Geheimes Castello: das Sestiere Venedigs, in dem noch venezianisch gesprochen wird
Das größte Sestiere Venedigs, das am wenigsten besuchte: mit der Scuola Dalmata von Carpaccio, San Giorgio dei Greci, den Biennale-Gärten und einer Nachbarschaftsatmosphäre, die es am Markusplatz nicht mehr gibt.
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Castello ist das größte Sestiere Venedigs und das am wenigsten besuchte: Es erstreckt sich vom Arsenale bis zu den Giardini della Biennale, jenseits derer die Isola di Sant’Elena beginnt – ein Stück Venedig, in dem die Bewohner ihre Wäsche im Hof aufhängen. Ein Spaziergang hier ist wie ein Ausflug in ein paralleles Venedig, ohne Selfies und ohne überfüllte Gondelanleger.
Die Scuola Dalmata di San Giorgio degli Schiavoni
In einem kleinen Saal aus dem 16. Jahrhundert erzählen die Teleri von Vittore Carpaccio vom Leben des heiligen Georg, des heiligen Hieronymus und des heiligen Tryphon mit der Lebendigkeit eines Films. Das Licht, die Details, die Perspektiven: kaum jemand kennt sie, weil sie außerhalb der Standardrouten liegt. Fünf Euro. Eines der intensivsten Museen Italiens.
San Giorgio dei Greci, das venezianische Byzanz
Nur 100 Meter entfernt liegt die griechisch-orthodoxe Kirche von 1573, mit originaler Ikonostase und schiefem Glockenturm (leicht, aber deutlich schief). Daneben das kleine Ikonenmuseum des Griechischen Instituts. Die griechische Gemeinschaft Venedigs entstand nach dem Fall Konstantinopels (1453) und ist noch immer aktiv.
Das Arsenale (von außen) und das Museo Storico Navale
Das Arsenale, die größte vorindustrielle Fabrik der Welt (hier entstanden die Galeeren der Serenissima), ist heute teilweise militärisches Gelände, teilweise Sitz der Biennale. Doch das monumentale Eingangsportal, die Löwen von Piräus (venezianische Kriegsbeute) und die Atmosphäre am Becken sind von außen frei zugänglich. Das Museo Storico Navale, ganz in der Nähe, bewahrt die originalen Galeeren-Modelle.
Die Giardini della Biennale und Sant’Elena
Auch außerhalb der Biennale sind die Giardini di Sant’Elena die grüne Lunge der Stadt. Die Kirche Sant’Elena am Ende hütet ein Bein der heiligen Helena, Mutter Konstantins. Die Isola di Sant’Elena – ein in den 1920er-Jahren für Arbeiterfamilien errichtetes Viertel – ist ein seltenes und faszinierendes Nach-1918-Venedig.
Campo Santa Maria Formosa und Palazzo Querini Stampalia
Der Campo Santa Maria Formosa ist einer der elegantesten Plätze Venedigs. Hier liegt der Palazzo Querini Stampalia, Museum der gleichnamigen Stiftung mit Bildern von Bellini, Longhi und Tiepolo sowie einem Erdgeschoss, das Carlo Scarpa neu gestaltet hat (eines der Meisterwerke venezianischer Architektur des 20. Jahrhunderts). Voranmeldung erforderlich, zehn Euro.
Sotoportego der Corte Nova und der Pestaltar
Ein verborgener Sotoportego nahe der Salizzada dei Greci mit einem Votivfresko aus dem Jahr 1600 an die Jungfrau Maria, gestiftet für jene, die der Pest entkamen. Beim Durchgehen sind es fünf Sekunden – doch ein Blick nach oben lohnt sich.
Die Kirche San Francesco della Vigna
Entworfen von Sansovino und von Palladio (mit der Fassade) vollendet, ist San Francesco della Vigna eine Kirche, die kaum jemand besucht, weil sie zu abgelegen liegt. Im Inneren: Altarbilder von Bellini, Veronese und Vivarini. Angeschlossener Kreuzgang, absolute Ruhe.
Das Ghetto Nuovo (technisch in Cannaregio, aber nahebei)
Das Ghetto liegt nicht in Castello – es befindet sich im angrenzenden Sestiere Cannaregio –, doch eine Tour durch das geheime Castello führt leicht über die Salizzada del Pistor bis zum Ghetto Nuovo und zu den Führungen durch die Synagogen (organisiert vom Jüdischen Museum). Wer zwei Stunden zusätzlich hat, sollte es einbeziehen.
Wie erkundet man Castello ohne Karte?
Von San Zaccaria (direkt hinter dem Markusplatz) aus geht es nach Osten. Die Regel: immer links abbiegen, wenn möglich. Nach eineinhalb Stunden Gassen erreicht man die Giardini della Biennale. Für den Rückweg das Vaporetto 5.1 von Giardini nach San Zaccaria.
Ist Castello weniger überlaufen als das Zentrum?
Weit weniger. Die Riva degli Schiavoni bleibt voll, doch sobald man in die inneren Gassen einbiegt (Salizzada dei Greci, Barbaria delle Tole, San Francesco della Vigna, Via Garibaldi), findet man Venedig, wie es sein sollte: Stille, Katzen, Kinder auf Fahrrädern, aufgehängte Wäsche. Zwischen Oktober und März ist der Kontrast am stärksten.
Siehe auch
Das Sestiere ist das Herz des geheimen Venedig. Kombinierbar mit dem nördlichen Cannaregio für einen kompletten Tag abseits des Massentourismus.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Geheimes Castello?
Il periodo consigliato è Februar, März, April, Mai, Oktober e November, quando è meno affollata.
Geheimes Castello è affollata?
Geheimes Castello è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Geheimes Castello?
Geheimes Castello si trova in Venedig, Italien.
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