nuovo. Wenige betreten die fünf Synagogen (Scola Grande Tedesca, Canton, Italiana, Levantina, Spagnola), die nur mit einer Führung des Jüdischen Museums zu besichtigen sind. Eine sehr dichte Stunde. 1516 gegründet, ist das Ghetto von Venezia das älteste der Welt: Das Wort "Ghetto" stammt sogar von hier.
6. Der Sotoportego der Corte Nova und der Pakt gegen die Pest
Ein versteckter Sotoportego (überdachter Gassendurchgang) im Sestiere Castello, mit einem kleinen Marienaltar: Der Legende nach ist geschützt vor der Pest, wer hindurchgeht. Es sind fünf Meter Votivleinwand aus dem 17. Jahrhundert, direkt auf die Decke gemalt. Niemand sieht sie, wenn er nicht danach sucht.
7. Chioggia, das kleine Venezia der Fischer
Es liegt nicht in Venezia selbst, sondern eine Vaporetto-Stunde vom Lido entfernt (oder mit dem Bus vom Piazzale Roma): Chioggia ist eine Stadt auf dem Wasser mit parallelen Kanälen, einem noch echten Fischmarkt, Steinbrücken und keinem einzigen Kreuzfahrtschiff. Wer Venezia schon gesehen hat, versteht nach einem Tag in Chioggia, was Venezia ohne Tourismus hätte sein können.
8. Mazzorbo und die ruhige Seite Buranos
Alle fahren nach Burano wegen der bunten Häuser. Wenige überqueren den Ponte Longo nach Mazzorbo, der landwirtschaftlichen Zwillingsinsel, mit dem Weingut Venissa (Dorona di Venezia) und einer bäuerlichen Atmosphäre, die niemand erwartet. Ein Mittagessen dort, dann Burano am späten Nachmittag, wenn die Reisebusse längst abgefahren sind.
9. Cannaregio Nord: Fondamenta della Misericordia und Sacca San Girolamo
Das Sestiere Cannaregio nördlich des Ghettos ist das Venezia, in dem die Venezianer leben. Fondamenta della Misericordia mit den echten Bacari (typischen venezianischen Weinstuben, in denen man kleine Häppchen zu einem Glas Wein isst, kein Touristenlokal), Sacca San Girolamo mit der grünen Campo-Wiese, der Ponte dei Tre Archi. Zu Fuß vom Bahnhof aus in zwanzig Minuten erreichbar – man kommt in einer anderen Stadt heraus.
Wie man zwei Tage plant
Erster Tag: das geheime Castello (Scuola Dalmata + San Giorgio dei Greci + Sotoportego der Corte Nova + San Pantalon). Zweiter Tag: Ghetto + Cannaregio Nord + Vaporetto nach San Servolo. Bei einem dritten Tag: Chioggia oder Mazzorbo/Burano.
Wann sollte man Venezia besser meiden?
Juli, August und die Wochenenden des Karnevals sind die schlechteste Zeit. Das Overtourism-Problem von Venezia ist real: Wenn möglich, kommen Sie zwischen November und März (außer Karneval) oder im Oktober. Und übernachten Sie mindestens eine Nacht: Venezia um 8 Uhr morgens und um 22 Uhr abends ist unbezahlbar.
Braucht man die Venezia Unica Card für diese Orte?
Die Scuola Dalmata, San Giorgio dei Greci, das Jüdische Museum und San Pantalon haben günstige eigene Tickets. Die Venezia Unica Card lohnt sich nur, wenn Sie den Palazzo Ducale und weitere städtische Museen besuchen wollen. Für das geheime Venezia dieses Artikels reichen Einzeltickets.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Das geheime Venezia?
Il periodo consigliato è Februar, März, April, Mai, Oktober e November, quando è meno affollata.
Das geheime Venezia è affollata?
Das geheime Venezia è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Das geheime Venezia?
Das geheime Venezia si trova in Venedig, Italien.