Geheimes Testaccio: Roms Arbeiterviertel, wo die Antike endet
Ein Markt, der noch immer den Römern gehört, ein Berg aus zerbrochenen Amphoren, ein Friedhof, auf dem Keats und Gramsci ruhen, ein umgenutzter Schlachthof. Testaccio ist das Volks-Rom, das lebendig geblieben ist.
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Testaccio ist das Rom, das die Reiseführer vergessen, weil es zu authentisch ist, um pittoresk zu wirken. Keine berühmte Basilika, kein Postkartenbrunnen: nur ein Arbeiterviertel aus dem frühen 20. Jahrhundert, errichtet rund um den größten Schlachthof Europas, ein Markt, auf dem noch heute breites Römisch gesprochen wird, und ein künstlicher Hügel aus zweihundert Jahren antiker Amphoren.
Der Monte dei Cocci, die berühmteste Deponie der römischen Antike
Der Monte Testaccio ist eine archäologische Anomalie: 35 Meter hoch, entstanden aus rund 53 Millionen zerbrochener Amphoren, die dort vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. abgelegt wurden, als der Tiberhafen den spanischen Ölhandel abwickelte. Das Eigengewicht der Scherben verdichtete sie zu einem stabilen Hügel. Der Besuch ist nur nach Voranmeldung bei der Sovrintendenza möglich – wenige Führungen im Monat, Gruppen von zehn Personen, ein Rundgang durch Schichten voller Handelsgeschichte.
Der Mercato di Testaccio, das essbare Rom
Kein Kulisssenmarkt wie Campo de’ Fiori. Der Mercato di Testaccio, seit 2012 überdacht und modern, ist der Ort, an dem die Römer Fleisch, Trockenpasta und Baccalà kaufen und im Stehen essen: Mordi e Vai (Panino mit gekochtem Fleisch), Dess’Art, Sancho, das Trapizzino von Bonci. Ein Mittagessen für zehn Euro ist hier so viel wert wie ein Restaurantbesuch anderswo. Sonntags geschlossen.
Der ehemalige Schlachthof: das MACRO und das zeitgenössische Viertel
Bis 1975 wurden hier täglich 3.000 Tiere geschlachtet; heute beherbergt das Gelände das MACRO Testaccio (Abteilung des Museums für zeitgenössische Kunst), die Architekturfakultät der Universität Roma Tre und sommerliche Konzertreihen. Die Eisen- und Gusseisenstruktur aus dem späten 19. Jahrhundert ist unversehrt. Getrennte Eingänge, für Ausstellungen häufig freier Eintritt. Sehenswert ist der „Campo Boario“ mit den alten Ställen.
Der Cimitero Acattolico, wo Keats, Shelley und Gramsci ruhen
Der Cimitero Acattolico – oft „Englischer Friedhof“ genannt – ist einer der schönsten und stillsten Orte Roms. Ursprünglich für Bestattungen von Protestanten geschaffen, die nicht in katholischer Erde ruhen durften, birgt er die Gräber von John Keats, Percy Bysshe Shelley (nur das Herz), Antonio Gramsci und Carlo Emilio Gadda. Eintritt gegen Spende, eine Stunde hier ersetzt drei Museen.
Die Cestius-Pyramide und die Sepolcreto Ostiense
Die Cestius-Pyramide (12 v. Chr.) ist die am besten erhaltene Pyramide außerhalb Ägyptens; das Innere lässt sich an einigen Tagen im Monat kostenlos, nach Voranmeldung, besichtigen. Ein paar Schritte entfernt, in der Via Nicola Zabaglia, liegt die 1917 entdeckte und erst kürzlich freigelegte römische Nekropole Sepolcreto Ostiense.
Die Kirche Santa Maria Liberatrice und die INA-Casa-Volkswohnungen
Testaccio ist ein Viertel, das 1907 als Arbeitersiedlung für das Schlachthof-Personal errichtet wurde. Die Kirche Santa Maria Liberatrice an der Piazza Testaccio bildet das religiöse Herz; die wahren Protagonisten sind jedoch die Fassaden der geschlossenen „Arbeiterdörfer“ mit ihren Innenhöfen, Laubengängen und aufgehängter Wäsche. Volks-Rom, das überlebt hat.
Wie plane ich einen halben Tag?
Am besten am Sonntagmorgen: Der Friedhof öffnet um 9 Uhr, die Pyramide nur nach Voranmeldung; der Markt ist geschlossen, doch die Häuserzeilen bleiben sichtbar. Wer den offenen Markt erleben will, kommt am Samstag: Friedhof plus Pyramide plus Monte dei Cocci plus Markt plus einfaches Mittagessen. Danach ein Spaziergang durch die Arbeiterviertel. Das MACRO nachmittags, sofern noch Zeit bleibt.
Gilt Testaccio als sicher?
Ja, sehr. Es ist ein Wohnviertel mit normalem Straßenleben, abends belebt durch Volksrestaurants und Live-Musik-Clubs (Circolo degli Artisti, Rashomon). Keine besonderen Risiken.
Was gibt es in der Nähe von Testaccio zu sehen?
Das Viertel grenzt an den Aventin (der andere stille Hügel mit dem Orangengarten und dem berühmten Schlüsselloch), an Ostiense (Basilica di San Paolo Fuori le Mura, Centrale Montemartini) und an das Ghetto. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, plant für jedes davon einen eigenen Nachmittag ein. Siehe auch die anderen geheimen Orte Roms.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Geheimes Testaccio?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Geheimes Testaccio è affollata?
Geheimes Testaccio è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Geheimes Testaccio?
Geheimes Testaccio si trova in Rom, Italien.