Ferentillo: die Mumien in der Krypta und die langobardische Abtei in der Schlucht
In einem vom Fluss Nera in zwei Teile gespaltenen Dorf ruhen vierundzwanzig natürlich mumifizierte Körper in der Krypta von Santo Stefano, während wenige Schritte entfernt eine der schönsten langobardischen Abteien Italiens steht.
Foto: LigaDue (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Die Valnerina ist eine senkrechte Schlucht, die der Fluss Nera im Laufe der Jahrhunderte zwischen bis zu dreihundert Meter hohen Kalksteinwänden gegraben hat. Man fährt langsam hinein, dem grünen Wasser entlang, und irgendwann taucht Ferentillo auf: zwei durch den Fluss getrennte Ortsteile, Precetto und Matterella, jeder überwacht von einer mittelalterlichen Festung, die wie ein steinerner Wächter über ihnen thront.
Die Mumien von Santo Stefano
Das Phänomen, das Ferentillo unter Kennern berühmt macht, ruht in der Krypta der Kirche Santo Stefano: vierundzwanzig zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert auf natürliche Weise mumifizierte Körper. Keine ägyptische Einbalsamierung, keine barocke Jenseitskunst: Allein das Mikroklima und die hygroskopischen Eigenschaften des Bodens haben ihr Werk vollbracht und Haut, Haare und Gesichtsausdrücke bewahrt. Es sind Männer, Frauen, ein Kind, eine Braut in ihrem Hochzeitskleid. Die Wirkung ist verstörend, fast hypnotisch. Der Eintritt in das kleine Museum ist symbolisch, wenige Euro.
Die Abtei San Pietro in Valle
Drei Kilometer von Ferentillo entfernt, die Schlucht hinauf, hebt sich die Abtei San Pietro in Valle wie eine mittelalterliche Fata Morgana aus dem Wald. Sie wurde im 8. Jahrhundert vom langobardischen Herzog Faroald II. gegründet, der sich hier nach der Machtübergabe an seinen Sohn in ein Mönchsleben zurückzog. Im Inneren finden sich einer der vollständigsten romanischen Freskenzyklen des 12. Jahrhunderts in Mittelitalien und ein von Ursus Magester signierter langobardischer Altar, einzigartig in seiner Art. Die Goten, die Langobarden, die Benediktiner: drei aufeinanderfolgende Zivilisationen, ablesbar in denselben Steinen.
Klettern und Natur
Ferentillo ist außerdem einer der renommiertesten Sportklettergebiete Mittelitaliens: Die Wände der Schlucht bieten über dreihundert Routen, vom leichten bis zum sehr schwierigen Grad, und jedes Wochenende kommen Kletterer aus Rom und Florenz. Der Wanderweg, der die Schlucht entlang des Nera hinaufführt, ist für alle begehbar und kostenlos.
Anreise
Ferentillo liegt etwa 20 Kilometer von Terni entlang der SS209 Valnerina. Einen Bahnhof gibt es nicht. Die Straße durch die Schlucht ist eng: Im Sommer empfiehlt es sich, früh am Morgen anzureisen, um einen Parkplatz zu finden.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Ferentillo?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Ferentillo è affollata?
Ferentillo è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Ferentillo?
Ferentillo si trova in Ferentillo, Terni, Italien.