Statt Venedig: Chioggia, das kleine Venedig, für das man kein Eintrittsticket buchen muss
Kanäle, Brücken und bunte Gassen ohne die Menschenmassen am Markusplatz. Chioggia bietet das authentische Venedig der Fischer, eine halbe Busstunde entfernt.
Foto: rolabalthus (Public Domain) — Flickr
Venedig ist zu einem weltweiten Symbol für Overtourism geworden: Eintrittstickets, Drehkreuze, endlose Schlangen für einen Kaffee und Gondolieri, die sich lautstark um die Touristen streiten. Und doch gibt es nur dreißig Kilometer entfernt, durch die Lagune getrennt und mit dem Bus erreichbar, eine Stadt, die dieselbe städtebauliche Anlage bewahrt – parallele Kanäle, Bogenbrücken, enge Gassen – ohne irgendeinen dieser Widersprüche.
Chioggia ist eine Fischerstadt. Der Hafen ist noch immer das pulsierende Herz der lokalen Wirtschaft, und früh am Morgen ist der Fischmarkt unter den Arkaden des Corso del Popolo ein Schauspiel aus Stimmen, Eiskisten und flinken Händen, die Sepien und Krabben ausnehmen. Es ist kein Markt für Touristen: Hier decken sich die Restaurants der Gegend ein, und jeder kann fangfrischen Fisch zu Preisen kaufen, die es in Venedig nicht mehr gibt.
Der Corso del Popolo ist das Rückgrat der Stadt: breit, mit Arkaden, mit Palästen aus dem 18. Jahrhundert, die sich in den seitlichen Kanälen spiegeln. Anders als in den venezianischen Gassen atmet man hier: Die Räume sind offen, die Cafés haben Tische im Freien, und die Preise sind die einer normalen venetischen Stadt. Die Kirchen bewahren Altarbilder von Carpaccio und Tiepolo, aber Schlangen am Eingang gibt es keine.
Die inneren Kanäle – allen voran der Canal Vena – bieten Blicke, die auf beeindruckende Weise an Venedig erinnern: die vertäuten Boote, die Spiegelungen im Wasser, die Steinbrücken. Der Unterschied ist, dass man hier stehenbleiben und fotografieren kann, ohne von einer Reisegruppe überrannt zu werden. Am Abend, wenn die Fischerboote zurückkehren und das Licht golden wird, schenkt Chioggia Momente der Stille, die Venedig vergessen hat.
Um von Venedig hierher zu kommen, braucht es vierzig Minuten mit dem ACTV-Bus vom Piazzale Roma oder im Sommer das Vaporetto von der Giudecca. Sottomarina, der Küstenteil, hat einen langen Strand, der sich im Sommer belebt, ohne je die Dichte der Riviera Romagnola zu erreichen. Im Winter leert sich Chioggia weiter, und ein Gang zwischen den Kanälen im Nebel ist ein Erlebnis, das die Reise wert ist.
Übernachten in Chioggia kostet ein Drittel im Vergleich zu Venedig: B&Bs mit Blick auf die Kanäle, kleine Hotels in der Altstadt, Wohnungen mit Blick auf die Lagune. Essen ist ein ehrliches Vergnügen: gebackene Meeresfrüchte, Sarde in saor, Risotto di go – Gerichte der Lagunentradition zu fairen Preisen. Es ist das Venedig, das Venedig nicht mehr ist, und man braucht kein Ticket, um hineinzukommen.
Praktische Reiseführer
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Statt Venedig?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Statt Venedig è affollata?
Statt Venedig è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Statt Venedig?
Statt Venedig si trova in Chioggia, Venetien, Italien.
Weitere Alternativen zu Venezia
Guide selezionate dalla nostra redazione, tutte alternative alla stessa meta affollata:
Anreise nach Trieste: praktischer Verkehrsführer
Trieste, Friaul-Julisch Venetien, Italien
Wo man in Trieste isst: Jota, Buffet und Osmize zwischen Mitteleuropa und Adria
Triest, Friaul-Julisch Venetien, Italien
Trieste in zwei Tagen: die richtige Zeit für eine Stadt, die sich nicht in Eile durchblättern lässt
Triest, Friaul-Julisch Venetien, Italien
Wo uebernachten in Trieste: Naechte zwischen Wind und Meer in der literarischsten Stadt Italiens
Trieste, Friaul-Julisch Venetien, Italien
Statt Venedig: Comacchio, die Stadt auf dem Wasser im Po-Delta
Comacchio, Emilia-Romagna, Italien
Cividale: die langobardischen Stuckarbeiten des frühmittelalterlichen Tempietto
Cividale del Friuli, Friaul-Julisch Venetien, Italien